Ausflugsziele und Tipps für den Bayerischen Wald

Anregungen und Ideen zu Tagesausflügen in den Bayerischen Wald

19. Oktober 2014
von Wanderer
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Aussichtsplattform Natoturm Hohenbogen

Der Samstag Mitte Oktober war für uns der perfekte Tag, um die neu eröffnete Aussichtsplattform am Hohenbogen zu besuchen. Seit 7. Oktober bis Ende Oktober ist diese jeweils  Freitag-Sonntag von 10-16 Uhr für Besucher zu geöffnet. Voraussichtlich endet diese heuer naturgemäss kurze Saison Ende Oktober, mit der Option bis Allerheiligen. Man kann sich aber jederzeit noch aktuell informieren, siehe weiterer Text.

Naturm-Aussicht

Der ehemalige Nato-Horchposten mit der neuen Außentreppe

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um zum Schwarzriegel, so heißt der Gipfel des Hohenbogens auf dem die Türme stehen, zu gelangen. Wir fahren diesmal  zur Hohenbogenbahn und mit dem Sessellift geht es zur Bergstation. Von dort sind es etwa 15 Minuten zu Fuß und man steht vor den ehemlaigen Natotürmen. Im kalten Krieg wurden die Horchposten von Deutschen, Amerikanern und Franzosen zur Abhör- und Beobachtungszwecken gegen “Osten” genutzt.

Etwas verwirrend ist der Eingang gestaltet. Man muss hier zuerst seine Postleitzahl ( wenn man die richtige angeben möchte) eintippen und kann dann durch das Drehkreuz weiter gehen über das Gelände zum Turm. Nach 50 Metern kommt man zum kleinen Biergarten mit Kiosk. Dort gibts Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke. Hier bezahlen wir auch unseren Eintritt (6€)und können gleich den Aufstieg zur Aussichtplattform starten. Es sind ca. 300 Stufen und 50 Höhenmeter zu bewältigen.

Plattform

Die Plattform mißt 25 Meter im Durchmesser

Die sind aber, anders als erwartet, nicht ganz so anstrengend, eher etwas kurzweilig da man immer wieder auf den kleinen Plattformen zwischen den Treppen die fantastische Aussicht geniessen muss. Anders kann ich es nicht sagen. Wir waren vom Fernblick, obwohl etwas diesig und auf der Ostseite neblig, sowie der hervorragenden Aussicht schier erschlagen.

Ein kleiner Skywalk für die Mutigeren

Ein kleiner Skywalk für die Mutigeren

Wer einen Ausflug zum und am Hohenbogen oder im Oberen Bayerischen Wald unternimmt, sollte sich diese Aussicht nicht entgehen lassen. Vorab könnt ihr euch über die Webcam am Turm erkundigen, wie die Sicht dort oben aktuell ist. Die Kamera hat auch noch eine Rückwärtssuche mit der man die Sonnenaufgänge verfolgen kann. Schon allein die Bilder der Kamera sind sehenswert, gerade dann wenn man noch nicht hoch gehen kann oder will.

Osser-Blick

Der Blick zum Osser hinüber

Die Treppe an der Aussichtsplattform

Die Treppe an der Aussichtsplattform

Hintergrund: Betrieben wird die Anlage vom Verein “sektor.f”.  Abgeleitet von der früheren Bezeichung des Geländes, ” Fernmeldesektor F”.Die Bauzeit für die Außentreppe und der Plattform betrugen ca. 9 Monate. Die Baukosten sollen sich auf über 500.000 Euro belaufen. Ziel des Vereins ist es, in Zukunft, die Innenräume und den Atomschutzbunker mit seinen unterirdischen Gängen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  Der Hauptturm hat eine Höhe von 75 Metern. In Zukunft möchte man den Turm als ein Symbol des grenzenlosen Europas sehen und nutzen. Noch ist nicht alles umgesetzt, was geplant wurde. Aber wir fanden es wunderbar, dass es bereits ein erstes Ergebnis zu besichtigen gibt, nämlich diese wirklich sehr gelungene Aussichtsplatteform. Tolle Einrichtung!

Blick zum Arber

Der Blick hinüber zum Arber und weiter…

 

 
Zwischen Dreisessel und Hohenbogen: Brauchtum, Sagen( bei Amazon ansehen)

14. Oktober 2014
von Wanderer
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Kurzwanderung für jedermann

Ausflugsziel für die ganze Famlie

Die Wanderung zum Brotjacklriegel ist für fast jedermann geeignet.

Fernsehturm

Der Fernsehurm weißt uns den Weg zum Brotjacklriegel

Ein goldener Oktobertag lockte uns wieder einmal in den Bayerischen Wald. Genauer gesagt war unser Ziel der Gipfel des 1011 Meter hohen Brotjacklriegel. Eine viel zu früh verstorbene Arbeitskollegin hatte immer wieder von dort geschwärmt. Sie hatte sich in der Nähe des Gipfels ein Haus gekauft. Trotzdem dies  jetzt schon ein paar Jahre her ist, musste ich wieder daran denken, als wir gegen Mittag in Langfurt ankamen.

Der Brotjacklriegel ist ein Ziel, dass problemlos auch für Familien mit Kindern ( eventuell mit Kinderwagen) genauso empfehlen kann wie für Menschen, die keine ausgesprochenen Wanderer sind. Auch ältere Menschen und Menschen mit Handicap können den leichten Anstieg auf rund 1,5 km Länge schaffen.

Schilder am Wanderparkplatz im Wald

Schilder am Wanderparkplatz im Wald

Die Anfahrt bis hierher führt uns von München über die A92 Richtung Deggendorf, kurz vor Deggendorf gehts ab auf die A3 in Richtung Passau/Linz. An der Ausfahrt Iggensbach gehts runter von der Autobahn und man biegt ab in Richtung Schöllnbach und dann immer weiter der Hauptstrasse entlang nach Zenting. Hier bitte nicht verzagen, irgendwann kommt das Ortschild Zenting(das Einzige!), wenn man auch lange rätselt, ob man noch richtig fährt. Und kurz danach trifft man in dem Örtchen Langfurt ein. Hier ist gleich am Ortseingang ein Wanderparkplatz, den wir aber diesmal noch links liegen lassen und  2 mal rechts abbiegen(am Busunternehmen vorbei) und folgen der Strasse ( ca. 1km) hoch zum ausgeschilderten Wanderparkplatz. Dieser liegt schon mal ganz idyllisch im herbstlichen Wald. Von hier ist der Weg zum Gipfel sehr gut ausgeschildert.

Zwei Wege führen zum Ziel, nach oben!

Da wäre als erstes der relativ gerade Wirtschafts- oder Forstweg, der geschottert ist und den man mit normalem Schrittempo in gut 30 Minuten bezwingen kann. Er führt ziemlich geradlinig zum Aussichtsturm. Wie es oben am Aussichtsturm des Brotjacklriegel aussieht, könnt ihr in unserem Artikel mit Video nachlesen/sehen.

Psst-Bereich

Zur Ruhe kommen, liegend oder stehend den Wald geniessen-der “Psst Bereich”.

Aber es gibt auch noch einen Sonnenwald-Erlebnispfad. Er verläuft teilweise parallel zum Wirtschaftsweg. Wer sich für ihn entscheidet, kann mit Kindern aber auch schon mal 2 Stunden nach oben unterwegs sein. Je nachdem. wie intensiv man die Spiele entlang des Weges spielt. Der Pfad besteht aus 10 Stationen. Manche der Stationen wie z.B. der “Pssst Bereich “laden zum Verweilen und bewussten Innehalten im Wald ein. Der Flyer und weitere Waldspiele gibts hier im Download.

Du-Stein

Ab hier darf man dutzen :-)

Andere vermitteln Wissen über die Tiere im Wald. Auf dem 1000m-Punkt des Weges kommt man zum DU-Stein. Eine nette Sache, er repräsentiert gleichsam die Schwelle für Wanderer zum “Du”, heißt, wer sich beim Wanderer oberhalb von tausend Meter trifft, duzt sich, ausnahmslos übrigens……!Von hier aus kann man das Ziel schon erkennen, der Schindelverkleidete Aussichtsturm mit dem Turmstüberl schimmert schon durch den herbstlichen Wald, Zeit für die Rast.

Gipfelschilder

Neben dem Goldseig führen auch noch andere Wanderwege zum Gipfel

Fazit: Dieser Weg vom Parkplatz im Wald bis zum Aussichtsturm am Brotjackelriegel ist ein schöner Wanderspaziergang, den man gut in 30-60min bewältigen kann. Es gibt auch längere Varianten von weiter unten im Ort oder auch anderer Richtung, sowie den Turmweg. Alle Möglichkeiten sind, soweit wir dies erkennen konnten, gut ausgeschildert. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, noch die ein oder andere Wandervariante auszuprobieren.

Was ists noch in der Nähe?

Das steinerne Kirchlein

Der Wackelstein ( mit Video)

Der Raumschiff-Felsen

11. Oktober 2014
von Wanderer
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Aussichtsturm Brotjacklriegel

Aussichtsplattform-Brotjacklriegel

Beste Fernsicht vom Brotjacklriegel

Gestern sind wir kurzentschlossen zum Brotjacklriegel gefahren. Dieser liegt grob gesehen zwischen Deggendorf und Grafenau, im mittleren Bayerischen Wald.

Zum einem war das Wetter sommerlich warm und vor allem war es recht sonnig, außerdem haben wir uns seit längerem vorgenommen, den kurzen Wandertrip zum Aussichtsturm in Angriff zu nehmen. Bevor wir an anderer Stelle den Wanderweg beschreiben, gibts was zur Geschichte des Aussichtsturms und des Turmstüberls zu erzählen.

Eingang Turmstüberl

Eingang zum Turm und Turmstüberl am Brotjacklriegel

Das Turmstüberl ist bewirtschaftet und  Yvonne Hanke hat uns so interessante Infos über die Geschichte des Turms erzählt, dass wir beschlossen haben, hier mal ein bißchen davon zu erzählen.
Am meisten hat uns verwundert, seit wann schon an der Stelle droben auf dem Brotjacklriegel ein Turm steht. Der allererste war ein sogenanntes Signalgerüst zur Vermessung Bayerns und stand etwa um 1800, also schon zu Napoleons Zeiten. Leider gibt es nur mehr sehr begrenzt Beobachtungsaufzeichnungen zu den Vermessungen, da die Unterlagen den Bomben im 2.Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, es schien sich aber bei dem “Signalgerüst” um eine Pyramide gehandelt zu haben. Und auf dessen Fundament errichtete man vermutlich 1912 den ersten Aussichtsturm auf dem Brotjacklriegl.

Die Pyramide soll übrigens 1839 einem gewaltigen Orkan nicht stand gehalten haben und dramatisch in die Tiefe gestürzt sein…..” zu tausend Trümmern zerschmettert”….Unglaublich und aus heutiger Sicht wahrscheinlich witzig ist die Geschichte, dass der Vorläufer des Aussichtsturms bis 1911 eine Fichte gewesen sein soll, 18,5m hoch. Durch die so gestutzten Äste konnte man angeblich wie auf einer Art Wendeltreppe in die Höhe gelangen, naja, wers mag….

1912 war es aber dann soweit und die Sektion Büchelberg des Waldvereins errichtete einen Turm aus Holz, zum Bau wurden übrigens unverzinsliche Aktien a 5 Mark ausgegeben. Der Turm bestand aus einem offenen hölzernen Gerüst mit vier massiven Holzstämmen an den Kanten, in dessen Innern sich die Treppe zum Erklimmen der 19m befand. Am besten gefiel uns die Aussage, dass einmal 29 Personen und zwei Hunde auf der Plattform standen. Übrigens war der Turm schon 1916 abbezahlt. Um den Verfall durch Witterung und Jahreszeiten entgegen zu wirken, baute man 1925 einen höheren(24,50m) Turm, der dem heutigen weitgehend entspricht. Die Eckpfeiler bestehen seither aus den 4 gleichen Baumstämmen, die ohne Stückelung bis ganz oben reichen. Am Benno-Tag, dem 16.Juni  1925 wurde der neue Turm eröffnet. Ebenfalls schon dabei war das Turmstüberl, genannt …eine Erfrischungszelle…Allerdings gab es eine Menge Schwierigkeiten und HickHack bzgl. Betreiben und Schankerlaubnis. Aber letztlich wurden im Laufe der Jahrzehnte alle Schwierigkeiten beseitigt und es gab eine Reihe von Hüttenwirten und -wirtinnen bis zum heutigen Wirt. Man bekommt noch immer eine gute Brotzeit, Suppe oder Kaffee und Kuchen, ein nettes Gespräch, und eine Aussichtsterrasse am Fuss des Turmes ist 2007 ebenfalls hinzugekommen, wo es sich wunderbar sitzen und relaxen lässt.

Aufgang zum Aussichtsturm

Aufgang zum Aussichtsturm

Von Zeit zu Zeit gibt es übrigens Lesungen, sogenannte Rockaroas vom Prost Sepp aus Regen, der aus seinen Büchern liest. Ausserdem trifft man auf Wanderer auf dem Goldsteig oder dem Fernwanderweg, Gelegenheitsspaziergänger, Wanderer, die seit Jahren kommen, Einheimische und Touristen, also ein buntes Gemisch, das eine gute Zeit im Stüberl oder auch der Terrasse verbringt. Das Innere des Stüberls wurde 1995 komplett renoviert und im Jahre 2000 kam eine neue Schindelfassade hinzu. Der Aufstieg zum Turm ist jederzeit möglich, Erwachsene 1Euro und Kinder 50Cent, gehackelt wurde gestern übrigens auf der Terrasse unter den anwesenden Gästen noch über die Zahl der Stufen, von 112 bis 179 reichte die Spanne, also alle zukünftigen Besucher ……nachzählen!
Wir verraten nix!

Turm Brotjacklriegel

Der hölzerne Aussichtsturm mit Terrasse

Übrigens, die geschichtlichen Daten haben wir aus dem illustrierten Bericht der Sektion Büchelstein des Bay. Waldvereins, den diese zum 100Geburtstag 2012 herausgegeben hat, der sehr ausführlich über die Geschehnisse berichtet.

Neu ist seit 2014 dass das Turmstüberl ganzjährig täglich von 10-18 Uhr geöffnet ist. Somit kann man auch im Winter die tolle Aussicht und eine Stärkung oben am Brotjacklriegel geniessen.

7. Oktober 2014
von Wanderer
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Altes Kartoffelrezept-Zwirl

Seit über 350 Jahren werden in Deutschland Kartoffeln angebaut. Neben den üblichen Kartoffelrezepten wie Salzkartoffeln, Kartoffelknödel oder Kartoffelsuppe hat es in der Oberpfalz aber schon immer mehr und andere Rezepte und Kartoffelvariationen gegeben. Eine solche Vielfalt an alten Kartoffelrezepten habe ich jedenfalls ausserhalb des Bayerischen Wald bisher noch nirgendwo gesehen. Um so überraschter war ich, als ich von den Kursen zu alten Oberpfälzer Kartoffelrezepte mit Christine Klein hörte.

Frische Kartoffelernte

Frische Kartoffelernte

Wir kaufen ab und an in der Klostermühle in Altenmarkt, in der Nähe der Kreisstadt Cham, Käse, Eingemachtes, Gemüse und neulich auch ein Kartoffelbuch ein. Dort sprach ich mit Frau Klein und sie war so nett, uns ein altes Kartoffelrezept zu verraten.  Ich finde es sehr wichtig und auch nötig, dass diese alten Rezepte  weiter  gegeben und damit auch erhalten werden. Für mich ist das ein Stück Kulturgut und erzählt viel über die Region und seine Menschen. Kreative Waidler/Innen eben.

Frau Klein erzählte mir, dass sie immer wieder von Kursteilnehmern erfährt, das dieses und jenes Kartoffelgericht an anderen Orten noch weitere, oft ihr unbekannte, Namen hat. So kommt es, dass der Zwirl auch noch unter einigen anderen Bezeichnungen in der Oberpfalz bekannt ist.

Altes Oberpfälzer Kartoffelgericht:
Zwirl, auch Bröselschmarrn, Gurgelmarterer, Sterz, Bröselbart genannt.
1kg Kartoffeln, gekocht und durchgepresst
Salz, Muskatnuß
cirka 200 g Mehl auf 1 kg Kartoffeln
Kartoffeln mit Mehl und den Gewürzen abbröseln.
Öl in eine Pfanne geben, heiß werden lassen und den Zwirl unter mehrmaligem Wenden goldbraun backen.
Servieren zu Sauerkraut, Apfelmus oder verschiedenen Braten
Als Hauptgericht bzw. Beilage.
Guten Appetit
Dieses Rezept wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Christine Klein, Klostermühle Altenmark/ Cham zur Verfügung gestellt. Frau Klein veranstaltet immer wieder  Kochkurse mit und über Kartoffeln.
  Am 26. November 2014 ( 15-19 Uhr) findet ein Kochkurs mit Christine Klein in der Klostermühle über die VHS Cham zu alten Oberpfälzer Kartoffelgericht statt. Am 14. Januar 2015 gibt es einen weiteren Kartoffelkurs  der VHS Cham.
Mir als ausgemachter Kartoffelfan, bzw. Kartoffelesser gefällt es sehr, dass diese alten Kartoffelgerichte nicht in Vergessenheit geraten und so am Leben oder sozusagen am “Kochen” erhalten werden.
Andere Kartoffelgerichte  aus dem Bayerwald sind z.B. der Riebler oder die Erdäpfelmaultaschen.

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16. September 2014
von Wanderer
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Eröffnung des Kulturhaus Blaibach

Blaibach – das neue Kultur-Highlight im Bayerischen Wald

Kulturhaus Blaibach - Foto Beierle

Kulturhaus Blaibach – Foto Beierle

In Blaibach, im Landkreis Cham ( Oberer Bay. Wald) wurde am Freitag Abend (12.09.14) um 19 Uhr das mit Spannung erwartete und nicht unumstrittene Konzerthaus feierlich eröffnet.

Blaibach, mit etwa 2000 Einwohner eher eine kleine Gemeinde, hat Mut bewiesen und der Bayerische Wald hat ein neues und ganz und gar ungewöhnliches Highlight. Der Bau besteht aus  sogenannten Glasbeton und der wurde auch in der Region gefertigt, nämlich im nahen Viechtach. Dieses Material, bisher noch nicht ausprobiert, soll für die phantastische  Akustik des futuristischen Kubus sorgen, der mitten im Ort aus der Erde ragt. Und wie man am Eröffnungstag, der ausgerechnet mit Haydns “Schöpfung” begangen wurde, erfahren konnte, die hohen Erwartungen bzgl. der Akustik wurden voll erfüllt.  Als Künstler traten unter anderem der Initiator Thomas E. Bauer, die Lofoten Voices, der Tenor Sebastian Kohlhep und die Sopranistin Ilse Eerens auf. Der Saal selbst, der vermutlich grandioses Musikerlebnis bieten wird, man für Traditionalisten eher abschreckend sein, ausser den eng und steil gestellten Eamesstühlen gibt es kaum Einrichtung, aber beeindruckend ist die Gestaltung in jedem Fall. Die nächsten Wochen finden leider noch keine regelmässigen Musikveranstaltung  statt, da man noch kleinere Arbeiten fertig stellen muss und nur für die Eröffnung war der Konzertbau freigegeben.

Blaibach wird sich mit dem neuen Konzerthaus wohl über die Grenzen Bayerns hinaus besten Ruf schaffen. In Bayern ist der ungewöhnliche Bau samt “Inhalt” schon jetzt einzigartig. Anders als mancher Ort im Bayerwald, schafft es meiner Meinung nach Blaibach mit dem Konzerthaus, sich ganzjährig für Gäste und Einheimische attraktiv zu machen. Ein Marketing der besonderen Art. Mir gefällt es sehr gut.

Konzerthaus illuminiert- Foto Beierle

Konzerthaus illuminiert- Foto Beierle

Hier die Bilder der Eröffnungsfeier.

Mit freundlicher Genehmigung von Kulturwald e.V.

 

Mehr Infos zum Programm  finden Sie unter: www.kulturwald.de

Konzerthaus am Tage - Foto Palm

Konzerthaus am Tage – Foto Palm

Der Initiator Thomas E.Bauer - Foto Palm

Der Initiator Thomas E.Bauer – Foto Palm

 

Nachtrag: Dieser Beitrag nimmt nachträglich an der Blogparade, “Mein Kulturtipp für euch” von Tanja Praske teil. Damit möchten wir die Kultur im Bayerischen Wald noch bekannter machen.

Die Feier war natürlich komplett ausverkauft und so hatte ich auch keine Gelegenheit hier teil zu nehmen. Aber ich schaffe das schon noch mal und werde hier dann gleich berichten.

Noch sind einige Arbeiten am Haus nötig und es gibt noch nicht viele Termine. Das wird sich bald ändern und ihr könnt diese dann auch hier nachlesen. Bitte noch etwas Geduld. Großes braucht eben einen Moment länger!

Nächster Termin im Konzerthaus Blaibach: 14. Dezember, 19 Uhr

Lisa Wahlandt & Band lädt zum Christmasjazz ein. Karten und Infos unter www.konzert-haus.de

 

27. August 2014
von Wanderer
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Krumau-Český Krumlov so kommt ihr hin

Entdeckt den Böhmerwald – die mittelalterliche Stadt Krumau ist sehenswert.

Innenstadt-Krumau

Auch mehr als zwanzig Jahre  nach dem Fall des “Eisernen Vorhangs” ist es immer noch nicht selbstverständlich, den Böhmerwald (Tschechische Republik) zu besuchen oder gar als Urlaubsland in Betracht zu ziehen. Spricht man im Bayerischen Wald mit den Menschen und Einheimischen, so merkt man, dass sich ein guter Teil von Ihnen, wenig für ihren Nachbarn interessiert oder für Ausflüge nach “drüben” fährt. Für uns ist das nicht immer verständlich, denn die Besuche in Tschechien sind immer wieder interessant. Wer seinen Urlaub oder einen Ausflug im Bayerischen Wald plant, sollte auf jeden Fall den ein oder anderen Trip über Landesgrenze in sein Programm mit aufnehmen.

Zumal der Böhmerwald und das Gebiet des Nationalpark Sumava direkt an das Gebiet des Bayerischen Wald angrenzt. Eines der lohnenswertesten Ziele ist Krumau.

Schönes Gastroschild

Schönes Hinweisschild in Krumau

Die Altstadt von  Český Krumlov, wie es in der Landessprache heisst, wollten wir uns schon oft anschauen, in diesem Sommer war es jetzt aber so weit. Wir sind bei Philippsreuth in der Nähe von Freyung  über die Grenze gefahren, zur Orientierung haben wir als alte Kartenleser eine ganz normale Straßenkarte genutzt. Von hier sind es etwa 60km nach Krumau.  Eine Straßenkarte ist eigentlich recht praktisch, wenn man sein Reiseziel noch nicht kennt und auch schon mal rechts und links der “Piste” schaut, was es da so alles gibt. Wir sind ja neugierig und haben auch gleich ein paar alte Burgen dazu für einen weiteren Ausflug gefunden. Dazu aber einmal an anderer Stelle mehr. Für die Strecke brauchts übrigens keine Vignette, da man nicht auf der Autobahn fährt.

In Krumau angekommen, kann man sich einfach Richtung Stadtmitte halten und sich nach der Ausschilderung der großen Parkplätzen richten.  In der Stadt gibt es drei große Parkplätze und wir empfehlen auch unbedingt das Leitsystem zu nutzen. Der Parkplatz Nr 1 befindet sich direkt an der vorderen Stelle der Altstadt und an Sommertagen und in den Ferien, so wie bei uns , auch voll ausgebucht. Das dürfte aber kein Problem sein, denn alle großen Parkplätze sind nahe an der Innenstadt und diese ist immer innerhalb 10min zu erreichen.

Krumau-Flussseite

Am Parkplatz gibt es auch Toiletten und einen Parkscheinautomaten. Man kann hier in Kronen und Euro fürs Parken bezahlen!  Nach kurzem Spaziergang durch verwinkelte Gassen steht man auch schon im  Innenhof der Schloßanlage und es sieht wirklich fantastisch aus. Gerade in den engen Gassen wird es zwar in der Sommerreisezeit etwas eng, trotzdem …ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Cafes und Restaurants bieten viele Leckereien und Spezialitäten an Wie z.Bsp. ein interessantes Gebäck namens Tredelnic. Diese Gebäckrolle wurde im 18. Jahrhundert in der Slowakei entwickelt. Da man diese Süssspeise aber in vielen teschechischen Städten sieht, wollten wir es hier mal erwähnen.

Wir haben die Stadt und ihre Eindrücke gut drei Stunden auf uns wirken lassen, zwischendurch Kaffee getrunken und uns entspannt.

Nach unserem Besuch mussten wir uns aber noch dringend eine Flasche Met ( Honigwein) kaufen. Auf unserem Weg nach Krumau sind wir an vielen Häusern vorbei gekommen, die Honig und Met im Hauverkauf anboten. Da wollten wir doch zumindest mal probieren. Köstlich war er, der Honigwein.

Süsses in Krumau - Tredelnic

Süsses in Krumau – Tredelnic

Wir haben noch ein paar Burgen im Böhmerwald besucht, darüber lest ihr dann in Kürze mehr.

17. August 2014
von Wanderer
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Eisvogelsteig

Ein Erlebnis für Kinder – auch bei Regen

Kinder-Abenteuer

Im Tunnel wohnt die Wasserfledermaus

Der Eisvogelsteig ist eine kleine Wanderoute durch den Fluss, warum er eigentlich so heißt, wurde uns bei unseren Besuch zwar nicht klar, denn es gibt dort ja auch Fledermäuse, aber gefallen hat es uns trotzdem. Entschließt man sich, den Steig zu machen,  werden die Teilnehmer mit Watthosen und Klettergurten ausgestattet (5€ Leihgebühr), während des Durchwanderns sichert man sich mit einem Karabiner an einem durchlaufenden Stahlseil. Die Route dauert etwa 30 Minuten und ist für Kinder ganz sicher ein Mordsspass. Neben der Watthose erhält jeder Besucher übrigens auch noch einen Audioguide. der während des Rundganges durch den Fluss die einzelen Stationen genauer erklärt. Wir waren aber vom Feeling sich mit Klettergurt und in der Watthose durchs Wasser zu bewegen, und natürlich auch mal nass zu werden, überhaupt dem ganzen Spaziergang durch Fluss ganz begeistert, so dass der Audioguide für uns nicht so wichtig war und etwas in Vergessenheit geraten ist.

Abenteuerwandern

Sicher an Seilen durch den Fluss wandern

Vor uns und auch nach uns trafen wir Kinder mit ihren Eltern, die sich zu erst recht unsicher in die wasserdichten Hosen zwängten. Erst beim Einstieg isn Wasser löste sich die erste Verspannung sichtlich, vor allem bei den Kindern.

Ab 5 Jahren möglich
Kinder ab 5 Jahren können sich den Eisvogelsteig anschauen. Wobei man sagen muss, dass die Fünfjährigen nicht die komplette Route durchwandern können, da das Wasser an manchen Stellen für die Kleinen einfach zu hoch ist.

Karabinersicherung

So sichert man sich im Fluss beim gehen

 

So kommt ihr hin

Der Eisvogelsteig befindet sich auf dem Gelände des LBV Cham im Ort Nößwartling. Nörwartling liegt neben der Gemeinde Arnschwang im Landkreis Cham. Während der bayerischen Ferien hat die Anlage bereist ab 9 Uhr geöffnet, ansonsten ab 12 Uhr bis 16 Uhr. Das ganze nur von April bis September.

 

Unser kleines Video soll euch Mut machen es auch einmal zu probieren. Uns hat es riesigen Spass gemacht und die Gäste die wir an diesem Tag getroffen haben, waren es ebenfalls.

Was ihr sonst noch beim LBV erleben könnt, hier gehts zum Artikel. Im Nachbarort, Arnschwang waren wir auch schon in den Schrazellöchern. Was das ist, erfahrt ihr in unserem Video.

13. August 2014
von Wanderer
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Abenteuerspielplatz Neuschönau

Spielkrokodil aus Holz

Vorsicht vor dem Krokodil :-)

Wer mit Kindern im Bayerischen Wald unterwegs ist, ist natürlich auch desöfteren auf der Suche nach einem geeigneten Spielplatz für die Kleinen. Ab und zu erhalten wir auch Anfragen unserer Leser, ob wir nicht einen  schönen, vielleicht auch ein bißchen ungewöhnlichen Spielplatz wissen. Deshalb halten wir jetzt verstärkt auf unseren Touren die Augen offen, ob wir nicht was Geeignetes finden. Und gerade erst am letzten Wochenende sind wir auf einen tollen Platz gestossen, zugegeben, mehr aus Zufall.

Landschaftsweiher

Der Badeweiher am Spielplatz – baden auf eigene Gefahr.

Der Naturspielplatz mit Landschaftsweiher ist etwas versteckt im unteren Dorfteil von Neuschönau( am Nationalpark Bayerischer Wald) zu finden. Kombiniert ist der Spielplatz mit dem Landschaftsweiher, in dem man natürlich auch Baden kann und einer Kneippanlage. Deshalb ist der Spielplatz im Sommer besonders begehrt bei Gross und Klein. Es gibt dort auch Toiletten und Umkleideräume in einem Holzhaus. Zwar einfach ausgestattet, aber völlig ausreichend. Baden ist hier auf eigene Gefahr möglich. Für Kinder stehen Weidenhäuschen, eine Steinhöhle, ein grosses Holzkrokodil, ein Baumhaus, ein Baumstammsteg und natürlich eine Schaukel zum Toben bereit. Und natürlich kann man auch eine ganze Menge in der Natur selbst entdecken. Einen guten Teil des Charme des Naturspielplatzes macht die Lage aus, im Ort zwar, aber unter Bäumen, direkt am Weiher und mit wunderbarer Kulisse.

Kneippbad

Die Kneippanlage in Neuschönau

Direkt am Naturweiher steht eine Holzfigurengruppe, bestehend aus einer Bärenfamilie. Sie soll auf die Bedeutung des Bären in der Vergangenheit ( letzter Bär 1833) hinweisen. Jeder Nationalparkort hat sich einem Wildtier verschrieben. In Bayerisch Eisenstein ist es der Luchs, in Grafenau und Neuschönau ist es der Bär. Die bunten Logobären begegnen einen an vielen Stellen in Neuschönau u.a am Bärenpfad. Dieser beginnt etwas oberhalb des Spielplatzes und ist ein Wanderweg, der auch für Kinder geeignet ist. Es gibt 4 verschiedene Routen von 1 km bis zu 4,5 km Länge.

Bärenpfad-Tafel

Die Bären-Maskottchen mit der Karte zum Bärenpfad

Neuschönau ist ein guter Ausgangspunkt für andere Aktivitäten. Der Nationalpark (Tierfreigelände) liegt ja praktisch um die Ecke und ist knapp einen Kilometer entfernt. Ebenso der sehens- und erlebenswerte Baumwipfelpfad.

Die Gemeinde Neuschönau bietet zusätzlich während den Ferienzeiten eigene Kinderprogramme an.

Als Unterkunft und Restaurant in Neuschönau können wir aus eigener Erfahrung den Landgasthof Euler ,und zwar für gutes Essen und zur Übernachtung, empfehlen. Dort wird seit über 100 Jahren Wert auf guten Geschmack gelegt. Wir haben uns dort schon mehrfach mit genussvollen Speisen für unsere Touren gestärkt, oder abends unser “müdes Haupt gebettet”. Mittlerweile gibt es auch einen neu angelegten Terrassengarten abseits der Strasse.

3. August 2014
von Wanderer
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Naturbad Neukirchen bei heilig Blut

Ein schönes, natürliches Badevergnügen im Oberen Bayerischen Wald

Baden auf eigene Gefahr, Kinder unter 8 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen zulässig.

Naturbad Neukirchen bei heilige Blut

Ein Blick über das Naturbad in Neukirchen

Ein Naturbad mitten in toller Landschaft und mit Blick auf den Hohen Bogen, das entstand 2013  in Neukirchen b. Heilig Blut. Das Projekt wurde durch Fördermittel der EU unterstützt.  Neukirchen liegt im oberen Bayerischen Wald zwischen Bad Kötzting und Furth im Wald. Bei herrlichen 28 Grad war es jetzt mal an der Zeit, uns dieses Freibad, dass mit einer Pflanzenkläranlage bestückt ist, genauer an zu schauen.

Pflanzenkläranlage

Viele verschiedene Gräser und Schilfe sorgen für sauberes Wasser

Das Bad ist bei guter Witterung von ca.8 Uhr bis zur Dämmerung ( spätestens 21 Uhr) geöffnet, der Eintritt ist frei und es gibt keine Schwimmaufsicht oder Bademeister. Das System mit der Pflanzenkläranlage hat uns schon immer begeistert. Ganz ohne Chemikalien eine so große Wassermenge sauber zu halten ist keine leichte Aufgabe. Die Wasserqualität wird täglich kontrolliert.

So bleibt das Wasser lange sauber

Man sollte vor dem Baden in den Duschräumen duschen und dabei ein leichtes Duschbad verwenden. Die Stege und den Aussenweg darf man nur barfuss betreten. Wenn man dann noch eine wasserfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet, steht dem Badetag im Naturbad nichts mehr im Wege.

Holzsteg am Naturbad

Der Holzsteg zum Schwimmerbereich

Kiosk, Kleinkindbereich und Nichtschwimmer
Für jeden ist hier etwas zum abkühlen, ob Kleinkind oder Erwachsenen. Am Kiosk gibt es kühle Getränke, Kaffe und Kuchen. Dort befindet sich auch der Sonnenschirm und Liegenverleih (2€ + 10€ Pfand)
Der Nichtschwimmerbereich ist durch einen Holzsteg vom Schwimmerbereich getrennt. Die Schwimmer haben hier 4 Bahnen a 28 Meter zur Verfügung. Das Ganze bei einer maximalen Wassertiefe von 2,20 Meter. Neben dem “Becken” gibt es auch noch eine kleine Spielanlage für Kinder.

Bade-Kiosk

Der Kiosk sorgt für die Versorgung der Badegäste

Uns gefällt die Anlage auf Anhieb sehr gut. Alles wirkt sehr harmonisch, ruhig und erholsam. Ganz zu schweigen von einem wirklich fantastischen Blick auf die umliegende Landschaft.

Man erreicht das Naturbad entweder, indem man auf der Hauptstrasse durch den Ort Neukirchen den kleinen Berg hinunter fährt und dann gleich bei dem kleinen Brücklein nach links/bzw.rechts abbiegt und bei der nächsten Möglichkeit dann gleich wieder nach links(Es ist auch gut ausgeschildert), dann hat man schon den Parkplatz erreicht. Auf einer kleinen Anhöhe kann man schon das Naturbad sehen, der Fussweg dauert etwa 10min durch die Wiesen. Eine zweite Möglichkeit ist die Anfahrt beim Gewerbegebiet des Nachbarmarktes Eschlkam, dort fährt man etwa 100m Richtung Bad Kötzting, dann nimmt man aber gleich die Abzweigung schräg links nach Unterfaustern fahrt. Kurz vor Neukirchen gehts dann nach links zum Naturbad, ausgeschildert. Dieser Parkplatz liegt hier ganz nahe am Bad, ca. 30m unterhalb.

Die Baderegeln können hier nachgelesen werden

 

Auch interessant, der Klangweg in Neukirchen.

10. Juli 2014
von Wanderer
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Museum Finsterau

Von Freyung in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau

Freilichtmusum Finsterau

Im Museumsdorf Finsterau. Kräuterey mit Dorf-Backofen

Kürzlich haben wir das Freilichtmuseum Finsterau, im Unteren Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze, besucht. Es gibt übrigens noch ein weiteres Freilichtmuseum im Bayerwald, nämlich in Massing Richtung Passau. Es ist  sozusagen das Partnermuseum. Der Name Finsterau klingt sehr ungewöhnlich, wenn auch etwas düster. Einerseits trifft das zu, wie wir bei unserem Besuch teilweise erfahren haben, nämlich wenn das Wetter sich blitzartig dem Namen anpasst, böig, wind, kalt und neblig, was wahrscheinlich der Höhe geschuldet ist, andererseits  auch wieder nicht, nämlich, wenn die Sonne lacht.

Der Ort Finsterau  liegt bei Mauth auf etwa 1000 Metern Höhe und in direkter Nachbarschaft zum zweithöchsten und geheimnisvollsten Berg des Bayerischen Waldes, dem Lusen. Das ist da, wo der Teufel angeblich mit Brot um sich geworfen hat, das dann zu Stein wurde, jedenfalls laut Sagen. Von Freyung aus  fährt man in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau, direkt an die tcheschische Grenze. Das Museumsdorf ist im Ort und auch so recht gut ausgeschildert. Es liegt gut 1,5 km ausserhalb von Finsterau.

Das Museumsdorf wurde 1980 errichtet und beherbergt Gebäude aus den vergangenen Jahrhunderten des Bayerwalds. Museumsdörfer oder Bauernmuseen sind jetzt nicht so meine Favoriten, da wir aber sowieso in der Nähe waren wollten wir uns das Dorf nicht entgehen lassen.

Die etwa 10 Hauptgebäude sind auf der Fläche so verteilt, wie  man sich das in einem etwas weitläufigerem Bauerndorf vorstellt. Die Häuser wurden größtenteils vor dem Verfall oder Abriss gerettet und manche sehr aufwändig Stein für Stein abgebaut und dort wieder aufgebaut. Die Arbeit hat sich aber gelohnt und man kann heute alte Bauern- und Wirtschaftsgebäude, sogenannte Sachl und Ställe, sowie die Geschichte ihrer Besitzer nach erleben. Manches ist komplett unverändert, mit den Kleidern und Geschirr der ehemaligen Bewohner. Die Schautafeln an den Häusern informieren anschaulich über das doch recht ärmliche Leben der Landbevölkerung im “Woid”.

Kapelle aus Holz

Die Holzkapelle im Freilichtmuseum Finsterau

Folgende Gebäude findet man im Freilichtmuseum Finsterau vor:

Die Dorfschmiede

Die Ehrn

Das Salettl

Der Kapplhof

Das Sachl

Der Tanzerhof

Der Petzihof

Das Schanzer Häusl

Die Hirschkopfhütte

Die Holzkapelle

Wenn man das Dorf in aller Ruhe durchspaziert und sich alles ansieht, sollte man etwa 2Stunden veranschlagen, mit Pausen und anderen Aufenthalten natürlich länger.

Im Museumsgebäude selbst, in dem sich Kasse und Information befindet, gibt es ein Cafe und Toiletten, bei schönen Wetter kann man sich auch in den gestalteten Innenhof setzen. Außerdem werden regelmässig Führungen und Kurse angeboten.

Das Museum betreibt auch eine eigene, kleine Produktion von Naturprodukten wie Löwenzahnmarmelade, Apfel-Vogelbeere-Marmelade,Kräuterschnäpse und vieles mehr. Diese werden im Museumsshop und dem dazugehörigen Onlineshop verkauft.

Die Öffnungszeiten des Freilichtmuseum Finsterau ( und Anfahrt) findet ihr hier.

Obwohl, wie oben schon erwähnt skeptisch, hat uns das Museumsdorf Finsterau doch sehr gut gefallen, interessant fanden wir vor allem die Holzkapelle und “Das Sachl” ( = kleine Habe)

Kleinst Bauernhaus

Hinweistafel mit Grundriss des Kleinbauernhauses “Sachl” genannt.

Wir haben uns das Dorf ohne Führung angeschaut.

Es gibt aber auch Aktionstage bei denen Brot gebacken, Butter gemacht oder Wäsche nach alter Tradition gewaschen wird. Diese Tage sind natürlich besonders für Kinder interessant und spannend. Das Programm kann man auf der Homepage des Dorfes  einsehen.

 

Ausflugsziele in der Nähe sind das Nationalparkinfozentrum, Baumwipfelpfad, Neuschönau, Lusenwanderwege(bitte vorher gut informieren) und der sehr nahe gelegene tschechische Ort Kvilda und Außergefild.

 

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