Ausflugsziele und Tipps für den Bayerischen Wald

Anregungen und Ideen zu Tagesausflügen in den Bayerischen Wald

14. Dezember 2014
von Wanderer
2 Kommentare

Wo kann ich eine Rauhnachtfeier live erleben?

Diese Rauhnachtsfeiern im Bayerischen Wald  könnt ihr besuchen

Als ich die Einladung zum Vortrag über die Rauhnächte von Josef Probst ( Buchautor und Heimatforscher aus Regen) bekam, musste ich unbedingt zusagen. Denn schon seit geraumer Zeit wollte ich Details zu den Rauhnächten und  zu deren Hintergründe erfahren.

Josef Probst beim Vortrag über die Rauhnächte in Regen

…. Josef Probst beim Vortrag über die Rauhnächte in Regen

Im Vortrag vom Probst Sepp, war dann zu erfahren, dass die  Rauhnächte schon in der Nacht ab dem 24.Dezember  ab 18 Uhr beginnen und bis zum 06. Januar andauern. Es sind 12 Rauhnächte in der Zeit “zwischen den Jahren”. Man nennt sie auch ” Losnächte”  Der Begriff Los komt wohl vom Wort lousen also hören. Denn in den Losnächten oder auch Lousnächten können Mensch u.U. mit den Tieren im Stall sprechen. Wer aber diese Fähigkeit besitzt, wird, so die Sage, im nächsten Jahr sterben.

In der gesamten Zeit der Rauhnächte sollte man sich in Acht nehmen vor den Waldgeistern, Hexen und Fabelwesen. Hauptsächlich folgende zwielichtige Gestalten sind dann zu Gange….

 …..die Drud

Die Drud kann Mensch und Tier befallen. Der befallene Mensch kann sich im Bett nicht mehr bewegen und ist fast ganz gelähmt. Denn die  Drud saugt Energie aus Mensch und Tier. Ein Gegenmittel wäre das Drudenmesser, dass man unters Kopfkissen von Neugeborenen legt. Auch ein Drudenstern oder ein Drudenkeuz, an die Wand gemalt, soll die Heimsuchung fernhalten. Es gibt auch Abwehrsprüche, die sehr clever sind. So stellt man der Drud z.B. die Aufgabe alle Bäume im Wald zu zählen, eh sie wieder erscheinen darf.

….die weiße Frau

Fabelwesen weisse Frau

Die weisse Frau wartet am Strassenrand…

Sie wird als eine Erscheinung am Strassenrand erwähnt, sie soll eine unruhige Seele sein, die einst auf der Straße zu Tode kam. Seither sucht sie den Unfallverursacher und wartet deshalb am Straßenrand auf die Autofahrer. Viele scheinen die Frau schon auf dem Rücksitz gesehen zu haben. Nicht selten verursachte der Fahrer deshalb einen Unfall, weil er sich zu Tode erschrocken hat, logisch. Wie das mit Sagenfiguren so ist gibt es eine gute und eine böse Version. Der guten, weißen Frau sagt man nach, dass sie die Menschen vor einer unfallträchtigen Straßenkreuzung warnen möchte. Die Version der bösen weißen Frau klingt genau anders herum. Die böse weiße Frau soll einst selbst Opfer eines Autofahrers geworden sein und möchte sich jetzt an diesem rächen. Auf ihrer Suche nach dem bösen Autofahrer macht sie dann aber auch nicht Halt vor Unschuldigen.

Die Kirchen haben die Version der bösen Geister wohl oft dazu benutzt, um zu verdeutlichen, dass es nur eine einzige Institution geben kann, die Gutes vermag. Damit wollte man wohl den Geisterglauben im Woid in Schach halten und die Menschen sollten sich auf die Kirche verlassen und nicht auf irgend welche Sagenfiguren oder Geister. Aus heutiger Sicht kann man nicht unbedingt sagen, dass dies von Erfolg gekrönt war.

Schwarzer Geisterhund

Geisterhund

Der schwarze Geisterhund mit leuchtend roten Augen

Die Sagengestalt des Geisterhundes wurde schon von den Säumern( erste Transporteure per Pferd) beschrieben. Der Hund ist viel größer als ein normaler Hund, komplett schwarz und besitzt glühende Augen. Was hat es mit dem Hund auf sich? Manche glauben, der Geisterhund verkörpert den Teufel. Andere wiederum sagen dem Hund nach, dass er den Tod ankündigt, wer ihn sieht, wird bald sterben.

Mir persönlich gefällt diese Version am besten. Die Geisterhunde (arme Seelen) sollen vom Teufel verflucht worden sein einen Schatz zu bewachen. Der Schatz befindet sich in einer Truhe, einer Felsspalte oder unterirdischen Gängen. Menschen, die gezielt nach dem Schatz gesucht haben, wurden vom Geisterhund geholt.  Andere Menschen, die ohne Furcht dem schwarzen Hund begegnet sind und ihn streichelten, haben so die arme Seele, die im Hund gefangen ist, erlöst. Die Schatzjäger sollten aber auf jedenfall einen geweihten Rosenkranz bei sich tragen. Nur für alle Fälle, man weiß ja nie wer einem so im Wald begegnet. Der Geisterhund soll wohl eher Menschen in Angst versetzten, nicht verletzten. So sind auch noch keine Berichte bekannt, dass ein Mensch zu Schaden kam.

Aber auch dieser Geist verliert bei Tagesanbruch seine Kraft und verschwindet dann wieder.

Nebelgeister/ Nebelfrauen

Die Nebelgeister erscheinen fast immer mit dem beginnenden Novembernebel. Sie sind durchsichtige, schleierhafte Wesen. Man sagt den Nebelgeistern oder Nebelfrauen nach, dass sie Menschen von den Dörfern weg locken und auf Abwege, ins Moor oder Wasser führen.

Die Nebelgeister trifft man ab Ende Dezember....

Die Nebelgeister trifft man ab Ende Dezember….

Buckelgeister/ Aufsitzer

Ehrlich gesagt hatte ich bis zum Vortrag von Josef Probst noch nie von diesen Geistern gehört, Deshalb musste ich gleich genauer nachfragen. Der Aufsitzer oder Buckelgeist wird als schwarzer Geißbock oder schwarzer Hund beschrieben. Diese Geister , so erzählt man sich, befallen den Menschen an bestimmten Stellen. Sie springen auf den Rücken und man kann den Buckelgeist nicht abschütteln und muss ihn mittragen. Nach einer gewissen Zeit springt der Aufsitzergeist dann wieder herunter. Oft steht an dieser Stelle ein Wegkreuz oder eine Kapelle. Natürlich ist aber spätestens beim Taganläuten Schluss mit dem Buckelgeist.

Irrlichter

Irrlichter sind kleine Lichter, die man im Wald, im Moor oder auf der Wiese sehen kann. Irrlichter sollen arme Seelen sein, die erlöst werden wollen. In Wäldern und Mooren wurden immer wieder Menschen getötet,deren Seelen auf die Erlösung warten. Sie fliegen von November bis zum Frühjahr durch die Luft. Es soll sogar einen Priester gegeben haben, der die Irrlichter in seinem Kirchenbuch beschrieben hat. Und wie es bei allen Geistern ist, es gibt gute und schlechte Irrlichter. Die guten Irrlichter zeigen den Menschen den Weg aus  z.B. dem dunklen Wald. Die schlechten Irrlichter leiten Menschen tief hinein ins Moor oder ins Wasser.

Die bluadige (blutige) Luzia

Die blutige Luzia wird als ein Schreckensgeist beschrieben, der Kindern in den Rauhnächten auflauert und ihnen den Bauch mit ihrer Sense aufschneidet und mit Steinen füllt. Viele Generationen an Großeltern haben ihre Enkel mit Geschichten über die Bluadige Luzie erschreckt.

Es gibt natürlich noch eine ganze Reihe andere Geister, Hexen ( z.B. Osserhexen) und Sagengestalten ( z.B. die Howagoaß) je nach Region oder Ortschaft. Ich habe hier nur mal die wichtigsten oder besser gesagt die bekanntesten aufgezeigt.

Warum eigentlich Rauhnachtsumzüge?

Man vermutet, dass man mit den grausigen Masken und Verkleidungen bei einem Rauhnachtsumzug die andern Geister und Dämonen täuschen kann. Fliegen die Waldgeister über ein Dorf und sehen wilde Gestalten dort wirken, so fliegen sie weiter und suchen sich einen anderen Ort an dem sie Platz für ihr eigenes Geistertreiben finden. Wer also ein Rauhnachtstreiben besucht, kann sich in der Rauhnacht sicher vor den “wahren Geistern” fühlen.

Die wilde Jagd ( das Nachtgloit) ist eine besondere Form der Rauhnachtsumzüge. Dabei zieht eine wilde Gruppe, der Sage nach,Wotan und sein Gefolge, durchs Land. Wer ihnen begegnet kann nicht entweichen und wird mit geschleppt. Nur wer es schafft sich rechtzeitig auf den Boden zu werfen und Hände und Füße zu kreuzen, kann verschont werden. Ansonsten wird der Mensch vom Nachtgloit mit durch Büsche und Bäume gezogen.

Die Traditon der Rauhnächte stammt wahrscheinlich von den Germanen. Diese haben in der Nacht geräuchert und Dankgebete zu den Göttern gesprochen. Rauchnacht – Rauhnacht, so könnte der Begriff der Rauhnacht entstanden sein.

Auch das Wolfsauslassen geht zurück auf die Germanen. Zur Wintersonnenwende versuchten die German den Fenris, den Götterwolf mit lautem Schlagen auf Schilder und Metall zu vertreiben. Die Germanen glaubten, der Götterwolf könnte in der kürztesten Nacht die Sonne verschlingen, so das die Welt untergeht. Die katholische Kirche hat diesen Brauch dann verboten. Daraus wurde dann ein Hirtenbrauch, bei dem die Hirten von Bauer zu Bauer zogen, um ihren Lohn zu fordern.

Heute wird an Martini ( 11. November) an manchen Orten im Bayerischen Wald noch der Brauch des Wolfsauslassen gepflegt. Dabei hängen sich Burschen eine große Glocke um und ziehen so mit lautem Geläut von draussen in die Ortschaft.

Hier ein kleiner Videofilm von der Rauhnachtsfeier in Lam.

Rauhnachtsgeister

Wilde Gesellen bei der Rauhnachtsfeier

Weitere Rauhnächte unterm Jahr sind:

30.April -01. Mai Waldpurgisnacht

01.-02. November Allerheiligen-Allerseelennacht

06. Dezember Nikolausnacht

13.Dezember Luzianacht, die Lichtkönigin

 

Ausflugstipps für Rauhnachtsfeiern:

27.12.14 Rauhnachtsfeier in Englshütt/ Lam am Dorfanger

27.12.14 Zenting, Koishüttler Lousnachtsgeister am Rathausplatz

28.12.14 Rauhnacht in St. Englmar

05. Januar 2015 Rauhnachtstreiben in Neuschönau

05.Januar 2015 Rauhnacht Altreichenau

05. Januar 2015 Rauhnachtsfeier in Waldkirchen

Dieser Artikel entstand nach dem Vortrag von Josef Probst, Heimatforscher in Regen. Vielen Dank für die Informationen und Auskünfte rund um die Rauhnächte.

 

Eines von 4 Büchern zu Sagen ( Rezepte und mehr) im Bayerischen Wald von Josef Probst.

27. November 2014
von Wanderer
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Alte Kartoffelgerichte aus der Oberpfalz

Vergessene Kartoffelgerichte wieder neu entdeckt – von herzhaft bis süss

Neu entdeckt -so habe ich es erlebt, als ich gestern den Kochkurs in der Klostermühle Altenmarkt in Cham besuchte. Meiner Meinung nach hat keine Region in Deutschland eine so große Auswahl an Kartoffelgerichten zu bieten wie die Oberpfalz.

Der Grundteig fast aller Kartoffelgerichte besteht aus gekochten Kartoffeln, Salz, Muskat und Mehl. Variiert wird der Teig dann noch ab und an mit Eiern. Für die einzelnen Gerichte gibt es viele verschiedene Namen , die je nach Region sehr unterschiedlich sind.

Hier die Fotos zu einer Auswahl Kartoffelmahlzeiten die wir gestern in lustiger Gruppe zubereitet haben. Guten Appetit.

Schlosserbuam

 

Schlosserbuam

Schlosserbuam

 

Zwirl ( Riebler,Sterz, Bröislboat, Henna-Gschoara)

Das Rezept für den Zwirl findet ihr hier.

 

Der universelle Zwirl oder auch Rieber genannt

Der universelle Zwirl oder auch Rieber genannt – mit Apfelmus, früher mit saurer Milch oder mit Rübenkraut

 

Oberpfälzer Blechgrumbeeren (Blechkartoffeln )

 

Oberpfälzer Blechgrumbeeren- mit rohen Kartoffeln

Oberpfälzer Blechgrumbeeren-aus rohen Kartoffeln

Erdäpfel-Blattln

 

Erdäpfel-Blattln

Erdäpfel-Blattln

Fleischloses Goaßbratl ( Kartoffelauflauf)

 

Fleischloses Goaßbratl ( Kartoffelauflauf) bevor er in den Ofen kommt

Fleischloses Goaßbratl ( Kartoffelauflauf) bevor er in den Ofen kommt

Hackstöckl

 

Hackstöckl- herzhaft mit Lauch

Hackstöckl- herzhaft mit Lauch und Sauerrahm-sehr gut

Kartoffelmaultaschen mit Zwetschegn oder Äpfeln(

 

Kartoffelmaultaschen-süss, mit Zwetschgen oder Äpfeln

Kartoffelmaultaschen-süss, mit Zwetschgen oder Äpfeln- ein Genuss

Fingernudeln ( Bruckbaam, Bauchstechala, Schoppala, Draahdewichspfeifala, Boumszipfala)

 

Fingernudeln - als Beilage oder süss mit Mohn und Vanillesoße

Fingernudeln – als Beilage oder süss mit Mohn und Vanillesoße

Kartoffel-Lebkuchen

 

Kartoffel-Lebkuchen

Kartoffel-Lebkuchen  ein Gedicht

Wer sich für die Gerichte interessiert, kann einen Kochkurs ( über VHS Cham) in der Klostermühle besuchen. Oder ihr besorgt euch z.B. das Buch ” Erdäpfl a so a Freid” vom Buch und Kunstverlag Oberpfalz.

Online könnt ihr das Buch auch beim Weltbild Verlag bestellen. Vielen Dank Iris für den Hinweis.Erdäpfl a so a Freid

Ab 7 Personen könnt ihr die Kochkurs aber auch gesondert buchen.

Kontakt: Klostermühle Altenmarkt

Telefon: Telefon : 09971 – 760871

 

1. November 2014
von Wanderer
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Neue keltische Opferschale entdeckt

Gastartikel von Josef Probst
Im Bayerischen Wald am Teufelstisch entdeckte Josef Probst und Johannes Vogt eine keltische Opferschale

Keltenschale

Eine in den Fels gehauene Opferschale, Foto: Josef Probst

Keltische Opferschale auf dem Teufelstisch entdeckt
Die Wanderfreunde Regen machten am 03.09.14 eine Wanderung auf den Teufelstisch, wo Probst Sepp und Vogt Johannes aus Regen, eine Keltenschale entdeckten. Eine keltische Opferschale ist eine künstlich angelegte Vertiefung in einem Stein, wo die Kelten ihren Göttern, ihre Opfergaben darbrachten. Die Schale ist sehr schön, fast gleichmäßige rund geschliffen, so wie man sie nur selten findet, sie hat einen Durchmesser von 18 auf 19 Zentimeter und ist 5 Zentimeter tief. Die Kelten waren von etwa 800 – 150 vor Christus im bayerisch / böhmischen Raum angesiedelt. Erst um Christi Geburt wanderten die Germanen, in unser Gebiet ein und vertrieben die Kelten nach Westen. Die keltischen Kerngebiete, der damaligen Zeit, waren von Augsburg bis nach Böhmen, wo der Bayerische Wald in der Mitte lag. Eine große keltische Besiedlung des Bayerischen Wald war aber unwahrscheinlich. Der Bayerische Wald war laut Keltenforschern ein sakraler Ort für die Kelten, mit vielen heiligen Plätzen, die von der Donauebene aus mit Wallfahrten besucht wurden. Auch Wege mussten damals schon durch den Bayerischen Wald gehen, da im böhmischen Siedlungsraum keine Salzvorkommen waren und die Menschen mit Salz aus dem bayerischen Raum versorgt werden mussten, so ist es denkbar, dass der sogenannte Böhmweg viel älter als 1000 Jahre ist. Es muss dann auch befestigte Burgställe gegeben haben, wo die Händler geschützt übernachten und sich verpflegen konnten. Bis jetzt waren im Landkreis Regen nur Keltenschalen im Viechtacher Raum entdeckt worden. Der mittlere Bayerische Wald, ist bis jetzt, in dieser Hinsicht noch unerforscht. In Viechtach sind sogenannte Keltenschalen vorhanden, deren Entstehung auf 3000 vor Christus datiert werden (Keltenstein in Igleinsberg). Sogenannt deshalb, weil die Kelten erst frühestens 800 vor Christus in unseren Raum kamen. Wer erbaute dann diese Opferschalen, die dann von den Kelten und später von den Germanen übernommen wurden?
Der Arber galt als heiliger Berg der Kelten, wo ihre oberste Göttin ihren Sitz hatte, von der Keltenschale am Teufelstisch, hat man freien Blick auf den Arber. Unter der Schale ist ein tiefer Abgrund, die Bäume die darunter wachsen, erreichen nicht die Größe um die Aussicht zu verdecken, so hatte man damals schon den gleichen Aussichtspunkt wie heute. Ob dies ein Zufall ist oder die Opferschale bewusst deswegen dort angelegt wurde, wird man nie mehr mit Sicherheit sagen können. Die Steinformationen auf dem Teufelstisch haben die Erbauer sicher damals genau so beeindruckt, wie sie uns heute noch beeindrucken. Vielleicht war auch dies ein Grund um diese Opferschale an einen solchen besonderen Ort zu errichten.
Der Name des Berges Teufelstisch bei Bischofsmais, leitet sich von einer alten Sage ab. Einmal wollte der Teufel auf diesem Berg zu Mittag essen, er schichtete sich Steine auf einander um sich einen Tisch zu machen. Genau in diesem Augenblick läutete der Mönch Hermann das erste mal die Glocke, von seiner errichteten Zelle. Aus lauter Wut und das Glockengeläute nicht aushaltend, fuhr der Teufel scheltend zurück in die Hölle. Die Überreste des Tisches kann man heute noch sehen, deswegen der Berg Teufelstisch genannt wurde. Gibt man aber den Namen Teufelstisch ins Internet ein, erscheinen viele Orte die den gleichen Namen tragen und alle haben etwas gemeinsam, sie sind übersät mit Opferschalen oder keltischen Sakralsteinen. Als die christlichen Missionare damals sahen, dass an bestimmten Orten die Heiden ihren Götter Opfer darbrachten, verschrien sie diese Orte als Teufelstische, also als Gabentische für den Teufel (heidnische Gottheiten). So ist der Name des Berges Teufelstisch wahrscheinlich auf die gleiche Art entstanden und erst später kam die heutzutage bekannte Sage dazu.
Opfer der Kelten waren unter anderem Sachopfer, Lebensmittel wie Obst und Gemüse aber auch Blutopfer, wo Tiere und sogar Menschen den Göttern geopfert wurde.

Auch interessant:

Der Wackelstein

Das steinerne Kirchlein

Der Bayerische Pfahl

1. November 2014
von Wanderer
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Hintergründe zu den Natotürmen -Interview

Vor Kurzem hat die Aussichtplattform am Haupturm auf dem Hohenbogen eröffnet ( heuer nur noch bis 02.11.14 zu besichtigen). Da die Türme schon immer irgendwie geheimnisumwittert waren(militärisches Sperrgebiet), man nicht genau wusste, wie und was und Fragen dazu während der Zeit des Kalten Kriegs nie beantwortet wurden, haben wir jetzt die Gelegenheit ergriffen und  angefragt, was es den so auf sich hat diesen ganzen Gerüchten. Deshalb führten wir gestern ein Interview mit Florian Meier, Vorsitzender des Vereins, sektor.f.

 

Plan Natoanlage

Übersichtsplan der Anlage am Hohenbogen

AZBW: Herr Meier, was hat es mit dem Verein sektor.f auf sich und welche Ziele verfolgt er?

Meier: Der Verein wurde 2012 gegründet und das grob gefasste Ziel ist unser Slogan “Dein Blick auf Europa”, also den europäischen Gedanken des Miteinanders und nicht Gegeneinanders mehr in den Alltag der Menschen zu bringen. Politsche Bildung ist für uns ein wichtiges Stichwort. Geplant wäre, in den, jetzt noch unrenovierten, Räumen des Turmes für Interessierte(Schulklassen, Vereine, ……)die Möglichkeit zu schaffen, mehr über  eigentlich und hoffentlich  vergangene Zeit des Kalten Krieges zu erfahren und dabei die Entwicklung weg von solchen Rivalitäten, die auch Menschenleben gekostet und viel Unglück über die Leute gebracht haben, auf zu zeigen.

 

AZBW: Wem gehört das Gelände und die Türme?

Meier: Das gesamte Gelände ist im Besitz einer privaten GmbH und wird auch von dieser verwaltet und betrieben.

 

AZBW: Wie entstand die Idee zur Aussichtsplattform?

Meier: Wir haben uns natürlich überlegt, wie kann man dieses ungewöhnliche Gelände mit den Bauten nutzen. Es wurden alle möglichen Vorschläge gemacht und am Ende entschieden wir uns für eine Idee, die relativ zügig umgesetzt werden konnte(Bauzeit 1Jahr), die finanziell einigermassen zu stemmen ist, bei der wir aber vor allem  sehen können, ob Interesse von seiten der Menschen an diesem Bauwerk besteht

 

AZBW: Gab es Förderungen finanzieller Art?

Meier: Es gab für die Plattform keinerlei staatliche oder touristische finanzielle Hilfen oder Förderungen. Die üblichen Fördermittel der Wirtschaft für Betriebe und Firmen wurden ausgeschöpft.

 

AZBW: Gibt es Inventarlisten, Aufzeichnungen und Baupläne zu den Türmen?

Da der Hauptturm vom Militär, hier der Bundeswehr, betrieben wurde, gibt es natürlich eine große Anzahl von akribisch geführten Unterlagen, Plänen, Vermerken, so dass wir uns auf eine Fülle von Informationen stützen können. Selbst der Abriss und dessen Kosten  wurden bereits im Vorfeld geplant und ausführlich dargestellt.

AZBW: Aus welchen Material wurden die Türme denn errichtet?

Meier: Das gesamte Bauwerk ist aus Stahlbeton, im Innern des Hauptturms sind bis zur Plattform acht Etagen untergebracht. Außerdem gibts ein rundes Treppenhaus mit einer Wendeltreppe, einen noch aktiven Aufzug und Fluchtrutsche über die gesamten 8 Stockwerke.

Wendeltreppe Fluchtrutsche

Blick ins Treppenhaus mit Fluchtrutsche im Inneren des Hauptturms.

Büros Natoturm

Ehemalige Büros im 4.Stock des Hauptturmes am Hohenbogen

AZBW: Was befindet sich im zweiten Turm, auch Babyturm genannt?

Meier: Dieser Turm ist sehr viel einfacher gestaltet, es gibt keine ausgebauten Stockwerke. Er wurde nur als Antennenträger genutzt. Im Innern ist dieser kleinere Turm hohl und es führt nur eine Art einfacher Steigleiter nach oben.

AZBW: Gab es denn militärische Vorfälle irgendeiner Art?

Meier: Hier ist uns nichts bekannt, ausser der Spionagefall Tutter.

Anmerkung Ausflugsziele Bay. Wald:   Was nichts besagen muss. Ein Vorfall, der Aufsehen erregte, war die Aufdeckung des Spionagefalles  des ehemaligen SS-Mitglieds Tutter aus Kötzting, der für die Seite des Warschauer Paktes spionierte und wegen seiner Sprachkenntnisse als Zivilangestellter im Turm am Hohen Bogen arbeitete.  ( Artikel  zu Tutter auf Wikipedia)

 

AZBW: Was hat es mit dem Bunker auf sich?

Meier: Es handelt sich hierbei nur um einen kleinen Atomschutzbunker. Er war gedacht für etwa 50 Personen, die im Ernstfall hier für einige Zeit Schutz finden konnten. Für Zivilpersonen war diese Schutzmassnahme nicht errichtet worden, nur für Militärpersonal. Die Bunkeranlage ist wegen Sicherheitsbestimmungen, Feuerschutz und ähnl.  nicht öffentlich zugänglich.

Telefonzentrale

Die Telefonzentrale im Atomschutzbunker Hohenbogen

Pritschen

Schlafprischen im Ruheraum des Bunkers

AZBW: Wie sehen die Planungen über weitergehende zukünftige Nutzung aus?

Meier:  Unser zukünftiges Ziel ist es, mit der regionalen sowie überregionalen politischen Ebene in Kontakt zu kommen, um diesem, für die politische Bildung wichtigem Thema,  Kalter Krieg bzw.  Europagedanke Gewicht zu verleihen und die Orte der Geschichte wie den Atonschutzbunker oder die Räume im Turm für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Man sollte  versuchen, für Interessierte(Schulklassen, Vereine, ….) direkt an den Orten, wo sich die zwei Blöcke Ost und West belauert, ausspioniert und mißtraut haben, anschaulich darzustellen, dass an eben dieser Stelle  Ost und West auch friedlich und konstruktiv miteinander leben und sich begegnen können. Für den Förderverein “Sektor F” ist dies eine der Hauptaufgaben in nächster Zeit, Fördermitglieder sind deshalb sehr willkommen.

 

Turm im Nebel

Geheimnisvolle Türme….

 

Anmerkung des Autors: Der Verein “Sektor F” ist nicht zu verwechseln mit dem Verein der Ehemaligen des Hohen Bogens.

 

 

 

19. Oktober 2014
von Wanderer
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Aussichtsplattform Natoturm Hohenbogen

Der Samstag Mitte Oktober war für uns der perfekte Tag, um die neu eröffnete Aussichtsplattform am Hohenbogen zu besuchen. Seit 7. Oktober bis Ende Oktober ist diese jeweils  Freitag-Sonntag von 10-16 Uhr für Besucher zu geöffnet. Voraussichtlich endet diese heuer naturgemäss kurze Saison Ende Oktober, mit der Option bis Allerheiligen. Man kann sich aber jederzeit noch aktuell informieren, siehe weiterer Text.

Naturm-Aussicht

Der ehemalige Nato-Horchposten mit der neuen Außentreppe

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um zum Schwarzriegel, so heißt der Gipfel des Hohenbogens auf dem die Türme stehen, zu gelangen. Wir fahren diesmal  zur Hohenbogenbahn und mit dem Sessellift geht es zur Bergstation. Von dort sind es etwa 15 Minuten zu Fuß und man steht vor den ehemlaigen Natotürmen. Im kalten Krieg wurden die Horchposten von Deutschen, Amerikanern und Franzosen zur Abhör- und Beobachtungszwecken gegen “Osten” genutzt.

Etwas verwirrend ist der Eingang gestaltet. Man muss hier zuerst seine Postleitzahl ( wenn man die richtige angeben möchte) eintippen und kann dann durch das Drehkreuz weiter gehen über das Gelände zum Turm.  Nach 50 Metern kommt man zum kleinen Biergarten mit Kiosk. Dort gibts Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke. Hier bezahlen wir auch unseren Eintritt (6€)und können gleich den Aufstieg zur Aussichtplattform starten. Es sind ca. 300 Stufen und 50 Höhenmeter zu bewältigen.

Plattform

Die Plattform mißt 25 Meter im Durchmesser

Die sind aber, anders als erwartet, nicht ganz so anstrengend, eher etwas kurzweilig da man immer wieder auf den kleinen Plattformen zwischen den Treppen die fantastische Aussicht geniessen muss. Anders kann ich es nicht sagen. Wir waren vom Fernblick, obwohl etwas diesig und auf der Ostseite neblig, sowie der hervorragenden Aussicht schier erschlagen.

Ein kleiner Skywalk für die Mutigeren

Ein kleiner Skywalk für die Mutigeren

Wer einen Ausflug zum und am Hohenbogen oder im Oberen Bayerischen Wald unternimmt, sollte sich diese Aussicht nicht entgehen lassen. Vorab könnt ihr euch über die Webcam am Turm erkundigen, wie die Sicht dort oben aktuell ist. Die Kamera hat auch noch eine Rückwärtssuche mit der man die Sonnenaufgänge verfolgen kann. Schon allein die Bilder der Kamera sind sehenswert, gerade dann wenn man noch nicht hoch gehen kann oder will. Mehr über die Türme und den Spion könnt ihr in unserer Interview lesen.

Osser-Blick

Der Blick zum Osser hinüber

Die Treppe an der Aussichtsplattform

Die Treppe an der Aussichtsplattform

Hintergrund: Betrieben wird die Anlage vom Verein “sektor.f”.  Abgeleitet von der früheren Bezeichung des Geländes, ” Fernmeldesektor F”.Die Bauzeit für die Außentreppe und der Plattform betrugen ca. 9 Monate. Die Baukosten sollen sich auf mehr als 500.000 Euro belaufen. Ziel des Vereins ist es, in Zukunft, die Innenräume und den Atomschutzbunker mit seinen unterirdischen Gängen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.  Der Hauptturm hat eine Höhe von 75 Metern. In Zukunft möchte man den Turm als ein Symbol des grenzenlosen Europas sehen und nutzen. Noch ist nicht alles umgesetzt, was geplant wurde. Aber wir fanden es wunderbar, dass es bereits ein erstes Ergebnis zu besichtigen gibt, nämlich diese wirklich sehr gelungene Aussichtsplatteform. Tolle Einrichtung!

Blick zum Arber

Der Blick hinüber zum Arber und weiter…

 
Zwischen Dreisessel und Hohenbogen: Brauchtum, Sagen( bei Amazon ansehen)

14. Oktober 2014
von Wanderer
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Kurzwanderung für jedermann

Ausflugsziel für die ganze Famlie

Die Wanderung zum Brotjacklriegel ist für fast jedermann geeignet.

Fernsehturm

Der Fernsehurm weißt uns den Weg zum Brotjacklriegel

Ein goldener Oktobertag lockte uns wieder einmal in den Bayerischen Wald. Genauer gesagt war unser Ziel der Gipfel des 1011 Meter hohen Brotjacklriegel. Eine viel zu früh verstorbene Arbeitskollegin hatte immer wieder von dort geschwärmt. Sie hatte sich in der Nähe des Gipfels ein Haus gekauft. Trotzdem dies  jetzt schon ein paar Jahre her ist, musste ich wieder daran denken, als wir gegen Mittag in Langfurt ankamen.

Der Brotjacklriegel ist ein Ziel, dass problemlos auch für Familien mit Kindern ( eventuell mit Kinderwagen) genauso empfehlen kann wie für Menschen, die keine ausgesprochenen Wanderer sind. Auch ältere Menschen und Menschen mit Handicap können den leichten Anstieg auf rund 1,5 km Länge schaffen.

Schilder am Wanderparkplatz im Wald

Schilder am Wanderparkplatz im Wald

Die Anfahrt bis hierher führt uns von München über die A92 Richtung Deggendorf, kurz vor Deggendorf gehts ab auf die A3 in Richtung Passau/Linz. An der Ausfahrt Iggensbach gehts runter von der Autobahn und man biegt ab in Richtung Schöllnbach und dann immer weiter der Hauptstrasse entlang nach Zenting. Hier bitte nicht verzagen, irgendwann kommt das Ortschild Zenting(das Einzige!), wenn man auch lange rätselt, ob man noch richtig fährt. Und kurz danach trifft man in dem Örtchen Langfurt ein. Hier ist gleich am Ortseingang ein Wanderparkplatz, den wir aber diesmal noch links liegen lassen und  2 mal rechts abbiegen(am Busunternehmen vorbei) und folgen der Strasse ( ca. 1km) hoch zum ausgeschilderten Wanderparkplatz. Dieser liegt schon mal ganz idyllisch im herbstlichen Wald. Von hier ist der Weg zum Gipfel sehr gut ausgeschildert.

Zwei Wege führen zum Ziel, nach oben!

Da wäre als erstes der relativ gerade Wirtschafts- oder Forstweg, der geschottert ist und den man mit normalem Schrittempo in gut 30 Minuten bezwingen kann. Er führt ziemlich geradlinig zum Aussichtsturm. Wie es oben am Aussichtsturm des Brotjacklriegel aussieht, könnt ihr in unserem Artikel mit Video nachlesen/sehen.

Psst-Bereich

Zur Ruhe kommen, liegend oder stehend den Wald geniessen-der “Psst Bereich”.

Aber es gibt auch noch einen Sonnenwald-Erlebnispfad. Er verläuft teilweise parallel zum Wirtschaftsweg. Wer sich für ihn entscheidet, kann mit Kindern aber auch schon mal 2 Stunden nach oben unterwegs sein. Je nachdem. wie intensiv man die Spiele entlang des Weges spielt. Der Pfad besteht aus 10 Stationen. Manche der Stationen wie z.B. der “Pssst Bereich “laden zum Verweilen und bewussten Innehalten im Wald ein. Der Flyer und weitere Waldspiele gibts hier im Download.

Du-Stein

Ab hier darf man dutzen :-)

Andere vermitteln Wissen über die Tiere im Wald. Auf dem 1000m-Punkt des Weges kommt man zum DU-Stein. Eine nette Sache, er repräsentiert gleichsam die Schwelle für Wanderer zum “Du”, heißt, wer sich beim Wanderer oberhalb von tausend Meter trifft, duzt sich, ausnahmslos übrigens……!Von hier aus kann man das Ziel schon erkennen, der Schindelverkleidete Aussichtsturm mit dem Turmstüberl schimmert schon durch den herbstlichen Wald, Zeit für die Rast.

Gipfelschilder

Neben dem Goldseig führen auch noch andere Wanderwege zum Gipfel

Fazit: Dieser Weg vom Parkplatz im Wald bis zum Aussichtsturm am Brotjackelriegel ist ein schöner Wanderspaziergang, den man gut in 30-60min bewältigen kann. Es gibt auch längere Varianten von weiter unten im Ort oder auch anderer Richtung, sowie den Turmweg. Alle Möglichkeiten sind, soweit wir dies erkennen konnten, gut ausgeschildert. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen, noch die ein oder andere Wandervariante auszuprobieren.

Was ists noch in der Nähe?

Das steinerne Kirchlein

Der Wackelstein ( mit Video)

Der Raumschiff-Felsen

11. Oktober 2014
von Wanderer
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Aussichtsturm Brotjacklriegel

Aussichtsplattform-Brotjacklriegel

Beste Fernsicht vom Brotjacklriegel

Gestern sind wir kurzentschlossen zum Brotjacklriegel gefahren. Dieser liegt grob gesehen zwischen Deggendorf und Grafenau, im mittleren Bayerischen Wald.

Zum einem war das Wetter sommerlich warm und vor allem war es recht sonnig, außerdem haben wir uns seit längerem vorgenommen, den kurzen Wandertrip zum Aussichtsturm in Angriff zu nehmen. Bevor wir an anderer Stelle den Wanderweg beschreiben, gibts was zur Geschichte des Aussichtsturms und des Turmstüberls zu erzählen.

Eingang Turmstüberl

Eingang zum Turm und Turmstüberl am Brotjacklriegel

Das Turmstüberl ist bewirtschaftet und  Yvonne Hanke hat uns so interessante Infos über die Geschichte des Turms erzählt, dass wir beschlossen haben, hier mal ein bißchen davon zu erzählen.
Am meisten hat uns verwundert, seit wann schon an der Stelle droben auf dem Brotjacklriegel ein Turm steht. Der allererste war ein sogenanntes Signalgerüst zur Vermessung Bayerns und stand etwa um 1800, also schon zu Napoleons Zeiten. Leider gibt es nur mehr sehr begrenzt Beobachtungsaufzeichnungen zu den Vermessungen, da die Unterlagen den Bomben im 2.Weltkrieg zum Opfer gefallen sind, es schien sich aber bei dem “Signalgerüst” um eine Pyramide gehandelt zu haben. Und auf dessen Fundament errichtete man vermutlich 1912 den ersten Aussichtsturm auf dem Brotjacklriegl.

Die Pyramide soll übrigens 1839 einem gewaltigen Orkan nicht stand gehalten haben und dramatisch in die Tiefe gestürzt sein…..” zu tausend Trümmern zerschmettert”….Unglaublich und aus heutiger Sicht wahrscheinlich witzig ist die Geschichte, dass der Vorläufer des Aussichtsturms bis 1911 eine Fichte gewesen sein soll, 18,5m hoch. Durch die so gestutzten Äste konnte man angeblich wie auf einer Art Wendeltreppe in die Höhe gelangen, naja, wers mag….

1912 war es aber dann soweit und die Sektion Büchelberg des Waldvereins errichtete einen Turm aus Holz, zum Bau wurden übrigens unverzinsliche Aktien a 5 Mark ausgegeben. Der Turm bestand aus einem offenen hölzernen Gerüst mit vier massiven Holzstämmen an den Kanten, in dessen Innern sich die Treppe zum Erklimmen der 19m befand. Am besten gefiel uns die Aussage, dass einmal 29 Personen und zwei Hunde auf der Plattform standen. Übrigens war der Turm schon 1916 abbezahlt. Um den Verfall durch Witterung und Jahreszeiten entgegen zu wirken, baute man 1925 einen höheren(24,50m) Turm, der dem heutigen weitgehend entspricht. Die Eckpfeiler bestehen seither aus den 4 gleichen Baumstämmen, die ohne Stückelung bis ganz oben reichen. Am Benno-Tag, dem 16.Juni  1925 wurde der neue Turm eröffnet. Ebenfalls schon dabei war das Turmstüberl, genannt …eine Erfrischungszelle…Allerdings gab es eine Menge Schwierigkeiten und HickHack bzgl. Betreiben und Schankerlaubnis. Aber letztlich wurden im Laufe der Jahrzehnte alle Schwierigkeiten beseitigt und es gab eine Reihe von Hüttenwirten und -wirtinnen bis zum heutigen Wirt. Man bekommt noch immer eine gute Brotzeit, Suppe oder Kaffee und Kuchen, ein nettes Gespräch, und eine Aussichtsterrasse am Fuss des Turmes ist 2007 ebenfalls hinzugekommen, wo es sich wunderbar sitzen und relaxen lässt.

Aufgang zum Aussichtsturm

Aufgang zum Aussichtsturm

Von Zeit zu Zeit gibt es übrigens Lesungen, sogenannte Rockaroas vom Prost Sepp aus Regen, der aus seinen Büchern liest. Ausserdem trifft man auf Wanderer auf dem Goldsteig oder dem Fernwanderweg, Gelegenheitsspaziergänger, Wanderer, die seit Jahren kommen, Einheimische und Touristen, also ein buntes Gemisch, das eine gute Zeit im Stüberl oder auch der Terrasse verbringt. Das Innere des Stüberls wurde 1995 komplett renoviert und im Jahre 2000 kam eine neue Schindelfassade hinzu. Der Aufstieg zum Turm ist jederzeit möglich, Erwachsene 1Euro und Kinder 50Cent, gehackelt wurde gestern übrigens auf der Terrasse unter den anwesenden Gästen noch über die Zahl der Stufen, von 112 bis 179 reichte die Spanne, also alle zukünftigen Besucher ……nachzählen!
Wir verraten nix!

Turm Brotjacklriegel

Der hölzerne Aussichtsturm mit Terrasse

Übrigens, die geschichtlichen Daten haben wir aus dem illustrierten Bericht der Sektion Büchelstein des Bay. Waldvereins, den diese zum 100Geburtstag 2012 herausgegeben hat, der sehr ausführlich über die Geschehnisse berichtet.

Neu ist seit 2014 dass das Turmstüberl ganzjährig täglich von 10-18 Uhr geöffnet ist. Somit kann man auch im Winter die tolle Aussicht und eine Stärkung oben am Brotjacklriegel geniessen.

7. Oktober 2014
von Wanderer
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Altes Kartoffelrezept-Zwirl

Seit über 350 Jahren werden in Deutschland Kartoffeln angebaut. Neben den üblichen Kartoffelrezepten wie Salzkartoffeln, Kartoffelknödel oder Kartoffelsuppe hat es in der Oberpfalz aber schon immer mehr und andere Rezepte und Kartoffelvariationen gegeben. Eine solche Vielfalt an alten Kartoffelrezepten habe ich jedenfalls ausserhalb des Bayerischen Wald bisher noch nirgendwo gesehen. Um so überraschter war ich, als ich von den Kursen zu alten Oberpfälzer Kartoffelrezepte mit Christine Klein hörte.

Frische Kartoffelernte

Frische Kartoffelernte

Wir kaufen ab und an in der Klostermühle in Altenmarkt, in der Nähe der Kreisstadt Cham, Käse, Eingemachtes, Gemüse und neulich auch ein Kartoffelbuch ein. Dort sprach ich mit Frau Klein und sie war so nett, uns ein altes Kartoffelrezept zu verraten.  Ich finde es sehr wichtig und auch nötig, dass diese alten Rezepte  weiter  gegeben und damit auch erhalten werden. Für mich ist das ein Stück Kulturgut und erzählt viel über die Region und seine Menschen. Kreative Waidler/Innen eben.

Frau Klein erzählte mir, dass sie immer wieder von Kursteilnehmern erfährt, das dieses und jenes Kartoffelgericht an anderen Orten noch weitere, oft ihr unbekannte, Namen hat. So kommt es, dass der Zwirl auch noch unter einigen anderen Bezeichnungen in der Oberpfalz bekannt ist.

Altes Oberpfälzer Kartoffelgericht:
Zwirl, auch Bröselschmarrn, Gurgelmarterer, Sterz, Bröselbart genannt.
1kg Kartoffeln, gekocht und durchgepresst
Salz, Muskatnuß
cirka 200 g Mehl auf 1 kg Kartoffeln
Kartoffeln mit Mehl und den Gewürzen abbröseln.
Öl in eine Pfanne geben, heiß werden lassen und den Zwirl unter mehrmaligem Wenden goldbraun backen.
Servieren zu Sauerkraut, Apfelmus oder verschiedenen Braten
Als Hauptgericht bzw. Beilage.
Guten Appetit
Dieses Rezept wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Christine Klein, Klostermühle Altenmark/ Cham zur Verfügung gestellt. Frau Klein veranstaltet immer wieder  Kochkurse mit und über Kartoffeln.
  Am 26. November 2014 ( 15-19 Uhr) findet ein Kochkurs mit Christine Klein in der Klostermühle über die VHS Cham zu alten Oberpfälzer Kartoffelgericht statt. Am 14. Januar 2015 gibt es einen weiteren Kartoffelkurs  der VHS Cham.
Mir als ausgemachter Kartoffelfan, bzw. Kartoffelesser gefällt es sehr, dass diese alten Kartoffelgerichte nicht in Vergessenheit geraten und so am Leben oder sozusagen am “Kochen” erhalten werden.
Andere Kartoffelgerichte  aus dem Bayerwald sind z.B. der Riebler oder die Erdäpfelmaultaschen.

Hier gehts es zu 8 weiteren Oberpfälzer Kartoffelgerichten mit vielen Fotos.

 

Alte Kartoffelrezept aus der Oberpfalz( bei Amazon ansehen)

16. September 2014
von Wanderer
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Eröffnung des Kulturhaus Blaibach

Blaibach – das neue Kultur-Highlight im Bayerischen Wald

Kulturhaus Blaibach - Foto Beierle

Kulturhaus Blaibach – Foto Beierle

In Blaibach, im Landkreis Cham ( Oberer Bay. Wald) wurde am Freitag Abend (12.09.14) um 19 Uhr das mit Spannung erwartete und nicht unumstrittene Konzerthaus feierlich eröffnet.

Blaibach, mit etwa 2000 Einwohner eher eine kleine Gemeinde, hat Mut bewiesen und der Bayerische Wald hat ein neues und ganz und gar ungewöhnliches Highlight. Der Bau besteht aus  sogenannten Glasbeton und der wurde auch in der Region gefertigt, nämlich im nahen Viechtach. Dieses Material, bisher noch nicht ausprobiert, soll für die phantastische  Akustik des futuristischen Kubus sorgen, der mitten im Ort aus der Erde ragt. Und wie man am Eröffnungstag, der ausgerechnet mit Haydns “Schöpfung” begangen wurde, erfahren konnte, die hohen Erwartungen bzgl. der Akustik wurden voll erfüllt.  Als Künstler traten unter anderem der Initiator Thomas E. Bauer, die Lofoten Voices, der Tenor Sebastian Kohlhep und die Sopranistin Ilse Eerens auf. Der Saal selbst, der vermutlich grandioses Musikerlebnis bieten wird, man für Traditionalisten eher abschreckend sein, ausser den eng und steil gestellten Eamesstühlen gibt es kaum Einrichtung, aber beeindruckend ist die Gestaltung in jedem Fall. Die nächsten Wochen finden leider noch keine regelmässigen Musikveranstaltung  statt, da man noch kleinere Arbeiten fertig stellen muss und nur für die Eröffnung war der Konzertbau freigegeben.

Blaibach wird sich mit dem neuen Konzerthaus wohl über die Grenzen Bayerns hinaus besten Ruf schaffen. In Bayern ist der ungewöhnliche Bau samt “Inhalt” schon jetzt einzigartig. Anders als mancher Ort im Bayerwald, schafft es meiner Meinung nach Blaibach mit dem Konzerthaus, sich ganzjährig für Gäste und Einheimische attraktiv zu machen. Ein Marketing der besonderen Art. Mir gefällt es sehr gut.

Konzerthaus illuminiert- Foto Beierle

Konzerthaus illuminiert- Foto Beierle

Hier die Bilder der Eröffnungsfeier.

Mit freundlicher Genehmigung von Kulturwald e.V.

 

Mehr Infos zum Programm  finden Sie unter: www.kulturwald.de

Konzerthaus am Tage - Foto Palm

Konzerthaus am Tage – Foto Palm

Der Initiator Thomas E.Bauer - Foto Palm

Der Initiator Thomas E.Bauer – Foto Palm

 

Nachtrag: Dieser Beitrag nimmt nachträglich an der Blogparade, “Mein Kulturtipp für euch” von Tanja Praske teil. Damit möchten wir die Kultur im Bayerischen Wald noch bekannter machen.

Die Feier war natürlich komplett ausverkauft und so hatte ich auch keine Gelegenheit hier teil zu nehmen. Aber ich schaffe das schon noch mal und werde hier dann gleich berichten.

Noch sind einige Arbeiten am Haus nötig und es gibt noch nicht viele Termine. Das wird sich bald ändern und ihr könnt diese dann auch hier nachlesen. Bitte noch etwas Geduld. Großes braucht eben einen Moment länger!

Nächster Termin im Konzerthaus Blaibach: 14. Dezember, 19 Uhr

Lisa Wahlandt & Band lädt zum Christmasjazz ein. Karten und Infos unter www.konzert-haus.de

 

27. August 2014
von Wanderer
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Krumau-Český Krumlov so kommt ihr hin

Entdeckt den Böhmerwald – die mittelalterliche Stadt Krumau ist sehenswert.

Innenstadt-Krumau

Auch mehr als zwanzig Jahre  nach dem Fall des “Eisernen Vorhangs” ist es immer noch nicht selbstverständlich, den Böhmerwald (Tschechische Republik) zu besuchen oder gar als Urlaubsland in Betracht zu ziehen. Spricht man im Bayerischen Wald mit den Menschen und Einheimischen, so merkt man, dass sich ein guter Teil von Ihnen, wenig für ihren Nachbarn interessiert oder für Ausflüge nach “drüben” fährt. Für uns ist das nicht immer verständlich, denn die Besuche in Tschechien sind immer wieder interessant. Wer seinen Urlaub oder einen Ausflug im Bayerischen Wald plant, sollte auf jeden Fall den ein oder anderen Trip über Landesgrenze in sein Programm mit aufnehmen.

Zumal der Böhmerwald und das Gebiet des Nationalpark Sumava direkt an das Gebiet des Bayerischen Wald angrenzt. Eines der lohnenswertesten Ziele ist Krumau.

Schönes Gastroschild

Schönes Hinweisschild in Krumau

Die Altstadt von  Český Krumlov, wie es in der Landessprache heisst, wollten wir uns schon oft anschauen, in diesem Sommer war es jetzt aber so weit. Wir sind bei Philippsreuth in der Nähe von Freyung  über die Grenze gefahren, zur Orientierung haben wir als alte Kartenleser eine ganz normale Straßenkarte genutzt. Von hier sind es etwa 60km nach Krumau.  Eine Straßenkarte ist eigentlich recht praktisch, wenn man sein Reiseziel noch nicht kennt und auch schon mal rechts und links der “Piste” schaut, was es da so alles gibt. Wir sind ja neugierig und haben auch gleich ein paar alte Burgen dazu für einen weiteren Ausflug gefunden. Dazu aber einmal an anderer Stelle mehr. Für die Strecke brauchts übrigens keine Vignette, da man nicht auf der Autobahn fährt.

In Krumau angekommen, kann man sich einfach Richtung Stadtmitte halten und sich nach der Ausschilderung der großen Parkplätzen richten.  In der Stadt gibt es drei große Parkplätze und wir empfehlen auch unbedingt das Leitsystem zu nutzen. Der Parkplatz Nr 1 befindet sich direkt an der vorderen Stelle der Altstadt und an Sommertagen und in den Ferien, so wie bei uns , auch voll ausgebucht. Das dürfte aber kein Problem sein, denn alle großen Parkplätze sind nahe an der Innenstadt und diese ist immer innerhalb 10min zu erreichen.

Krumau-Flussseite

Am Parkplatz gibt es auch Toiletten und einen Parkscheinautomaten. Man kann hier in Kronen und Euro fürs Parken bezahlen!  Nach kurzem Spaziergang durch verwinkelte Gassen steht man auch schon im  Innenhof der Schloßanlage und es sieht wirklich fantastisch aus. Gerade in den engen Gassen wird es zwar in der Sommerreisezeit etwas eng, trotzdem …ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Cafes und Restaurants bieten viele Leckereien und Spezialitäten an Wie z.Bsp. ein interessantes Gebäck namens Tredelnic. Diese Gebäckrolle wurde im 18. Jahrhundert in der Slowakei entwickelt. Da man diese Süssspeise aber in vielen teschechischen Städten sieht, wollten wir es hier mal erwähnen.

Wir haben die Stadt und ihre Eindrücke gut drei Stunden auf uns wirken lassen, zwischendurch Kaffee getrunken und uns entspannt.

Nach unserem Besuch mussten wir uns aber noch dringend eine Flasche Met ( Honigwein) kaufen. Auf unserem Weg nach Krumau sind wir an vielen Häusern vorbei gekommen, die Honig und Met im Hauverkauf anboten. Da wollten wir doch zumindest mal probieren. Köstlich war er, der Honigwein.

Süsses in Krumau - Tredelnic

Süsses in Krumau – Tredelnic

Wir haben noch ein paar Burgen im Böhmerwald besucht, darüber lest ihr dann in Kürze mehr.

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