Ausflugsziele und Tipps für den Bayerischen Wald

Anregungen und Ideen zu Tagesausflügen in den Bayerischen Wald

10. Juli 2014
von Wanderer
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Museum Finsterau

Von Freyung in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau

Freilichtmusum Finsterau

Im Museumsdorf Finsterau. Kräuterey mit Dorf-Backofen

Kürzlich haben wir das Freilichtmuseum Finsterau, im Unteren Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze, besucht. Es gibt übrigens noch ein weiteres Freilichtmuseum im Bayerwald, nämlich in Massing Richtung Passau. Es ist  sozusagen das Partnermuseum. Der Name Finsterau klingt sehr ungewöhnlich, wenn auch etwas düster. Einerseits trifft das zu, wie wir bei unserem Besuch teilweise erfahren haben, nämlich wenn das Wetter sich blitzartig dem Namen anpasst, böig, wind, kalt und neblig, was wahrscheinlich der Höhe geschuldet ist, andererseits  auch wieder nicht, nämlich, wenn die Sonne lacht.

Der Ort Finsterau  liegt bei Mauth auf etwa 1000 Metern Höhe und in direkter Nachbarschaft zum zweithöchsten und geheimnisvollsten Berg des Bayerischen Waldes, dem Lusen. Das ist da, wo der Teufel angeblich mit Brot um sich geworfen hat, das dann zu Stein wurde, jedenfalls laut Sagen. Von Freyung aus  fährt man in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau, direkt an die tcheschische Grenze. Das Museumsdorf ist im Ort und auch so recht gut ausgeschildert. Es liegt gut 1,5 km ausserhalb von Finsterau.

Das Museumsdorf wurde 1980 errichtet und beherbergt Gebäude aus den vergangenen Jahrhunderten des Bayerwalds. Museumsdörfer oder Bauernmuseen sind jetzt nicht so meine Favoriten, da wir aber sowieso in der Nähe waren wollten wir uns das Dorf nicht entgehen lassen.

Die etwa 10 Hauptgebäude sind auf der Fläche so verteilt, wie  man sich das in einem etwas weitläufigerem Bauerndorf vorstellt. Die Häuser wurden größtenteils vor dem Verfall oder Abriss gerettet und manche sehr aufwändig Stein für Stein abgebaut und dort wieder aufgebaut. Die Arbeit hat sich aber gelohnt und man kann heute alte Bauern- und Wirtschaftsgebäude, sogenannte Sachl und Ställe, sowie die Geschichte ihrer Besitzer nach erleben. Manches ist komplett unverändert, mit den Kleidern und Geschirr der ehemaligen Bewohner. Die Schautafeln an den Häusern informieren anschaulich über das doch recht ärmliche Leben der Landbevölkerung im “Woid”.

Kapelle aus Holz

Die Holzkapelle im Freilichtmuseum Finsterau

Folgende Gebäude findet man im Freilichtmuseum Finsterau vor:

Die Dorfschmiede

Die Ehrn

Das Salettl

Der Kapplhof

Das Sachl

Der Tanzerhof

Der Petzihof

Das Schanzer Häusl

Die Hirschkopfhütte

Die Holzkapelle

Wenn man das Dorf in aller Ruhe durchspaziert und sich alles ansieht, sollte man etwa 2Stunden veranschlagen, mit Pausen und anderen Aufenthalten natürlich länger.

Im Museumsgebäude selbst, in dem sich Kasse und Information befindet, gibt es ein Cafe und Toiletten, bei schönen Wetter kann man sich auch in den gestalteten Innenhof setzen. Außerdem werden regelmässig Führungen und Kurse angeboten.

Das Museum betreibt auch eine eigene, kleine Produktion von Naturprodukten wie Löwenzahnmarmelade, Apfel-Vogelbeere-Marmelade,Kräuterschnäpse und vieles mehr. Diese werden im Museumsshop und dem dazugehörigen Onlineshop verkauft.

Die Öffnungszeiten des Freilichtmuseum Finsterau ( und Anfahrt) findet ihr hier.

Obwohl, wie oben schon erwähnt skeptisch, hat uns das Museumsdorf Finsterau doch sehr gut gefallen, interessant fanden wir vor allem die Holzkapelle und “Das Sachl” ( = kleine Habe)

Kleinst Bauernhaus

Hinweistafel mit Grundriss des Kleinbauernhauses “Sachl” genannt.

Wir haben uns das Dorf ohne Führung angeschaut.

Es gibt aber auch Aktionstage bei denen Brot gebacken, Butter gemacht oder Wäsche nach alter Tradition gewaschen wird. Diese Tage sind natürlich besonders für Kinder interessant und spannend. Das Programm kann man auf der Homepage des Dorfes  einsehen.

 

Ausflugsziele in der Nähe sind das Nationalparkinfozentrum, Baumwipfelpfad, Neuschönau, Lusenwanderwege(bitte vorher gut informieren) und der sehr nahe gelegene tschechische Ort Kvilda und Außergefild.

 

25. Juni 2014
von Wanderer
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Das steinerne Kirchlein

Ist das eine richtige Kirche im Wald?

Diese Frage haben wir uns auch gestellt, als wir das erste Mal vom Steinernen Kirchlein gehört haben. Als wir auf dem Weg zum Wackelstein waren, sind wir bei den Wanderwegweisern dann wieder auf diesen ungewöhnlichen Namen gestoßen. Und diesmal haben wir unserer Neugierde nachgegeben und uns auf dem Weg zu dem ominösen Kirchlein gemacht. Und es hat sich gelohnt, wir können diesen kleinen Wanderausflug nur empfehlen.

Steinernes Kirchlein

Gerade am Steinernen Kirchlein angekommen

So geht es zum Steinernen Kirchlein (30-45 Gehminuten v. Entschenreuth)

Von Entschenreuth folgt ihr dem Hinweisschild zum Wackelstein, über den Wackelsteinweg bzw. Strasse. Am Ortsende befindet sich ein Parkplatz, von dort geht es zu Fuß weiter, bis man auf mehrere Wegweiser trifft, dort nach links in den Wald hinein abbiegen.  Dann einfach immer dem vorgegebenen Wanderweg ca. 20-30Minuten folgen. Hier ist übrigens auch der Rundweg der bis zum Wackelstein und wieder zurück führt, alles in allem etwa 8km lang. Der Weg zum Kirchlein dagegen führt anfangs ganz flach, aber stetig aufwärts, am Ende des Weges geht es  aber kurz recht steil nach oben, die  beeindruckenden Felsformationen kann man von hier schon durch die Bäume erahnen. Direkt davor stehen, sind wir von der Größe der hier aufgeworfenen und aufgeschichtenten  Felsbrocken ziemlich begeistert..

Wer hier aber eine Kirche mit Dach und Altar sucht, ist fehl am Platz, woher der Name “Steinernes Kirchlein” rührt, kann man aber gut erahnen. Die Felsen selbst sind so engstehend, das sich nur ein schmaler Weg zwischen ihnen hindurch findet.  Kleine Höhlungen und Hohlräume, sowie steinerne Sackgassen sind zu  finden, alles in allem wirkt es wie riesiges Bauwerk.

Innenansicht Steinernes Kirchlein

Die Felsengruppe des Kirchleins von innen gesehen.

Der Ort hier oben wird von manchen Besuchern als mystisch empfunden und so entstanden wohl auch allerlei  Mythen und Geschichten, die man glauben oder nicht glauben kann. So wird zum Beispiel eine große Felspalte von einem Autor als “Schoßstein” bezeichnen. Manche erzählen hier auch von Opfersteinen, Göttinnensteinen oder Plätze für keltische Rituale. Ob irgendetwas davon der Realität entsprich oder früher so genutzt wurde, wir konnten dazu nichts finden. Auf jeden Fall aber ist dies ein sehr eigener Ort. Wer sich das Kirchlein anschauen möchte, wird wissen, was wir damit meinen.

Ausserdem ist es ja nicht so, dass wir auch nicht heute noch solche Rituale und Orte haben wie man auch an der Tradition der Totenbretter sehen kann.

Wer sich mehr über dieses Thema informieren möchten, dem können wir das Buch von Manfred Böck “Opfersteine, Göttinnenquellen und Druidenthrone” empfehlen. Es geht darin um Kultstätten und geheimnisvolle Plätze im Bayerischen Wald.

Mystische Felsen

Auch die Nachbarfelsen wirken sehr mystisch.

 

22. Juni 2014
von Wanderer
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Totenbretter – seltenes Brauchtum aus Ostbayern

Ein ungewöhnliches, wenn gleich sehr auffallendes und prägendes  Merkmal in der Landschaft des Bayerischen Waldes, also Niederbayerns oder der Oberpfalz,  sind die Totenbretter, Leichenbretter, Verwahrbretter oder welche Bezeichnung es für diese Denkmäler es sonst noch gibt. Man sieht sie neu, frisch lackiert und beschriftet, oder fast schon vermodert und bemoost mit alten, kaum leserlichen Sprüchen oder auch vom Zahn der Zeit nur leicht benagt und verwittert, senkrecht aufgestellte Bretter, die den Namen eines Verstorbenen tragen und meist auch ein passendes Sprüchlein über den Verblichenen dazu. Auch heute noch und wieder immer öfter werden sie nach alter Tradition am Wegesrand, vor Friedhöfen, an Wegen oder vor Bauernhöfen aufgestellt.

Totenbretter

Totenbretter an der Burgruine Runding

Es sind auch Zeugen von  Brauchtum und Tradition aus alten Zeiten ohne offizielles Leichenschauhaus, als man seinen Toten noch ohne Scheu begegnete und vor allem, als der Tod noch Bestandteil des Lebens war.
Woher kommt dieser Brauch, einfach Bretter auf zu stellen? Es dürfte recht schwierig sein, dazu, vor allem als Laie, konkrete Aussagen zu machen. Vielleicht ist es so,  dass das Totenbrett früher als Sarg diente. Man konnte sich  teure Holzsärge wahrscheinlich meist nicht leisten. Särge zur Bestattung wurden in Bayern auch erst ab Ende des 17. Jahrhunderts eingeführt. Davor bahrte man die Verstorbenen zu Hause auf dem Totenbrett auf. Zu dieser Zeit fand man auch die erste Erwähnung, nämlich in Steingaden in der Oberpfalz.

Verstarb jemand, war es Usus, dass die Leute ins Haus kamen , zum Sterberosenkranz oder zum Verabschieden. Der Verstorbene wurde auf einem Brett aufgebahrt, das normalerweise seine Länge hatte und danach, wenns zur Beerdigung ging, wurde das Brett entfernt, mit einem kleinen Dach zum Schutz vor Verwitterung versehen und dann aufgestellt.                                                                          Auf  jeden Fall musste für reichausgestattete  Bretter irgendwo ein Schreiner ( Totenbrettlmacher )in der Nähe oder im Ort sein und gab es Maler und Hinterglasmaler im Umkreis, waren die Bemalungen der Totengedenkbretter reichhaltig verziert.
Heute gibt es natürlich  Gesetze für Bestattungen, der Brauch der Totenbretter hat sich aber im Bayerischen Wald (sehr vereinzelt auch in Oberbayern) erhalten. Die Bretter sollen an den Verstorbenen erinnern und so haben diese eine kleine Gedenkstätte an ihrem Lieblingsplatz oder eben auf dem früheren Hof.

Die Totenbretter sind mal schlicht, mal recht aufwendig. Ab und zu kann man aber auch recht unterhaltsame Sprüche auf ihnen lesen.So mancher Woidler möchte sich nicht auf die Sprüche der Gedenkbrettschreiber verlassen und hat sich schon zu Lebzeiten sein Brett selbst gemalt. Natürlich stand dort dann auch das zu lesen, was man sich selbst ausgedacht hatte. So ein Gedenkbrett schuf sich zu Lebzeiten u.a. der Schriftsteller Siegfried von Vegesack (1888-1974) und legte es unter seine Couch, auf der er täglich schlief. Diese humorvolle Geschichte stammt aus dem Buch ” Totenbretter” von Reinhard Haller. Von Vegesack lebte auf der Burg Weissenstein in seinem “fressenden Haus”. Das Grab Siegfrieds von Vegesack und sein Totenbrett befinden sich in der Nähe der Burg Weissenstein ( i.d.N.d. Stadt Regen) im Wald.

Totenbretter-St.-Englmar

Diese Totenbretter stehen im  St.Englmar

Spruch-Totenbrett

Inschrift eines Totenbrett

Um dem ein oder anderen keinen Schreck einzujagen, dort wo die Bretter stehen, ist niemand begraben. Die Verstorben sind auf dem Friedhof und die Totenbretter stehen meist ganz wo anders.

Wer sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem sei das sehr umfassende Buch “Totenbretter” von Reinhard Haller, erschienen im Morsak Verlag, empfohlen. Es bietet vor allem auch eine recht umfangreiche Bildersammlung zu den aufgestellten Totenbrettern und hat 347 Seiten.

 

12. Juni 2014
von Wanderer
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Elche im Nationalpark Bayerischer Wald

Tierfreigelände in Neuschönau am Nationalpark

Elche im Gehege

Elche gibt es im Gehege und in freier Wldbahn

Zum zweiten Mal in ebenso vielen Jahren machten wir einen Ausflug ins Tierfreigelände des Nationalparks Bayerischer Wald. Beim ersten Besuch herrschte große Hitze, die der Wald zwar gut dämmte, aber die Tiere verhielten sich eher wie wir selbst und suchten sich schattige, kühle Plätze. Immerhin einige schläfrige Wölfe und Uhus haben wir gesehen. Diesmal waren wir kurz nach den Eisheiligen im Mai und es war noch etwas kühl. Also hatten wir die Hoffnung, einige der Waldbewohner direkt zu sehen. Natürlich ich das Freigehege eben ein Gehege, aber man kann mit Glück eben die Tiere sehen.  Angereist sind wir von Mauth/Finsterau kommend, der häufigste Weg dürfte aber der über Grafenau sein. Gleich hinter dem Ort Neuschönau, direkt gegenüber dem Baumwipfelpfad, befindet sich der zentrale Informationsplatz des Nationalpark Bayerischer Wald. Dort oder auf der anderen Strassenseite beim Hans-Eisenmann-Haus kann man problemlos parken. Hier befindet sich auch noch ein kleiner Imbiss und Toiletten.

Im Freigelände selbst gibt  es ebenfalls Toiletten, der Örtlichkeit angepasst halt. Bei der Rückkehr aus dem Gelände kann man aber auch noch im Hans-Eisenmann-Haus essen und relaxen. Das Tierfreigelände selbst  ist ein groß angelegtes Waldstück mit verschiedene Gehegen für die im Nationalpark vorkommenden Tierarten. Dies ist eine Möglichkeit, die in freier Wildbahn sehr scheuen Tiere, zu beobachten.  Man darf aber keinen Tierzoo erwarten. Die Tiere haben hier Rückzugsmöglichkeiten und man braucht auf jeden Fall etwas Geduld und Glück um die Tiere beobachten zu können. Dafür kann man dann aber Wisente, Luchs, Braunbär, Elch und auch Wölfe sehen, ebenso, wie schon erwähnt, meinen Freund, den Uhu oder die witzigen Fischotter. Das gesamte Gelände ist als großer Rundgang, der je nach Tempo zwischen zwei und vier Stunden dauern kann. Wer also mit Kindern unterwegs ist, Proviant einpacken. Der Großteil der Wege ist mit Kinderwägen befahrbar, allerdings gehts manchmal gut bergauf. Eintritt ist auf dem gesamten Tierfreigelände frei. Im Waldghege ist rauchen verboten und ebenso das Mitnehmen von Fundstücken. Hunde dürfen nicht frei laufen gelassen werden, wer möchte kann seinen Vierbeiner auch abgeben, außerdem dürfen die Wildtiere nicht gefüttert werden!

Luchs beim Fressen

Ein Luchs im Tierfreigelände

Die im Gelände ansässigen Elche haben vor Kurzem den so seltenen Nachwuchs bekommen zwei kleine Elche können bestaunt werden. Was die wenigsten wissen, Elche werden auch immer wieder in freier Wildbahn gesehen. Meist sind es noch einzelne Jungbullen. Diese stammen von den Wildbeständen aus dem nahen Moldaustausee-Waldbereich. Dort sind die Elche bereits heimisch.

Neben dem Elch sind aber auch die Luchse bereits seit einigen Jahren in den Wäldern in Ostbayern heimisch. Wenn auch mit viele Mühen gehegt und leider auch einigen Rückschlägen. So werden immer wieder von Menschen vergiftete Tiere gefunden, was anscheinend aus  Bosheit oder Wut geschieht, denn die Tiere sind keine Gefahr für Menschen. Bei unserem letzten Besuch hatten wir großes Glück und konnten einen Luchs direkt vor uns fressen sehen, allerdings immer auf der Hut.

Mein Lieblingstier im Tierfreigelände ist eindeutig und immer wieder der Wolf und…natürlich….der Uhu. Der scheint mich mittlerweile schon zu kennen, denn jedes Mal, wenn ich ihn anschaue, dreht er sich völlig desinteressiert weg und ich sehe nur noch sein eindrucksvolles Rückengefieder.

Ein Besuch im Tierfreigelände ist auf jeden Fall immer wieder anders und interessant.

Haselhuhn

Ein Haselhuhn im Tierfreigelände gesehen

8. Juni 2014
von Wanderer
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Wackelstein

Ein besonderes Ausflugsziel für Kinder im unteren Bayerischen Wald

Steine faszinieren die Menschen, sind sie doch schon Millionen Jahre alt und und sie existieren noch immer. Aber Riesensteine, zumal ihre Form auch noch so ungewöhnlich ist,  erinnern uns im ersten Moment wohl eher an Aterix & Obelix, Hinkelsteine oder Dolmengräber als an eine reale Welt. Doch es gibt sie tatsächlich auch in Bayern, und nicht nur in mythenbewehrten Orten wie Schottland oder die Bretagne. Allerdings sind die Exemplare, meist aus Gneis oder Granit,  eher selten. Aber….es gibt sie…die riesengroßen Wackelsteine! Geformt und abgeschliffen in tausenden, ja manchmal sogar Millionen von Jahren durch natürliche Gegebenheiten.

Und wenn man dann vor so einem Naturexemplar steht, lautet wahrscheinlich immer die erste Frage……

Wacklestein unterer Bayerischen Wald

Der Wackelstein im unteren Bayerischen Wald in der Gemeinde Saldenburg

Warum heißt der Stein, Wackelstein?

Ganz einfach, weil eine Person, an der richtigen Stelle stehend, den Stein zum wackeln bringen kann. Gut, nur minimal, aber er wackelt. So ein Stein entstand meist aus einer Laune der Natur heraus und ist ohne menschliches Zutun dort an der Stelle, an der er jetzt liegt und das wahrscheinlich schon unvorstellbar viele Jahre. Man schätzt das Alter solcher Steine bzw. des Gesteins auf ca. 300 Millionen Jahre. Damals wurde er aus einer glühenden Masse im Erdinnern heraus gespuckt. Wie lange er allerdings  jetzt schon als Wackelstein dient, wissen wir leider nicht.

Die beeindruckendste Ansicht des Wackelsteines ist wohl die von rechts stehendend. Von da sieht der Koloss aus wie in riesiger Mund aus Stein, mit einem lächelnd verzogenen Mundwinkel wohlgemerkt. Betrachtet man dann den Felsbrocken von den anderen Seite, könnte man denken, es ist nicht der gleiche, sondern eine ganz andere Felsformation. So erging es uns am Wackelstein. Dieser urzeitliche Riese fasziniert bestimmt jeden seiner  Besucher und es geht eine unerklärliche Faszination von ihm aus, wenn man in dieser Waldstille direkt vor ihm steht, er zieht manchen in seinen Bann.

Steinmund Wackelstein

Ein “Steinmund” der Wackelstein ist fast 4 Meter breit und wiegt ca. 50 t

 

Wie komme ich zum Wackelstein?

Wanderweg von Entschenreuth (4 km)

Es gibt von Entschenreuth, in der Gemeinde Saldenburg einen Wanderweg ( Wackelsteig, Nr. 84), der 4 Kilometer lang ist. Den wollten wir eigentlich gehen. Aber wir haben uns auf der Hälfte des Weges verlaufen und sind dann umgekehrt. Den Grund dafür haben wir dann am Rückweg gefunden. In einer Rechtskurve geht der Wackelsteinsteig gerade aus den Berg hoch, wir sind weiter den Hauptweg gefolgt. Das Hinweisschild mit der Nr. 84 lag leider am Boden.

Die Touristinformation Saldenburg hält eine spezielle Wanderkarte ( 3,50€) für die Wackelstein-Tour bereit.

 

Direkter Weg bei Solla (300 m)

Deshalb sind wir dann den etwa 2km langen Weg  zum steinernen Kirchlein gewandert und haben uns von den mächtigen Felsen dort ganz schön beindrucken lassen.  Wenn man will und vor allem noch die Zeit dazu hat, kann man den Rundweg zum Wackelstein von hier aus weitergehen. Aber man muss im Hinterkopf behalten, dass man dann den gesamten Weg wieder zurück muss.

Wir haben uns dann entschlossen, die etwas bequemere Variante zu bevorzugen. Dazu  gehts mit dem Auto in Richtung Solla, auf der Strasse steht bereits ein großes Hinweisschild “Wackelstein”. Dort gleich einbiegen und das Auto am Rand parken ( es gibt keine Parkplätze).  Zu Fuß geht s dann nach 20 Meter  auf einem geteerten Weg nach linkes in den Wald, immer dem beschilderten Waldweg entlang. Nach ca. 300 Metern ist das Ziel erreicht und wir sind glücklich endlich diesen “als sagenhaft” beschriebenen Stein gefunden zu haben. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für den Tipp mit dem kurzen Weg von Buchautor Josef Probst aus Regen.

 

Ein kleiner Beweis dafür, dass man den Wackelstein auch wirklich bewegen kann, zeigt unser Video. Er hat sich wirklich bewegt !

 

Ganz am Rand noch etwas. Auf dem kurzen Weg zum Wackelstein ist uns dieser “Liebesbaum” aufgefallen. Zwei Bäume(Buche und Kiefer) sind ineinander verwachsen und ein Ast umschlingt beide auch noch. Natürlich ein Platz für menschlische Liebesbekundungen.

Liebesbaum

Zwei Bäume die sich umarmen

 

Hintergrund: Laut einem Zeitungsartikel vom 21.04.1999 wurde der Wackelstein im Jahre 1915 von Arthur Semmler aus New York entdeckt.

Vielen Dank für die Hintergrundinformationen, die mir die Touristinformation Saldenburg zur Verfügung gestellt hat.
Literatur: Der Wackelstein findet im Buch von Manfred Böck, ” Opfersteine,Göttinenquellen und Druidenthrone” seine Erwähnung. Erschienen ist das Buch im Ohetaler Verlag.

1. Juni 2014
von Wanderer
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Waldkirchen

Waldkirchen – die südlichste Stadt der “Drei im Woid”

Alter Kaufmann Waldkirchen

Der Kaufmann Joseph Crusilla um 1800 – Marktplatz Waldkirchen

Waldkirchen ist mit ca. 10 000 Einwohner eher eine der größeren Städte im Bayerischen Wald und liegt im Landkreis Freyung/Grafenau. Sie ist recht gut von der Autobahn Passau-Deggendorf/Regensburg aus zu erreichen. Die östlichste Stadt Bayerns kennen sicher noch manche Gartenliebhaber, da die Stadt im Jahre 2007 die Landesgartenschau in Bayern in und um die Stadt präsentierte, nebenbei bemerkt, die erfolgreichste in Bayern.  Dem Besucher fallen als erstes die hohen Stadtmauern ins Auge, die man allerdings erst erkennt,  wenn man Waldkirchen näher kommt. Es handelt sich hier um eine Ringmauer aus der Mitte des 15.Jahrhunderts. Ursprünglich hatte die Mauer auch noch 12 Türme, von denen relativ wenig erhalten ist. Hinter diesen Mauern findet der Besucher eine schöne Altstadt vor. Besonders gut hat uns der verkehrsberuhigte Marktplatz gefallen. In der Mitte des Marktplatzes dominiert ein Kaskadenbrunnen, an dessen Stelle früher der Stadtbach verlief. Das Wasser wurde früher u.a. zum Bierbrauen und Wäschewaschen verwendet. Das kann man sich heute nur noch sehr schwer vorstellen, gerade im Hinblick auf unseren heutigen Hygienevorschriften.

Alte Ringmauer Waldkirchen

Die alte Ringmauer hatte 10 Wehrtürme und 2 Tortürme- erbaut 1460-1470

Die Stadt befindet sich am Goldenen Steig. In früheren Zeiten handelte man von Waldkirchen aus bis nach Italien mit Waren. Davon erzählt heute noch die Figur des Kaufmanns Joseph Crusilla( um 1800) am Marktplatz. Die Steinfiguren an verschiedenen Stadthäusern sind sogenannte Radabweiser. Die Steine waren früher wohl nicht so prunkvoll gestaltet. Sie dienten einzig dazu, die Räder, der ums Eck fahrenden Kutschen fernzuhalten, damit die Hausfassade und das Mauerwerk nicht beschädigt wurden. Mittlerweile gibt es mehrere der Radabweiser aus heimischen Granit, für Ehrungen oder andere Anlässe, z. Bsp. den Salzsäumer zum 1000jährigen Jubiläum des “Goldenen Steiges” oder das Trachtenmädchen, das wohl die Sehnsucht des “Hochzeiters” (siehe unten im Text) stillen soll, aus Anlass der Stadterhebung.

Ewiger Hochzeiter

Der ” Ewige Hochzeiter” aus dem Jahre 1850

Die hübschen Figuren, die man heute am Marktplatz von Waldkirchen sieht, ziehen einen magisch an. Die meisten der heutigen Figuren hat der Waldkirchner Künstler Manfred Werner geschaffen. Die älteste Radabweiserfigur am Marktplatz ist der ” Ewige Hochzeiter” aus dem Jahre 1850. Sie wurde von Matthias Hausbäck einem heiratsunwilligen Anwohner als Aufforderung  zum Handeln gewidmet. Man kann sich noch heute sehr gut vorstellen welche Aufmerksamkeit diese Figur früher gehabt haben muss. Und welche Hähme der ” Unwillige” erdulden musste.

Weitere Figuren sind z.B. die Marktfrau Maria Hackinger, der Chirurg Johann Caspar Staudenhöchtl ca. 1835, der Herr Marktricht um 1803, der Säumer mit Pferd und Salzkisten und der Wirt, stellvertretend für viele andere Wirte in der Stadt.

Uns haben diese Figuren und die damit verbundenen Geschichten, die die Personen mit der Stadt verbinden, sehr gut gefallen.

Blick auf Waldkirchen

Die Stadt im unteren Bayerischen Wald, Waldkirchen aus der Ferne betrachtet

Waldkirchen muss man sich unbedingt anschauen, auch wenn der Fernblick auf die Stadt nicht gleich so einladend aussehen mag, wie das der ein oder andere Reiseführer bemerkt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Und wie wir von anderen Gästen mehrmals gehört haben, ist das Waldkirchner Karolibad bestens zum Relaxen geeignet. Wers eher grausig und mystisch haben will, bekannt ist auch die Waldkirchener Rauhnacht in der ersten Januarwoche. Eine kleine, lebendige und gemütliche Stadt also, ganz südlich im unteren Bayerischen Wald.

19. Mai 2014
von Wanderer
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Das verschwundene Dorf im Bayerischen Wald -Leopoldsreut

Schon desöfteren haben wir vom mysteriösen,  geheimnissvoll verschwundenen Dorf in einer der unwirtlichsten Gegenden des Bayerischen Waldes gehört und, natürlich, wie bei allen Menschen löste das Neugier aus.

Leopoldsreut

Ein Dorf, das es nicht mehr gibt – Leopoldsreut

 

Ein verschwundenes Dorf, womöglich verwunschen, mit einem Fluch belegt oder ausradiert, bestimmt eine Katastrophe, ein Meteoriteneinschlag, dem Erdboden gleich gemacht, die Fantasie kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Jetzt haben wir es gesehen….und wie immer, es ist ganz profan, fast alltäglich. Wir sprechen vom Dorf Leopoldsreut, das wir jetzt endlich “besucht” haben oder das, was davon übriggeblieben ist.

Altes Schulhaus Leopoldsreut

Das alte Schulhaus in Leopoldsreut im Jahre 2014

Das ehemalige Leopoldsreut liegt im Landkreis Freyung-Grafenau, und dort nahe an der Grenze zu Tschechien, sprichwörtlich im tiefsten Wald, jedenfalls heute. Denn als es die Gemeinde noch gab, lag sie ungeschützt und nicht bewaldet auf einer Hochebene direkt am Berg Haidel(1167m). Gegründet im 17.Jahrhundert, war es lange Zeit eine Mautstation am sogenannten “Goldenen Steig”, nachdem dies immer mehr an Bedeutung verlor, wurde eher Landwirtschaft und Viehzucht betrieben, oder die Menschen fanden Arbeit in den Glashütten und Hammerwerken. Aber im 18./19.Jahrhundert begann dann das langsame Abwandern der Menschen und das Sterben des Dorfes, im Jahr 1963 wurde Leopoldsreut dann aufgelöst. Die Häuser wurden abgerissen, nur die Kirche und ein Schulhaus stehen von den ehemals 35 Häusern heute noch. Heute sieht man von den Häusern, Höfen oder dem Wirtshaus nichts mehr. Sie wurden komplett “entfernt. Mittlerweile wird auf Schautafeln und in Infomaterial entlang der ehemaligen Dorfstrasse sehr gut über Leopoldsreut informiert.

Hausreste Leopoldsreut

Die Rest eines alten Hauses im heutigen Wald von Leopoldsreut

Als wir den Ort besuchten, der heute komplett im Wald liegen würden, bekamen wir eine Ahnung wie die klimatischen Verhältnisse auf einer offenen Landschaft gewesen sein müssen. Hart, kalt und wirklich gnadenlos. Es pfiff und peitschte der Wind, Schneeregen und Hagel prasselten auf uns ein, und das im Mai, riesige Fichten rahmen das Gelände komplett ein. Wie man auf den Infotafeln erfährt, war der Winter unerbittlich hart, die Ortschaft wochen oder gar monatelang von der Aussenwelt abgeschnitten, man musste sich ernähren von dem, das noch da war. Dies alles spürt man, so finden wir jedenfalls, immer noch an diesem Ort. Es fühlt sich nach einer gewissen Trostlosigkeit, Einsamkeit und Entbehrung an. Auf jeden Fall ist es lohnenswert, Leopoldsreut zu besuchen. Und wenn man ehrlich ist, gibt es auch heute noch im Bayerischen Wald Ansiedlungen oder Orte, die schon das gleiche Schicksal ereilt hat oder ereilen wird. Ein Besuch an diesem unwirklichen Ort lohnt sich auf jeden Fall. Vom Ort Bischofsreut, nahe Haidmühle, aus, erreicht man den etwa 4km entfernten Ort recht gut zuerst über eine geteerte Strasse, dann über eine Forststrasse. In Bischofsreut ist alles gut ausgeschildert. Etwa 1,5km vor Leopoldsreut befindet sich ein großer Parkplatz, von dort aus sind es etwa 15min zu Fuss nach Leopoldsreut. Dort wurden mit Engagement Infos zusammengetragen und auf Schildern gut präsentiert. Während des Besuches haben wir uns immer wieder gewundert, dass mittlerweile ein dichter Fichtenwald rund um den Ort den “Himmel verdunkelt”. Des Rätsels Lösung war dann auch interessant. Nach Auflösung des Dorfes fiel das Land an den Freistaat Bayern, der sofort damit begann ausschließlich Fichten zu pflanzen. Es wird keinen wundern, regelmässig fielen diese den Schneebrüchen zum Opfer. Erst im Jahr 2000 erkannte man anscheinend bei den zuständigen, kompetenten Behörden, dass Monokulturen in solchen Regionen überhaupt nicht funktionieren und man begann endlich den Bergmischwald anzulegen, der jetzt so hochgepriesen und in aller Munde ist.

Schautafel Leopoldsreut

Ein Ausschnitt der vielen Schautafeln im Dorf

In weiteren 20 Minuten kann man von Leopoldsreut zum Gipfel des Haidel gehen. Vom dortigen Aussichtsturm aus hat man bei gutem Wetter eine schöne Fernsicht.

11. Mai 2014
von Wanderer
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Ungewöhnliche Kirche in Ludwigsthal

Die Herz Jesu Kirche in Ludwigsthal im Bayerischen Wald

Schöne Kirchen ziehen die Menschen immer wieder magisch an, oft auch gerade diejenigen, die nicht religiös sind. Es liegt manchmal an der Größe eines Gebäudes oder eventuell auch an der reichhaltigen Inneneinrichtung, und so ist es auch in dieser ganz außergewöhnlichen Kirche im Bayerwald, der Herz Jesu Kirche in Ludwigsthal(Lindberg) in der Nähe zur Stadt Zwiesel. Die Kirche liegt direkt an der B11 auf der Strecke von Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein.

Herz Jesu Kirche Lindwerg

Der Eingang zur Herz Jesu Kirche in Ludwigsthal(Lindberg)

Durch den Tipp eines Freundes sind wir erst auf die, auf seine Art. wohl einzigartige Kirche in Deutschland, aufmerksam geworden. Danke schön an Christian dafür.

Die Kirche wurde 1893 bis 1894 im neoromanischen Stil erbaut. Neoromanisch bedeutet, dass man sie im Baustil derRomanik nachgebaut hat. Architekt war Johann Baptist Schott aus München. Dieser beauftragte für die Innenausmalungen den Münchner Franz Hofstätter. Der Münchner Maler wurde dabei auch noch von anderen Künstlern unterstützt. Dies waren u.a. Eugen Hasenfratz und Franz Kruis. Hofstätter entwickelt bei seiner Malerei nach und nach einen eigenen Stil, den man wohl  als dem Jugendstil nahe bezeichnen kann.

Wer die Kirche in Ludwigsthal betritt wird im ersten Moment noch vom Dämmerlicht begrüßt. Erst allmählich gewöhnen sich die Augen an die Lichtverhältnisse ohne elektrische Beleuchtung. Dann aber erkennt man die Wände und Decken, die über und über bemalt sind. Die neoromanische-neobyzantische Bilderwelt wurde in über sechsjähriger Arbeit (1895-1901) vollendet und beeindruckt noch heute die  Besucher und Gruppen, die nach Ludwigsthal kommen. Man hat fast das Gefühl, hier konnte einer einfach nicht mehr mit dem Malen aufhören. Mit solch umfangreichen Bildergeschichten konnte man auch Analphabethen die Heilige Schrift und deren Zusammenhänge näher bringen. Deshalb verwendete und verwendet  man auch heute noch in Kirchen oder anderen repräsentativen Gebäuden u.a. diese Bildersprache.

Nach der Fertigstellung der Kirche gab es jedoch noch einigen Ärger mit dem zuständigen Bistum. Die Geistlichen in Passau hatten sich das Ganze wohl nicht so vorgestellt.

Bemalte Kirchen

Innenraum der Herz Jesu Kirche in Thersienthal

 

Zur Zeit wir die Kirche restauriert, besser gesagt werden die Bemalungen konserviert, und ausgebessert. Die Kosten werden auf etwa 3 Millionen Euro geschätzt. Den Großteil der Kosten übernimmt die Diözese Passau.

Die Bilder sind mit einer Kalkmischung mit Farbpigmeneten(Seccotechnik) gemalt, die jetzt beim drüber streichen mit der Hand abfärben. Diese umfangreiche Bilderwelt zu erhalten ist eine schwierige Aufgabe für die Kirchenmaler.

Zusätzlich zu den Malerarbeiten wird auch die Beleuchtung angegangen.  Man versucht so wenig wie möglich die Innenwände mit Kabelleitungen zu zerstören. Zum Teil leitet man die Elektroleitungen über die Außenfassade. So möchte man ereichen, dass die Bilder künftig gut zur Geltung kommen können. Aber auch hier ist es ein Spagat zwischen Erhalt auf der einen Seite und Sichtbarkeit für Besucher auf der anderen Seite.

Innenansicht bei Dämmerlicht fotografiert

Innenansicht bei Dämmerlicht fotografiert

Eine weitere schöne Kirche im Bayerischen Wald ist die Wallfahrtskirche Weissenregen bei Bad Kötzting.

4. Mai 2014
von Wanderer
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Kunstwanderweg-Eschlkam

Fährt man von Neukirchen b. hl. Blut nach Furth im Wald, fällt einem unweigerlich eine Pyramide und ein Feld mit Fahnen entlang der Strasse ins Auge.

Kunstwanderweg-Übersichtskarte

Wegekarte am Parkplatz Lemingerhöhe bei Eschlkam

Dieser Kunst-Wanderweg, den diesen kennzeichnet die Pyramide, entstand im Jahre 2001 und führt in einem Rundweg vom Markt Eschlkam über die sogenannte Lemingerhöhe nach Stachesried und von dort zurück über den unteren Weg entlang der Strasse zum Ausgangspunkt.  Die dabei aufgestellten  Kunstobjekte sind von deutschen und tschechischen Künstlern geschaffen worden.

“Grenzbegegnungen – Wege zwischen Ost und West” lautet das Motto, unter dem man diesen schönen Weg mit Kunst führt. “Haus Europa” heißt zum Beispiel das Kunstobjekt, das eine auf dem Kopf stehende Pyramide mit vielen Eisenstäben zeigt. Es wurde von der Bundeswehr und der tschechischen Armee gemeinsam gesponsort. Bedenkt man die Geschichte, die die Grenzregion hier hat, verwundert es nicht, dass die ehemals verfeindeten Armeen hier im friedlichen Miteinander  ein Kunstwerk stiften. Von hier aus hat man ja immer noch einen freien Blick zu den ehemaligen Natotürmen aus Zeiten des kalten Krieges. Wenn ihr hier in der Gegend seid, nehmt euch Zeit und die Sesselbahn auf den Hohenbogen und schaut euch die Türme aus der Nähe an.

Steinkunst-Sonne-Mond

Unser Startpunkt des heutigen Spaziergangs – im Hintergrund der Ort Eschlkam und der Drachensee bei Furth i.W.

 

Schöne Ausblicke über den Drachensee, Eschlkam und den Hohenbogen

Hohenbogen mit Rapsfeld

Der Blick vom Kunstwanderweg hinüber zum Hohenbogen mit den ehemaligen Natotürmen

Von der Lemingerhöhe ( Höhenweg) hat man einen traumhaften Blick hin zum Drachensee auf der einen, und den Hohenbogen af der anderen Seite des Weges. Heute wollt ich die Strecke vom Parkplatz am Kunstwerk Sonne + Mond bis zum Pavillon ( Pyramide in Stachesried) austesten. Die ersten ca. einhundert Meter ab dem Parkplatz sind geteert, danach führt ein Feldweg weiter. Zur Rechten hat man fast immer einen guten Blick entlang des Hohenbogens. Weiter unten führt die Straße entlang nach Stachesried-Luft. Nach zehn Minuten kommen wir an den Waldrand, hier geht es gleich links in den Wald und immer weiter entlang des Trampelpfades. Wenige Minuten später erreichen wir ein Bank und können schon auf unser Ziel hinab schauen, den Pavillon.

Nun haben wir zwei Möglichkeiten zur Pyramide zu kommen. Der schnellste Weg ist der gerade aus über die Wiese, nach etwa hundert Metern führt diese Richtung auf einen Feldweg und  geradewegs zum Pavillon. Der offizielle Weg führt am Waldende rechts hinauf, wieder herunter und an einer Kapelle vorbei. Von der Kapelle geht es dann links hinauf über einen festen Wirtschaftsweg zum Pavillon. Alles in allem seid ihr in ca. 30-40 Minuten am Ziel. Der Weg ist bis zum Waldrand auch für den Kinderwagen geeignet. Das Wegestück im Wald würde ich aber Fahrer/in und “Inhalt” eines Kinderwagens nur bedingt empfehlen, da es leicht schräg und manchmal mit Wurzeln und Steinen bedeckt ist. Es rumpelt und pumpelt in meinem Bauch……

Dieses Teilstück des Kunstwanderweg eignet sich fast zu jeder Jahreszeit für einen Spaziergang. Besonders romantisch kann man hier auch den Sonnenuntergang erleben. Bank vorhanden…..!

Pavillon-Kunstwanderweg

Pyramide- bei Luft (Stachesried)

22. April 2014
von Wanderer
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Hohenbogen

Bequemer Ausflug zum Hohenbogen – in 20 Minuten am Gipfel

Hohehnbogen Natotürme

Hohenbogen mit ehe. Natotürmen – Sonnenaufgang im Januar

Der “Hohenbogen” ist einer der für Wanderer und Ausflügler interessantesten und ergiebigsten Bergrücken im Oberen Bayerischen Wald. Er erstreckt sich über eine Länge von 8km und besteht aus mehreren Gipfeln.  Auf seinen höchsten Punkt  führt eine Sesselbahn hinauf. In knapp 20 Fahrminuten ist man damit an der Bergstation. Das ist der schnellste und offensichtlich zugleich der bequemste Weg, um sich bei schönem Wetter einen Ausblick auf Neukirchen und das Land hinter Eschlkam und Furth im Wald zu gönnen. Ausgangspunkt ist der Markt Neukirchen bei Hl.Blut. Kurz vor Ortsausgang geht es gut ausgeschildert nach rechts hinauf zum Sessellift und der Sommerrodelbahn. Nach etwa fünf Minuten erreicht man den großen Parkplatz der Talstation mit dem Wirtshaus. Dort kann man die Karten für den Sessellift erwerben,Einzelstrecke(6,50Euro) oder “Rauf und Runter”(8,50 Euro). Wer von der Talstation aus zu Fuß zum Gipfel wandern möchte geht am besten den Weg N 10. Je nach Kondition braucht man für die Strecke 1-2 Stunden. Oder für einen etwas weiteren Wanderbogen den Weg N3 über die Diensthütte und den Schwarzriegel mit den ehemaligen Natotürmen. Die Wege sind gut ausgeschildert.

Über den Rücken des Hohenbogen führt übrigens der Goldsteig-Wanderweg, außerdem gibt es Zuwege zum Goldsteig. Man trifft deshalb hier sehr oft Wanderer und Mountainbiker, die nach  Neukirchen bei heilig Blut oder in Richtung Rimbach unterwegs sind.

Die ehemaligen Nato-Türme

Natoturm Hohenbogen

Die ehelmaligen Nato-Türme am Hohenbogen

Das Besondere an unserem heutigen Ausflug sind die am Gipfel stehenden ehemaligen Natotürme. Von hier aus hat die Nato zu Zeiten des kalten Krieges den “Feind” im Osten abgehört, und wahrscheinlich nicht nur den Feind. Offiziell stillgelegt wurde der Horchposten erst 2004, zu ersten Mal in Betrieb genommen wurde die Abhöranlage im Jahr 1967, also mitten im “Kalten Krieg”. Stationiert waren dort oben am Hohen Bogen amerikanische und französiche Einheiten, die ihre Kasernen in umliegenden Gemeinden hatten.  Ältere Einwohner der Gegend können sich noch immer an manche Begebenheiten mit den “Türmen” erinnern. Eine ähnliche Anlage gab oder gibt es auch am ca. 30km weiter gelegenen Arbergipfel.

Die stillgelegten Türme und den sogenannten Sektor F erreicht man am schnellsten, wenn man mit der Hohenbogenbahn ( Seeselift) fährt und, oben angekommen, gleich nach recht weiter geht. Von der Bergstation aus kann man zwei der Türme schon sehen. Von hier sind es gerade einmal noch 15 Minuten zu Fuß über eine geteerte Straße. Dann erreicht man den ehemaligen Horchposten. Der höhste der Türme ist 75 Meter hoch, der zweite Turm ist 72 Meter hoch. Das Areal wurde 2006 von einer Privatperson gekauft. Geplant waren schon einmal ein Restaurant, ein Künstlerdorf und ein Hotel. Nach neuesten Plänen soll nun eine Aussichtsplattform auf dem höchsten der Türme  errichtet werden. Dazu wird eine Stahl-Außentreppe montiert. Jeder, der schon einemal hier oben bei schönen Wetter gesessen ist, kann sich vorstellen, wie gigantisch der Blick über den Bayerischen Wald erst von dieser Aussichtsplattform wäre. Das Ganze ist als eine Art ” Selbstbedienungs-System geplant. Ich hoffe nur, dass das Vorhaben klappt und nicht wie die bisherigen Pläne nicht realisiert werden können. Man hätte dann bei klarem Wetter einen  beeindruckenden Ausblick bis zum Drachensee bei Furth im Wald und in den Lamerwinkel Richtung Osser und Arber.

Hohenbogenbahn und Freizeitzentrum

Natürlich sind wir wieder mit dem Sessellift hinuntergefahren, obwohl wir laufen wollten, aber so eine Fahrt ist einfach zu schön, jedenfalls für uns. Unten an der Talstation befindet sich auch das Sport und Freizeitzentrum HohenBogen, ein schönes Ausflugsziel mit Sommerrodelbahn, Graskartbahn, Kinderfreizeitwelt usw.

 

 

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