Acht Eintausender..vom Eck zum Arber

Erfahrungsbericht zur Tageswanderung vom Eck zum Großen Arber

Seit fast zwei Jahren nehmen wir uns vor, endlich ein paar Etappen des „Goldsteiges“ zu erwandern, heuer nach den sintflutartigen Regenfälle sind wir letzte Woche losgegangen und fingen gleich  mit  einer großen Tour, acht Eintausender auf der fast 17km langen Route vom Gasthaus „Eck“ zum Arber, an. Danach wollten wir noch zwei Tagestouren weitermachen.

Gipfel im Bayerwald

Die Gipfel entlang des Golsteiges

Gleich vorneweg, es war wahnsinnig….toll,  fanden wir jedenfalls. Am Dienstag morgen um 7.30h haben wir uns zum Eck hinter Arrach(Lam) bringen lassen und sind von dort um etwa 8.00h in Richtung erstem Gipfel, den Mühlriegel mit 1080m, losgezogen. Es regnete…., den ersten Unterstand nach stetigen, aber maßvollem Bergauf nutzten wir, dem Nass etwas zu entkommen, weiter gings zum, mit 1156m geringfügig höheren, Ödriegel. Dort waren wir dann bis auf die Socken nass. Gott sei Dank waren die Temperaturen massvoll.  Bis zum Schwarzeck, dem nächsten Gipfel auf 1238m war es nochmals eine gute Stunde über offenes, relativ ebenes  Gelände, also Dauerberieselung. Der Weg führt über das sogenannte Waldwiesmarterl mit einer Höhe von etwa 1140m.

Waldgrenze im Juni am Enzian

Eindrücke am Kamm des Goldsteiges

Der kurze Anstieg zum Schwarzeck ist recht anspruchsvoll mit hohen Steinen und groben Wurzeln. Oben am Gipfel hörte es dann plötzlich auf zu regnen, und zwar für die nächsten Tage.  Nebel und Aufreißen der Wolken wechselten sich ab, einmal sah man hinunter bis ins Tal  oder zum Osser hinüber, dann wieder nur 10m weit. Trotzdem konnten wir die herrliche Aussicht erahnen. Vom Schwarzeck gehts dann leider wieder bergab zum nächsten Unterstand. Man ahnt es, man muss wieder steil hoch.  Die wenigen Unterstände sind gerade  auf dieser Strecke auf jeden Fall ein Kritikpunkt,  nur ein Unterstand auf den Kammstrecken ohne Wald, d.h. wenns regnet, dann hat man wenig Chancen, nicht durchnässt zu werden, trotz Regenkleidung.  Wenn man unten in der Talsenke angekommen ist, geht es nach rechts Richtung Schareben, wo man gut essen soll, wir habens nicht probiert, aber schon viel davon gehört. Unverdrossen sind wir Richtung Heugstatt gewandert, etwas euphorisiert, dass es tatsächlich nicht mehr regnet. Hier oben ist eine interessante Landschaft, sieht leicht utopisch aus, zwischen riesigen Heidelbeersträucher, die einem leider die Hosen gut durchnässen, kleinen hochkommenden Ebereschen  und sumpfigem Gras, liegen und stehen grauschillernde, abgestorbene Baumfragmente.

Enzaian- Gipfelberg

Skurille Baumstämme am Gipfel

Wir können den nächsten Gipfel, den 1287m hohen Enzian schon sehen, und vor allem können wir sehen, wie steil es hinaufgeht. Das ist der Nachteil des offenen Geländes, man sieht jetzt schon immer den nächsten Gipfel. Hin und wieder kann man den Kleinen und den Großen Arber schon sehen. Vor dem Ziel liegt aber noch ein kleines Moor, der unseren Schuhen endgültig den Garaus macht, eigentlich könnte man sagen, wir sind im Bach gewandert, ausweichen geht nicht, denn auch dort ist reiner Sumpf. Nach etwa 5,5Std reiner Wanderzeit haben wir tatsächlich, nach einem wirklich beschwerlichen Aufstieg, den kleinen Arber erreicht. Sinnigerweise steht unten vor dem Aufstieg der Spruch „sehr steil“. Oben auf dem Gipfel wars erst einmal Ende, keine Wegmarkierung zu sehen, überall lagen Bäume kreuz und quer. Anscheinend hatte man schon mit den Wald- und Holzarbeiten begonnen und war vor dem großen Regen geflüchtet.

Waldweg entlang des Goldsteig

Impressionen des Goldsteigs bei Regen

Wäre nett gewesen, wenn man ein paar Schilder dagelassen hätte. Hier der Tip, es geht nicht über den Gipfel des kleinen Arber hinüber, sondern man lässt in rechts liegen und steigt steil nach unten ab. Dann nach etwa 10min erreicht man die Chamer Hütte, die eigentlich von 9.00h – 17.00h geöffnet sein sollte, es aber nicht war. Von dort kann man dann bequem den wieder aufgetauchten Goldsteigmarkierungen auf einem recht breiten gekiesten Weg nur sehr mässig ansteigend folgen. Wenn es keinen Nebel hat, sieht man von hier schon die ersten Felsen des Großen Arbers. Geschätzte 50-60min ist man jetzt noch unterwegs. Der normalerweise wahrscheinlich schöne Holzbohlenweg als letzter Anstieg entpuppte sich bei uns leider als reißender Bach, aber es ging, wir waren jetzt ja abgehärtet, oder das Ziel, die Arberschutzhütte, war nah, oder auch schon egal…..
Am Ende der Holzbohlenweges befindet sich direkt der Gipfelrundweg und wenn es manchen so geht wie uns, dann findet er den Weg zu seiner Unterkunft vor lauter Nebel nicht mehr, wir sahen nur mehr 10m und der König des Bayerischen Waldes machte seinen Ruf alle Ehre, wetterwendig, plötzlich richtig kalt, neblig, abweisend…Auf dem Gipfelrundweg, den wir in Ermangelung eines Schildes(für alle:  es geht zum Gipfel und zum Schutzhaus gleich nach den Holzbohlen nach rechts zum Arberschutzhaus) dann erstmal abwanderten trafen wir die ersten Menschen an diesem Tag. Sie suchten auch den Gipfel. Irgendwann schlugen wir dann die richtige Richtung ein und landeten mittels Aufzug(Jawohl!!!) direkt vor der Arberschutzhütte des Bayerischen Waldvereins.

Arberschutzhaus bei Sonne

Arberschutzhaus am nächsten Tag bei Sonnenschein

Diese wurde vor einiger Zeit komplett renoviert und mit neuen Unterkünften ausgestattet, eine Übernachtungsmöglichkeit ist auch noch die darunter liegende Eisensteiner Hütte, aber wir fandens toll im Schutzhaus, der Wirt sehr nett, auch die nach und nach eintrudelnden Wanderer nett, man kann sich gut unterhalten und auch gut essen. Es gibt ein Einzelzimmer, ein paar Doppelzimmer und mehrere Mehrbettzimmer, reservieren ist zu empfehlen, aber an diesem Tag waren auch noch Zimmer frei.
Da dies, wegen des bisherigen schlechten Wetter, unsere erste Wandertour 2013 war, fanden wir die Etappe hauptsächlich wegen der Länge anstrengend, aber schon gut zu bewältigen. Wir trafen auf der Hütte natürlich auch einen dieser etwa 70Jährigen, die schon um 5.00h früh eine Etappe vorher losgehen und locker ankommen, aber davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen, die meisten dieser Waldfexe gehen jede Woche eine Tour.  Erstmals sind wir eine Tour mit Wanderstöcken gegangen und wir finden sie super, es hat gut geholfen, vor allem auf den wirklich steinigen Wurzelwegen bergab sind sie sehr zu empfehlen. Außerdem, auch wenn es keine 30Grad hat, unbedingt genügend Wasser mitnehmen. Wir waren zu zweit und hatten etwa sechs Liter Wasser dabei, die wir auch fast aufgebraucht haben. Beim Essen abends waren wir uns einig, dass man diese Tour nur ungern bei hochsommerlichen Temperaturen gehen sollte, da es ganz lange Strecken über offene Kammlagen geht, wenn, dann auf jeden Fall Kopfbedeckung mitnehmen. Nachdem wir gut gegessen und gesessen haben, sanken wir in die Kissen. Und tatsächlich am nächsten Morgen gegen fünf Uhr ging die Sonne an einem strahlend blauen Himmel im Osten des Bayerischen Waldes auf.

Übrigens, der Wandwerweg nennt sich “ Goldsteig“. Gerade der Begriff „Steig“ darf  schon das ein oder andere Mal auf dieser Strecke wörtlich genommen werden. Manchmal ist der Weg nur fussbreit und sehr steil und uneben. Manchmal ist die Wegführung auch nur noch zu erahnen.

 

Hier noch ein kleiner Rundblick vom Arber hinunter ins Tal und Bayerisch Eisenstein. Unser nächstes Reiseziel.