Fürstenzeche

Die kleine Stollenwerkanlage befindet sich in der Nähe der Stadt Lam. Etwa 2 km auserhalt der Stadtmitte kann man ein schönes Stollensystem entdecken und in einer Führung erkunden. Der Besitzer und Führer ist ein leidenschaftlicher Mineraliensammler und erklärt, bevor es in das Bergwerk, geht die Geschichte.

Am Eingang zum Bergwerk in Lam

Eingangstor zur Fürstenzeche

Wir sind  am letzten Wochenende gerade zwischen zwei Führungen angekommen und haben den einführenden Vortrag nicht gehört. Mit zwei weiteren Teilnehmern können wir aber noch zwischen durch rein. Unterhalb des Bergwerks führt der Wanderweg “ Gläserner Steig“. Deshalb trifft man hier bei den Führungen immer auch Wanderer an. Unser Bergwerksführer ist zugleich auch der Betreiber des „Glück auf Cafe“. Deshalb muss er zuerst das Cafe absperren und uns den Stollen aufsperren. Er ist sehr nett und erklärt uns als erstes, dass wir einen Helm aufsetzen müssen. Kurze Zeit später wissen wir auch warum. Einer der Teilnehmer streift die Stollendecke kurz und verliert den Helm. Nix passiert, Dank Helm!

Berghelme für Stollenbesichtigung

Helme liegen für die Besucher bereit

Jetzt geht es weiter. Wir erfahren dass der Zugang einst gesprengt war und 40 Meter tief verschüttet war. Nur mit viel Mühe und Monate langer Arbeit konnte der Stollen von 70 cm tiefen Schlamm befreit werden. Der Eingangsbereich wurde anschließend am Boden betoniert und die Wände und Decke mit einem System aus Stahl und Betonplatten gesichert. Alles entspricht den Richtlinien der Bergwerksbehörden, so unser Stollenführer. Der Gang ist gut mit normalem Schuhwerk und ohne Schutzkleidung zu begehen. Hier hatte ich doch im Vorfeld Bedenken, dass der Stollen schmutzig wäre. Das ist nicht der Fall. An der Seite und am Boden entlang fließt ein kleines Rinnsal an Grundwasser. Der Stollengang ist leicht feucht, so wie nach einem Regenfall. Die Kleidung bleibt bei unserem Besuch trocken.

Blick aus dem Stollen zur Eingangstür

Blick aus dem Stollen zur Eingangstür

Seltene Kristalle und Asthamlinderung

Wir werden über die Geschichten und Ereignisse beim Ausbau des Bergwerks informiert. An zwei Stellen im Gang befinden sich Schaukästen in denen man zum Teil seltene Mineralien und Steine beschauen kann. Ich hab keine Ahnung von Steinen, nur ein Stein hat mich beeindruckt. Es ist ein sehr seltener Kristall, der wie ein Pilz aussieht und aus zwei Teilen besteht. Dem Stiel und der Kappe und auch noch in zwei Farben. Sieht lustig und interessant aus. An einer Stelle können wir auch noch eine alten Presslufthammer sehen. Bisher ging es etwa 50 Meter fast gerade aus. An einer Stelle verbreitet sich der Gang zu einem kleine Raum mit Liegen. Hier kann man sich bei Asthmaerkrankungen eine Linderung verschaffen. Die Patienten verbringen etwa 90 Minuten hier unten. Die Luft im Stollen ist um ein vielfaches reiner und besitzt fast keine Verunreinigungen. Diese Asthmastollen bieten mittlerweile auch noch andere Stollen an.

Fürstenzechen innen

In der Mitte angekommen. Von hier geht es 52 Stufen nach unten

Jetzt geht es 52 Treppen nach unten. Hier bleiben wir an einem Absatz stehen und werden auf einen Stolleneingang aufmerksam gemacht der weiter nach unten führt. Dieser Gang ist aber noch nicht öffentlich begehbar. Es geht noch etwa 120 Meter( kann nicht begangen werden) weiter nach unten und dort befindet sich ein Wasserbecken mit etwa 25.000 Kubikmeter Grundwasser. Wir erfahren noch etwas über den anstrengen Bergbau und die verschiedenen Sicherungsmaßnahmen. Im nächsten Gang geht es dann nochmal gerade aus und wir werden Zeugen wie ein altes Uranglas leuchten kann. mehr möchte ich nicht verraten. Mich hat es sehr beeindruckt.

Eine Alternative für schlechtes Wetter

Die ganze Führung wird wohl etwa eine Stunde dauern, wir waren ja Quereinsteiger und somit etwas früher fertig.

Dieses Ausflugsziel eignet sich meiner Meinung nach für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gut. Gerade wenn es mal regnet und man sonst kein Programm geplant hat lässt sich die Fürstenzeche einfach mal zwischen drin einbauen. Die Gänge sind zwar ziemlich hoch, trotzdem kann sich der ein oder andere Stollenbesucher wegen Platzangst unwohl fühlen. Dann kann man immer noch schnell nach draussen gehen. Der Stollen ist ja nicht so groß.

Wanderschild am gläsernen Steig

Tafel unterhalb der Fürstenzeche

 

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