Gläserne Gärten und Glashütte in Frauenau

„Im Bayerischen Wald gibts überall Glas“, mit diesem Spruch verabschiedete uns ein betagter Verwandter in Richtung Zwiesel/Frauenau.

Glashütte Eisch

Die Glashütte Eisch mit dem Eingang zum Besucherraum

Schon lange hatten wir uns vorgenommen, mal eine Führung durch eine Glashütte zu machen. Mittlerweile ist es aber tatsächlich nicht mehr ganz so einfach, eine geeignete Glashütte im Bayerischen Wald zu finden.

Whiskykaraffe aus Glas

Eine Whiskykaraffe, noch nicht ganz fertig ist

Letzte Woche haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Angelockt durch die Aussicht auf einen sonnigen Spaziergang mit Kulturerlebnis durch die „Gläsernen Gärten“in der Gemeinde Frauenau, haben wir dort am oberen Rand der Gartenfläche entdeckt, dass man die dortige Glashütte Eisch auch besichtigen kann. Die familiengeführte Glashütte hat eine 300jährige Glastradition.

Der Name Eisch ist mir persönlich durch den Studioglas-Pionier Erwin Eisch bekannt, er erhielt eine Gastprofessur in USA und holte auch Glaskünstler von dort in den Bayerischen Wald.

Die Glashütte selbst sieht außen aus wie viele kleine Betriebe, erst bei einer Führung kann man ermessen, welche Handwerkskunst, Fachkenntniss und Leidenschaft für Glas hier bestehen. Die Führung beginnt mit einer Filmvorführung in einer Art Kinosaal im Kleinformat mit der Geschichte der Glashütte Eisch, erzählt von einzelnen Familienmitgliedern.

Trompete aus Glas

Trompete aus Glas

Dann beginnt der Rundgang durch die einzelnen Bereiche wie der Brennofen , Glasbläser bei der Arbeit, Sandstrahlen, Schleiferei, Abkühlung und schildert dabei sozusagen den Werdegang des Glases. Man erfährt, dass es auch schon Musikdarbietungen in der Hütte gab, da hier unter anderem auch Musikinstrumente aus Glas hergestellt werden. Richtig unterhaltsam wurde die Führung, als der Senior der Firma spontan mit ins Geschehen einstieg, mit Elan und Leidenschaft hat er uns vom Wert des Glases seit den 50iger Jahren erzählt,… was er seiner Frau fürs Wohnzimmer geschenkt hat, was einmal die Jäger von ihm wollten, persönliche Erlebnisse und harte Zeiten aus der langen, selbst erfahreren Geschichte der Glashütte ……..und auch gleich mal demonstriert, was der Werkstoff Glas so alles kann. Die „schöne blaue Donau“ auf Gläsern gespielt und auf einer Glastrompete zum Halali geblasen. Das „Wow-Erlebnis“ hatte unsere kleine Gruppe dann im Raum, wo die Gläser mit Gold oder Platin versehen werden. Es wurde gerade eine Bestellung von ganz exquisiten Gläser, Karaffen und Tellern bearbeitet, es glänzte wie in Aladins Höhle.

Echtgold Trinkgläser

Mit Echtgold veredelte Trinkgläser

Am Ende der Tour erfuhren wir noch von speziellen Eigenschaften beim Glas, bestes Beispiel, das Rotweinglas mit Sauerstoff, tja,….das gibt es tatsächlich und der richtige Rotweinkenner wird jetzt wissen, wovon die Rede ist. Die Glashüttenführung ist unserer Meinung nach sehr informativ und zeitlich nicht zu ausufernd.

Glasmalerin

Die Glasmalerin dreht mit einer Hand den Teller und die andere Hand hält den Pinsel mit Echtgold-Farbe

Wer sich für Glas, die Glasstrasse und damit letztlich auch für die Geschichte des Bayerischen Waldes interessiert, ist hier gut aufgehoben. Die Führungen finden während des normalen Betriebs unter der Woche statt, Freitag/Samstag nur vormittags. Dauer der Führung ca. 45Minuten. Wer möchte, kann sich im kleinen Werksverkauf nebenan noch umsehen.

Glaskunstobjekt

Glasobjekt in den Gläsernen Gärten in Frauenau

Wir haben uns danach noch in die „Gläsernen Gärten“ begeben, eine Anlage neben der Glashütte, beginnend mit den Gärten Eisch am sanft abfallenden Hang mit Ausblick auf die Kirche von Frauenau, vorbei am Glasmuseum bis zur Glasmanufaktur Poschinger. Die Gesamtfläche beträgt ca. 8Hektar und es sind 24 Objekte internationaler Künstler ausgestellt. Auf der Aussenfläche ist kein Eintritt zu zahlen, nur für das Objekt auf dem Glasmuseum muss man den Eintritt des Museums begleichen. Wie wir erfahren haben, gibts auch musikalische Veranstaltungen in den Gärten(Auskunft durch das Touristbüro). Die Gärten sind barrierefrei und gut zu begehen. Wenn man die Objekte ausführlich betrachten und genießen will, sollte man etwas über eine Stunde einplanen.

Beim Glasmuseum gibt es auch noch einen Spielplatz, wenn`s für kleine Besucher mal zu anstrengend oder auch uninteressant wird. Einkehrmöglichkeiten sind das Cafe am Glasmuseum und natürlich mehrere Lokalitäten im Ortskern Frauenau.

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