Goldsteigetappe – Bayerisch Eisenstein zum Großen Falkenstein

Nachdem wir die letzen zwei Etappen des Goldsteig im Arbergebiet sehr gut hinter uns gebracht haben und vor allem auch das Wetter sich endlich einigermaßen zum Guten wendet, sind wir nach einem reichlichen Frühstück in der Pension Charivari losgegangen Richtung Großer Falkenstein. Unser erstes Ziel ist dabei das Schwellhäusl, eine, im ganzen Unteren Bayerischen Wald bekannte, ehemalige Holztriftstelle, die so ganz nebenbei ein wunderbar gemütliches Wirtshaus mit Biergarten bietet. Hierher gibt es mittlerweile mehrere Wege.

Schwellhäusl im bayerischen Wald

Schwellhäusl – ein schönes, altes Wirtshaus

Der Goldsteigpfad, den wir gehen, führt zum Bahnhof des Ortes Eisenstein, direkt davor geht es nach rechts weg in den Wald hinauf. Dabei kommt man am Eingang des Trauerwaldes vorbei. Hier kann man sich in der Natur in einer biologisch abbaubaren Urne zur letzten Ruhe legen. Mittlerweile sind etwa 600Menschen dort bestattet worden. An einem richtigen bayerisch-böhmischen Holzhaus vorbei steigt der steinige Weg zügig, aber nicht zu steil an. Es geht eigentlich mehr im Zickzack durch den Wald, einmal gerade hoch ansteigend, dann wieder eben nach links oder rechts, es geht vorbei am Poetensteig und ca. 1Std hinauf bis zum ersten Unterstand, dort kreuzt man eine bequeme Forststrasse. Wie wir später erfahren, hätten wir auch hier hoch gehen können, und zwar fast direkt von unserer Pension weg. Aber eigentlich sind wir froh den Waldweg und nicht die Forststrasse gegangen zu sein. Nach der Querung geht es recht zackig nach unten durch einen lichten Buchen-, Fichten und Tannenwald und zwar nochmals fast 50min. Dabei kommt uns leider in den Sinn, dass wir auf dem Rückweg leider wieder hier herauf müssen. Eigentlich führt die Goldsteigroute ja vom Großen Falkenstein zum Rachel und Lusen, aber soviel Zeit haben wir leider nicht.

Hirschkäfer -schwarzer Käfer im Wald

Weiblicher Hirschkäfer

 

Wir werden heute auf jeden Fall nach Bayerisch Eisenstein zurück wandern, dann werden ca. 35km in den drei Tagen gewandert sein, davon mehrmals über 1000m hinauf. Für alle, die diese wirklich tollen Höhentouren gehen möchten, es lohnt sich bestimmt, schon allein diese 3 Touren fanden wir wunderschön, aber auch sehr anstrengend, zum einem wegen des schlechten Wetters und dann war es unsere erste Wandertour für 2013.

Nach ca. 2Std haben wir dann das idyllisch gelegene Schwellhäusl erreicht, die Sonne strahlt, es ist warm und man kann es eigentlich kaum beschreiben, fast schon kitschig wirkt es. Wir setzen uns in den Biergarten und bestellen uns eine Brotzeit. Hier gibt es außerdem das Bier vom Stein oder auch Wasser von Stein, das alles bekommt man nur von einem eigenen Stand und man lasse sich also überraschen…..Um es vorweg zu nehmen, wir wären fast nicht mehr weggekommen, zu schön das Wetter und nachdem sich auch noch ein nettes Paar aus Deggendorf zu uns gesellt hat, können wir uns so gar nicht aufraffen. Irgendwann am Nachmittag wandern wir dann los, schon jetzt ist klar, dass wir nicht mehr zum Gipfel des Falkenstein hochlaufen, denn wir müssen ja auch noch zurück.

Bemooste Tanne am Waldboden

Wegbegleiter am Watzlik Hain

Also gehen wir den Hans-Watzlik-Hain, der direkt hinter dem See und der Trift beginnt. Es ist beeindruckend, hier wurde nichts mehr im Wald getan oder geordnet. Es herrscht eine ganz eigene Stimmung, man läuft entlang eines Wasserkanals, der vermutlich den See am Schwellhäusl speist. Umgestürzte Baumriesen liegen im Wald, der manchmal undurchdringlich und manchmal ganz licht ist. Es sind hier Bäume, vor allem Tannen, deren Ende bzw. Krone man nicht mehr sehen kann, so hoch sind sie. Nach etwa 50min kommt man zu einer Abzweigung, wir nehmen den Weg zurück Richtung Bayerisch Eisenstein. Über eine Forststrasse geht es mäßig steil nach oben, hier ist kein Mensch unterwegs. Am Ende des Hain stehen die größten Bäume, sie wirken umso mächtiger, da sie in einer Lichtung stehen. Weiter gehts nach oben, hier kann man ganze Tannenfamilien, Mama, Papa und eine Schaar Kinder sehen, außerdem wieder jede Menge Ebereschen, alles wirkt jung und frisch grün.

Fichten Jungpflanze

Der Fichtennachwuchs

Leider wirds jetzt immer steiler und wir müssen etwas aufpassen, da eine ganze Kolonie von weiblichen Hirschkäfern unterwegs ist. Weiterhin geht es steil bergauf, immer Richtung Bayrisch Eisenstein und plötzlich sind wir wieder beim Unterstand von heute vormittag angelangt. Obwohl es fast ausschließlich durch den Wald geht, sind wir gehörig ins Schwitzen gekommen. Also immer genügend Wasser mitnehmen ( unsere Tipps für Wanderanfänger), auch wenn man nicht durch baumloses Gelände wandert. Jetzt gehen wir den Weg, den wir gekommen sind, wieder zurück. Trotz der langen Rast im Schwellhäusl sind wir recht müde, vor allem weil wir ein Wahnsinnstempo vorgelegt haben, wie wir jetzt erst merken. Vor der Pension Charivari wieder angelangt, lassen wir uns auf die Stühle vorm Haus sinken und ordern bei unserer Wirtin, Frau Winter, einen Cappucino und schauen den Leuten, die vorbei kommen zu. Wir stellen fest, dass es eigentlich nicht groß stört, dass wir nicht auf den Großen Falkenstein gekommen sind, ein anderes Mal…….

Hier lest ihr unsere Wandererfahrung vom Arber nach Bayerisch Eisenstein am Vortag.

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