Gotteszell – Asamkirche, Kalvarienberg und Kloster

Der kleine Ort Gotteszell befindet sich im Landkreis Regen, nahe dem Markt Ruhmannsfelden, und zählt etwa 1200 Einwohner. Fährt man in den Ort ein, präsentiert sich gleich beim ersten Anblick die große Klosteranlage am Hang, bzw. die Teile, die von der Gesamtanlage noch existieren.

Abteikirche Gotteszell

Ehemalige Zisterzienserabtei und Abteikirche

Wir haben uns Gotteszell Mitte Juni, einen Tag nach einem großen Hagelunwetter, angeschaut. Den Ort erreicht man einmal mit der Waldbahn von Plattling oder Bayerisch Eisenstein aus oder natürlich mit dem Auto auf der B11 von Deggendorf in Richtung Ruhmannsfelden/Viechtach. Wir haben uns mit Mitgliedern des Freundeskreis Kloster Gotteszell e.V. verabredet. Wir interessieren uns nämlich unter anderem für das neue Projekt der Gemeinde Gotteszell, das sogenannte „Obere Schulhaus“. Dieses Gebäude war einmal Bestandteil der Klosteranlage und soll in den nächsten Jahren zu einem Zentrum der Gemeinde Gotteszell ausgebaut werden und unter anderem der Touristinfo und dem Freundeskreis Heimat bieten.

Das Kloster von Gotteszell-Cella Dei

Im Jahr 1285 wurde das Gebiet dem Zisterziensierkloster Aldersbach überschrieben, mit der Auflage zur Gründung eines neuen Klosters. Leider stehen von dieser Anlage heute noch die vom weiten sichtbare Abteikirche, das Obere Schulhaus und einige Privatgebäude. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster im Jahre 1803 aufgelöst.

Der neu gegründete Verein, „Freundeskreis Kloster Gotteszell e.V.“ widmet sich deshalb u.a der Instandsetzung des Oberen Schulhauses.

Oberes Schulhaus

Das Obere Schulhaus im Zentrum von Gotteszell

Mehr Informationen findet man unter: www.Kloster-Gotteszell.de

Abteikirche Gotteszell

Hier in diesem kleinen Ort steht eine Asamkirche, gestaltet etwa 1729, die Kunstinteressierte immer einen Besuch wert ist und zeigt das Fresko „Maria Himmelfahrt“ von Cosima Damion Asam. An der rechten Seite neben dem Altar befindet sich in einem seperaten Raum eine Apostelgruppe mit lebensgrossen Figuren von Johann Paulus Hager(Fischerkanzel Weißen Regen, Hochaltar Maria Himmelfahrt Furth im Wald)aus Bad Kötzting, gestaltet ca. 1750. Die imposante Orgel an der Empore stammt, anders als man denken mag, erst aus dem Jahre 1999 und ist als Konzertorgel konzipiert.

Asamkirche Gotteszell

Der Altar und das berühmte Asamgemälde der Abteikirche

Der Kalvarienberg

Wer nach dem Kunst- und Kulturerlebniss noch etwas Bewegung braucht, dem sei die Wanderung bzw. der Spaziergang zum Kalvarienberg empfohlen.Vom Kirchplatz aus führt der Kalvarienrundweg hinauf in den Wald. Entlang des neu renovierten Kreuzweges geht es zuerst mäßig ansteigend auf einem Wiesenweg nach oben und später, über Steinstufen, recht steil hinauf zur imposanten Kreuzigungsgruppe.

Kalvarienberg Gotteszell

Am Gipfel des Kalvarienberg – die Kreuzigungsgruppe

Bei Regenwetter sind die Stufen etwas rutschig und muss vorsichtig gehen, aber es lohnt sich. Bis zur Kreuzigungsgruppe benötigt man je nach Kondition etwa 15-20 Minuten. Etwa nach dem ersten Drittel erreicht man einen schönen Aussichtspunkt, der den Blick frei gibt auf Gotteszell.

Wanderweg Gotteszell

Auf dem Weg zum Kalvarienberg zurück geschaut auf Gotteszell

Hier kann man auf einer Sitzbank den Blick genießen. Am Rande des Platzes befinden sich einigen Totenbrettern, die zu Ehren der Verstorbenen hier aufgestellt wurden. Der Weg kann mit normalen Strassenschuhen begangen werden, Mit Kinderwägen oder Rollstühle/Gehhilfen kann man den Weg eher nicht gehen. Den Blick nach oben gerichtet, erreicht man nach der letzten Kreuzwegstation die schon erwähnte Kreuzigungsgruppe. Rechts davon befindet sich die Bergkapelle, die romantischerweise fast komplett mit Efeu bewachsen ist. Bei unserem Besuch war die Kapelle geschlossen.

Kapellen-Wanderweg

Der Weg hinauf zum Kalvarienberg

Der Weg ist das Ziel. Oben angekommen kann man sich erholen. Leider fehlen hier Bänke, die man auch bei feuchtem Wetter nutzen kann. Manche Wanderer nutzen den Kalvarienrundweg auch als Meditationsweg und sehen den Weg nicht nach den christlichen Gesichtspunkten eines Kreuzweges.

Wer die zum Teil steilen Stufen nicht wieder zurück gehen möchte, kann den Rundweg nutzen. Dazu geht man dann links von der Kreuzigungsgruppe einen kleinen Waldpfad etwa 200 Meter entlang und kommt an eine asphaltierte Strasse, die steil hinunter nach Gotteszell zurück auf den Kirchplatz führt.

Der gesamte Kalvarienrundweg ist in 30-45 Minuten Gehzeit zu bewältigen. Hier habe ich, wie so oft, einen Entferungs- oder Zeitangabe auf den Wanderschildern vermisst. Der Spaziergang zum Kalvarienberg ist für mich ein Muss für alle Besucher des Klosterortes.

Eine Neuigkeit für alle Freunde und Fans von kleinen, regionalen Brauereien gibt es in der Gegend um und in Gotteszell auch, nämlich die Herstellung von Craftbier durch die Brauerei Dietl-Bräu. Seit zwei Monaten besteht diese kleine Brauerei, eine erste Verkostung gabs im „Alten Sudhaus“ in Gotteszell. Man darf also auf Neues gespannt sein.

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