Josef Probst – ein Interview mit dem Buchautor

Durch eine Freundin bin ich vor ein paar Wochen auf die interessante Facebookseite von Josef Probst aufmerksam geworden. Danke Evi für dein Like auf Mystischer Bayerischer Wald.

Facebookseite über den Bayerischen Wald

Beliebte Facebook-Seite Mystischer Bayerischer Wald

Hier habe ich dann erstmals über die Mystik im Bayerischen Wald gelesen und erfahren das Herr Probst bereits 4 Bücher über den Woid und seine Geschichten geschrieben hat. Das hat mich neugierig gemacht und ich wollte mehr über den Autor erfahren.

Vielen Dank an Herr Probst, dass er uns einen kleinen Einblick in seine Arbeit als Buchautor gewährt.

1. Herr Probst in diesem Jahr ist Ihr 4. Buch über den Bayerischen Wald erschienen. Bitte stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.
Ich komme aus Regen, bin 38 Jahre alt, verheiratet und habe
2 Kinder, 6 und 4 Jahre alt.
 
2. Wie kam es dazu dass Sie Buchautor wurden? Haben Sie sich schon immer fürs Schreiben, für Literatur interessiert oder war es ganz anders?
Als mein erster Sohn geboren wurde, wollte ich die Sagen und Geschichten aus unserer Familie aufschreiben und sie ihm irgendwann geben. Auch das Brauchtum, wann und wie es gemacht wird, wollte ich festhalten für die Zukunft. Als ich alles zusammen hatte, dachte ich mir, dass dieses vielleicht mehr Menschen interessieren würde und schickte das Manuskript zum Ohetaler Verlag. Eigentlich mit dem Glauben, dass es nicht klappen würde mit dem Buch. Doch der Verleger war sofort begeistert und so entstand mein erstes Buch.
Dieses war dann wirklich, regional sehr erfolgreich und es kamen sehr viele Menschen auf mich zu und erzählten mir Sagen, Bräuche und viele wissenswerte Sachen, die unbedingt schriftlich festgehalten werden müssen. Aus diesen Berichten entstanden die n. 3 Bücher.
 
3. Wann schreiben Sie an Ihrem Buchprojekten am liebsten? Abends, morgens in der Nacht, auf Reisen? Wie darf ich mir den Schreibprozess vorstellen? Gibt es eine Notitzbuch oder schrieben Sie direkt in den PC?
Aufschreiben und notieren mache ich zu jeder Uhrzeit, oft auch im Bett, kurz vor dem Einschlafen fallen mir Geschichten ein die ich mal erzählt bekam. Dann  hab ich schon einen kleinen Block und einen Stift am Nachttisch liegen. Wenn ich dann abends Zeit habe, schreibe ich die Notizen in die Geschichten um.
 
4. Sie sind ja auch viel in der Natur im Bayerischen Wald unterwegs. Gibt es einen Lieblingsplatz/Berggipfel etc. und warum gerade diesen?
Ich wandere sehr viel, sobald ich mir ein wenig Zeit von meiner Familie stehlen kann, bin ich unterwegs. Beim Wandern sieht man viele sagenbehaftete Orte, über die ich wiederum in meinen Büchern berichte. Mein Lieblingsberg ist der Kaitersberg, da es hier wunderschöne Aussichtpunkte gibt. Wenn man die Strecke vom Kreuzfelsen zu den Rauchröhren geht, ist man fast die ganze Zeit am Kamm unterwegs und kann ins Zellertal oder in die Lamer Gegend schauen.
( Anmerkung: Hier findet ihr unseren Wanderbericht vom Kaitersberg)
 
5. Woher stammen Ihre Geschichten aus den Büchern? Wie finden Sie die Menschen, die etwas zu erzählen haben?
Aus dem ersten Buch sind fast nur Geschichten von meiner Familie und meinen Bekannten, nach diesem Buch sind sehr viele Leute auf mich zu gekommen und haben mir von ihren Erlebnissen erzählt. Mit den Leuten komme ich auf viele Wege in Kontakt, wenn sie mir Bücher abkaufen, kommen wir oft ins Gespräch oder beim Wandern, auch kontaktieren mich viele Leute übers Facebook. Diese Leute sind verschiedenster Herkunft und aus verschiedensten Interessenbereichen. Menschen aus vielen Ländern, wie Österreich, Holland und Amerika treten mit mir in Kontakt und wollen was über den Bayerischen Wald wissen. Aber auch Randgruppen wie Schamanen oder Geisterjäger kontaktieren mich und wollen Sachen aus dem Bayerwald erfahren.
 
6. Hat sich mal etwas ganz Kurioses oder Ungewöhnliches bei Ihren Buchrecherchen ereignet?
Sehr vieles, das schönste aber war, dass mir eine Frau aus Amerika geschrieben hat und wollte wissen, ob ich das Bergbauerdorf Oberbreitenau kenne, da dort ihre Urgroßeltern her kamen. Ich kannte dieses verlassene Dorf natürlich und machte dann für diese Frau und ihren Mann eine Wanderführung, als sie Deutschland besuchten. Aus dem Besuch ist eine sehr gute Freundschaft entstanden, wo wir sehr viel Kontakt über Facebook haben. Ein Jahr später haben sie uns wieder besucht und wir planen einen Besuch 2014 bei ihnen.
 
7. Warum mysthischer Bayerischer Wald, hat das mit einem Faible fürs Übersinnliche oder Geheimnisvolle zu tun?
Ich finde die Sagenwelt des Bayerischen Waldes für einzigartig auf der Welt, sogar die Gebrüder Grimm, waren begeistert von diesen Geschichten aus dem Bayerischen Wald. Ich denke, wir sollten dieses mystische aufgreifen und besser vermarkten. Ich denke, dass könnte den Tourismus gut tun.
 
8. Für welchen Bereich des Bayerischen Waldes interessieren Sie sich am meisten, z.Bsp. Lebensart oder Wanderungen oder Geschichte usw. ?
Ich denke für alle drei, die Lebensart im Bayerischen Wald ist gemütlich und freundlich, man grüßt sich auf der Straße oder beim Wandern und man ist nicht so anonym wie in den Großstädten. Die Geschichte des Bayerischen Waldes ist sehr interessant und noch lange nicht alles erforscht, ein großes Streitthema ist die Besiedlung. Wer und wann das erste Mal jemand da gesiedelt hat. Ich denke, dass der Bayerische Wald schon vor tausenden von Jahren besiedelt war. Die Wanderungen im Bayerischen Wald sind großartig und meiner Meinung nach zu wenig touristisch beworben. Wir haben große und kleine Berge, für jung und alt geeignet. Die Natur ist einzigartig und von unbeschreiblicher Schönheit. Wenn man sieht wie viel Werbung das Alpengebiet macht, sind wir ein kleines Lichtlein. Obwohl es bei uns Touren für alle Interessensgruppen gibt.
 
9. Wie würden Sie für den Bayerischen Wald als „Heimat“ oder als Wohnort werben?
Als Wohnort ist der Bayerisch Wald nur für Leute geeignet, die mit der vielen Natur und ein wenig Abgeschiedenheit zu Recht kommen, dass ist nicht jedermanns Sache. Wer sich vom Großstadttrubel trennen kann, wird im Bayerischen Wald einen der schönsten Wohnorte in Deutschland finden. Heimat ist dort wo man sich wohl fühlt und gern wohnt, dass Heimatgefühl stellt sich erst nach einiger Zeit ein.
 
10. Was ist für Sie der grundlegende Unterschied zu allen anderen Regionen in Bayern?
Das noch gelebte Brauchtum und die Sagenwelt, gibt es in dieser Vielzahl nur noch im Bayerischen Wald. Wie lange, dass hängt von uns ab!
Buchauswahl Bayerwald Rezepte und Sagen

Zwei der insgesamt vier Bücher von Josef Probst

Sagen im bayerischen Wald

Der aktuelle Titel lautet: “ Zwischen Dreisessel und Hohenbogen“

Wer sich für die Bücher von Josef Probst interessiert, der kann diese direkt bei ihm bestellen.
Josef Probst, Telefon: 09921-2813 oder per Email: josef_probst@freenet.de
Habt ihr auch schon Bücher  von Josef Probst über den Bayerischen Wald gelesen?

4 Kommentare zu Josef Probst – ein Interview mit dem Buchautor

  1. Es ist und eine grosse Freude mit Fam. Probst befreundet zu sein. Wir wohnen in den USA und bin vom Landkreis Dingolfing vor 50+ Jahren ausgewandert. Habe ein lebenslanges Interesse und Liebe zum Bayr. Wald da meine Mutter von dort stammt. Durch Herrn Probst’s Internet Seite „Mystischer Bayr. Wald“ und einem Bericht ueber die Oberbreitenau, haben wir kontakt aufgenommen und uns angefreundet. Da meine Urgrosseltern 1872 dort oben lebten war das fuer mich von besonderem Interesse. Es ist eines meiner schoensten Erlebnisse dass Herr Probst uns zweimal dort hinauf begleitete und viele informationen mit uns teilte. Ich kann seine Buecher nur empfehlen damit unsere Bayerwald Geschichte, Sagen und Brauchtum nicht verloren gehen. Wir hoffen dass Mr. & Mrs. Probst im Sommer 2014 uns in Ohio besuchen werden und wir uns ein bischen revanchieren und erkenntlich zeigen koennen mit einigen Ausfluegen in die Umgebung – Niagara Faelle besonders! Wir freuen uns drauf und danken Sepp und Kathi Probst!

  2. Petra Moser sagt:

    Ich hab das zwischen Lusen und Osser.Und werde mir eins nach dem anderen kaufen.Finde es total super das Buch.Und ich bin mir sicher das ich das eine oder andere verschenken.Bitte weiter so.

  3. Wanderer sagt:

    Sehr geehrte Frau Kramhöller-Bartholomew,
    ja Herr Probst ist ein ganz Netter! Es freut mich das Sie über die große Distanz immer noch Kontakt zur alten Heimat haben. Sehr schön. Ich drücke Ihnne die Daumen, dass das mit dem Treffen in den USA klappt. Die Niagarafälle sind ja was anderes als die Rißloch-Wasserfälle. Obwohl …. 🙂
    Ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr 2014 und bleiben Sie uns verbunden.

    Gruss
    Wolfgang

  4. Wanderer sagt:

    Hallo Frau Moser, vielen Dank für die Meldung. Wir arbeiten fleißig weiter.

    Ihnen noch ein gutes neues Jahr.

    Gruss
    Wolfgang

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of your company name or keyword spam.