Klattau ( CZ) – Klatovy und seine berühmten Katakomben

Klatovy ( zu deutsch Klattau und während der Nationalsozialisten Zeit zum deutschen Protektorat Böhmen-Mähren gehörend) ist eine Kleinstadt mit ca. 22 000 Einwohner in Tschechien und liegt an der Straße Nr. 22 von Taus nach Klattau, nahe der Grenze zu Deutschland und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Der Ort Klattau wurde im 13. Jahrhundert an einer geostrategischen Stelle in Böhmen gegründet. Klattau ist u.a. Partnerstadt von Cham in der Oberpfalz. Man erreicht die Stadt entweder über den Grenzübergang Furth im Wald, Richtung Taus(Domaslize), dann Klatovy nach ca. 45km, oder über den Grenzübergang Zelezna Ruda bei Bayrisch Eisenstein direkt Richtung Klatovy auf der E53 in 42km, oder über den Grenzübergang Rittsteig, nahe des Marktes Lam, Svata Caterina nach Klatovy in 25km. Die Strassen sind alle gut befahrbar und ausgeschildert.

Marktplatz-Klattau

Rathaus, Schwarzer Turm und Jesuitenkirche von Klattau, von links nach rechts

Katakomben mit über 100 Mumien

Mumie-Klattau

Unser Reiseziel im grenznahen Tschechien heute waren die Katakomben in der Stadt Klattau, die sich im ehemaligen Jesuitenkloster am Marktplatz befinden. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurden die mumifizierten Leichen der Jesuiten der Öffentlichkeit bekannt. Es war ein einmaliger Fund in den Kellergewölben unter der Kirche. Mumien-Katakomben-Klatovy

Hier liegen etwa 114 zum überwiegenden Teil bestens erhaltene Mumien aus dem 17. Jahrhundert. Durch ein wohl durchdachtes Lüftungssystem und einem natürlichen Wasserkessel unter dem Gewölbe mit ca. 32.000 Litern Wasser konnten diese Mumien der Nachwelt erhalten bleiben. Erst nachdem man Ende der 90ziger Jahre des letzten Jahrhunderts anfing die „Löcher“ im Mauerwerk zu schließen, stellte man, dank des plötzlich beginnenden Zerfalls der Körper, fest, dass die Mumifizierung dank eines ausgekügelten Systems über Jahrhunderte funktionierte. Danach aktivierte man zu Beginn 2000 diese Lüftung wieder. In den Kellern befindet sich heute ein kleines Museum, das mit Ausstellungsstücken die Geschichte der Jesuiten und die Behandlung ihrer Toten über die verschiedenen Jahrhunderte erzählt. Ein Teil ist dabei auch in Deutsch verfasst, so dass man sich einen guten Überblick verschaffen kann.

Leichensaal-Klattau Die Hauptattraktion ist auf jeden Fall die Toten in ihren Särgen, am Boden und an den Wänden sind Glasplatten eingebaut, die den Blick nach unten oder zur Seite frei geben auf Särge mit den Jesuitenmumien. Man merkt auch bei den anderen Besuchern, welche einmalige Faszination dieser Ort ausübt. Die Körper enthalten durch die sehr schnelle Mumifizierung auch noch alle Organe.  Zähne und Haare sind fast komplett erhalten. Zweimal im Jahr werden alle Leichen einer Begutachtung unterzogen, um Bakterien und Pilze frühzeitig zu erkennen.

Die Katakomben sind geöffnet:

Täglich von April-Oktober 9-18 Uhr

Von Oktober-März

Wochentags von 11-16.30 Uhr

Wochenende/Feiertage von 9-17 Uhr

Letzter Einlass 30 min vor Schließung

Angaben ohne Gewähr

Der Eintritt für Erwachsene beträgt 90 Kronen ( Stand August 2016)

 

Der Schwarze Turm

Schwarzer-Turm-Klatovy

Eine weitere Attraktion war für uns der „Schwarze Turm“, er ist das Wahrzeichen der Stadt und von Weitem schon zu sehen, was ihm während des Kalten Krieges die Rolle eines Horchpostens Richtung Arber und Hohen Bogen zugeteilt hat. Zu dieser Zeit durfte keiner den Turm besteigen.

Turmaufstieg-Klattau Um nach oben zu gelangen, muss man im wahrsten Sinne des Wortes 226 Stufen bezwingen, hat man es geschafft, erwartet den Besucher ein fantastischer Weitblick. In Richtung Deutschland sind uns gleich der Osser und der Hohenbogen ins Auge gefallen. Aber auch über Klattau hat man eine wunderbaren Blick. Oben am Turm steht man dann auch auf gleicher Höhe mit den Turmspitzen der Jesuitenkirche.

Der Aufstieg im Turm erfolgt am Anfang über eine sehr steile und sehr schmale Steintreppe, gleich danach folgen ebenso steile Holztreppen weiter nach oben bis zum Uhrwerk des Turmes. Es ist Vorsicht geboten und man sollte unbedingt beide Hände frei haben, um die Treppen zu begehen. Wir, wie auch die meisten anderen der Besucher, es waren nicht sehr viele, bewegten uns teilweise rückwärts nach unten. Der ganze Auf- und Abstieg ähnelt eher einem Abenteuer. Hunde sind hier nicht gestattet. Für Menschen mit Handikap ist es leider unmöglich, den Turm zu besteigen. Kleinkindern kann ich den Aufstieg nicht empfehlen oder nur mit genauer Aufsicht der Eltern

Blick-vom-schwarzen-Turm-Klatovy.

Der Eintritt beträgt für Erwachsene 40 Kronen (August 2016) und wird oben an der Kasse erhoben.

Der Turm ist von November-März geschlossen. In der übrigen Zeit sind die Öffnungszeiten sehr unterschiedlich. Im Sommer ist meist von 12-13 Uhr Mittagspause.

Die barocke Apotheke

Ein weiteres Kleinod von Klattau ist die barocke Apotheke, linkerhand der Jesuitenkirche und von außen leicht durch einen Einhornkopf zu erkennen. Sie wurde von 1776 bis 1966 betrieben. Heute ist sie ein Museum und auf jeden Fall einen Besuch wert. Der ehemalige Verkaufsraum sieht eher wie ein barocker Prunkraum aus.

Ein kleiner Tipp bzgl. der Währung: Man kann zwar mit Euro bezahlen, manchmal auch nur mit Karte (Museumseintritt), aber es ist von Vorteil einen kleinen Betrag in Cz-Kronen dabei zu haben. So kann man die Parkautomaten oder das Eis sachnell bar bezahlen.

Wir fanden die Katakomben und auch die Altstadt sehr interessant, mysteriös und manchmal auch etwas gruselig. Aber auf jeden Fall können wir euch Klattau nur empfehlen. Schaut vorbei und schreibt uns eure Meinung zu Klattau.

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