Kleine Tageswanderung zum Grossen Osser

Beste Fernsicht, ein Gipfelvideo und der Fußabdruck des Teufel

Freitag war es endlich wieder so weit, die Wanderung hinauf zum großen Osser stand bevor. Nachdem unsere fast schon traditionelle jährliche Osserwanderung schon ein ums andere Mal verschoben werden musste, war der Tag nach dem Feiertag gerade richtig. Das Wetter war klar, frisch und fast schon etwas zu kühl für die Jahreszeit.

Wir starten um 9 Uhr am Parkplatz in Lambach, unterhalb des Märchenschlosses. Für die knapp zwei Stunden ( etwa 3,5 km)  zum Gipfel nehmen wir uns zwei Liter Wasser mit, einen Rucksack und leichte Kleidung. Unsere Wanderstöcke dürfen hier nicht fehlen. Wer es leichter haben möchte, der kann den grossen Wanderparkplatz in Lambach anfahren.  Der Parkplatz führt gut 2,5 Kilometer in den Wald hinauf. Von dort erreicht man den Osser in gut einer Stunde.

Wegweiser zum Osser

Hier geht es rechts in den Wald in Richtung Gipfel

Wir aber entscheiden uns für unsere Hausstrecke. Vom Parkplatz aus gehen wir zuerst in den Wald auf einer geteerten Forststraße. Überall wird Holz gemacht, man hörts. Beim „Marterl“ biegen wir  dann in den Wanderweg L3 ab, der mit rot/weiss-Streifen markiert ist.  Zuerst geht es noch langsam hoch, dann wird der Weg immer steiler. Nach 45 Minuten überqueren wir den ersten Wirtschaftsweg und nach einer Stunde geht es über den zweiten Wirtschaftsweg hinüber. Ausser den Waldarbeitern in der Ferne hören und sehen wir auf dieser Strecke noch niemanden. Uns fällt auf, dass die Wege besser beschildert sind als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Hier sind wir nämlich schon das ein oder andere Mal etwas umher geirrt. quer über noch letzte Schneereste marschiert und das alles in der Hoffnung, an der richtigen Stelle herauszukommen. Das ist jetzt anders. Eindeutige Schilder weisen den Weg zum Gipfel. Außerdem sind neue Infoschilder über Flora und Fauna aufgestellt.

Fels mit Teufelstritt

Die Sage vom Teufelstritt und der Felsen mit dem Abdruck

Ab der Mitte des Weges wird es so richtig steil. Wir treffen auf den Wanderweg, der vom grossen Wanderparkplatz kommt und gehen links an der Kreuzung weiter steil nach oben. Hier kommt eine Tafel  mit zwei Steinplatten und dem Fußabdruck des Teufels. Auf der Tafel wird die Sage des Teufelstritt beschrieben. Ich bin mal wieder von der Fantasie der Bewohner begeistert. Immer wieder trifft man im Bayerwald auf Mystik und Sagen. Wir müssen aber weiter. Wenn ich hier noch länger stehen bleibe, verliere ich die Lust weiter auf zu steigen. Die Beine sind so schwer, ist das schon das Alter oder einfach die Herbstmüdigkeit??? Nach wenigen Metern erreichen wir einen Quarzstein mit einer Inschrift,  die uns mitteilt, dass wir jetzt auf über 1000 Meter sind.

Unterhalb des großen Osser

Beim Anstieg zum Gipfel des grossen Osser

Kurze Zeit später können wir den Gipfel schon erahnen und wir erinnern uns daran, dass wir 2007 schon einmal hier oben waren. Wenige Monate nach dem verherrenden Sturm Kyrill am 18.01.2007. Dieser Sturm hat den Gipfel des Osser stark verändert. Unterhalb des Schutzhauses ist eine grosse Waldfläsche umgeworfen worden. Ein Gutes hat das, man sieht sein Ziel schon vor Augen, die Berghütte.

Nun geht es in den  baumlosen Bereich und der Blick zum Großen Arber hinüber verschlägt uns fast die Sprache.  Mancher Ausblick im Herbst entschädigt schon für die Mühe des Aufstiegs. Die Fotos und auch das Video können den Blick nicht wirklich dargeben der sich uns hier oben bietet. Einfach fantastisch.

Kleiner Osser

Blick hinüber zum kleinen Ossergipfel (1266 m)

Der Blick hinüber zum kleinen Ossergipfel ist auch fantastisch. Wir können uns gar nicht satt genug sehen. Aber …. der Gipfel ruft. Es sind noch ein paar Minuten und dann stehen wir auf einem der interessantesten Gipfel des Bayerischen Waldes.
Von hier aus sind es noch 2 Meter bis zur tschechischen Grenze, eigentlich ist bzw. war der Vorplatz schon Grenzgebiet.  Zu Zeiten vor der Grenzöffnung 1989 waren hier keine Sitzplätze, es war zu nah am „Eisernen Vorhang“. Eigentlich gings gleich hinter der Hütte steil ab Richtung Tschechoslovakai, wie es damals noch hiess. Heute gehört das Gott sei Dank der Vergangenheit an.

Gipfelblick grosser Osser

Blick vom grossen Osser

Wir gehen die paar Meter vom Gipfelkreuz hinunter zur Osserschutzhütte. Hier lassen wir uns in der Sonne nieder. Die Hütte ist bewirtschaftet und es gibt kleine Speisen. Erbsensuppe mit Würstchen, Gulschsuppe oder auch Brotzeiten ( Käsebrote etc.) Einen Kaffe und eine Suppe später sind wir immer noch im Gespräch mit unseren Sitznachbarn, einem Paar aus dem Allgäu. Jeder erzählt seine Berggeschichten und wir unterhalten uns richtig gut. Kurz nach zwölf Uhr brechen wir dann auf, denn es wird immer voller und mancher Neuankömmling spechtet begehrlich zu unseren Platz an der Sonne. Da wollen wir nicht gemein sein. Bis zum Parkplatz sind es gut anderthalb Stunden. Die Steigung merke ich in den Knien, die Wanderstöcke federn den Abstieg etwas ab. Müde, aber beglückt über den wunderbaren heutigen Tag, fahren wir nach Hause. Der Herbst hat sich heute von seiner schönsten Seite gezeigt und das wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Wie es uns an den Streuobstwiesen im Lallinger Winkel ging, erzähle euch in den nächsten Tagen.

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