Museum Finsterau

Von Freyung in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau

Freilichtmusum Finsterau

Im Museumsdorf Finsterau. Kräuterey mit Dorf-Backofen

Kürzlich haben wir das Freilichtmuseum Finsterau, im Unteren Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze, besucht. Es gibt übrigens noch ein weiteres Freilichtmuseum im Bayerwald, nämlich in Massing Richtung Passau. Es ist  sozusagen das Partnermuseum. Der Name Finsterau klingt sehr ungewöhnlich, wenn auch etwas düster. Einerseits trifft das zu, wie wir bei unserem Besuch teilweise erfahren haben, nämlich wenn das Wetter sich blitzartig dem Namen anpasst, böig, wind, kalt und neblig, was wahrscheinlich der Höhe geschuldet ist, andererseits  auch wieder nicht, nämlich, wenn die Sonne lacht.

Der Ort Finsterau  liegt bei Mauth auf etwa 1000 Metern Höhe und in direkter Nachbarschaft zum zweithöchsten und geheimnisvollsten Berg des Bayerischen Waldes, dem Lusen. Das ist da, wo der Teufel angeblich mit Brot um sich geworfen hat, das dann zu Stein wurde, jedenfalls laut Sagen. Von Freyung aus  fährt man in Richtung Philippsreut über Mauth nach Finsterau, direkt an die tcheschische Grenze. Das Museumsdorf ist im Ort und auch so recht gut ausgeschildert. Es liegt gut 1,5 km ausserhalb von Finsterau.

Das Museumsdorf wurde 1980 errichtet und beherbergt Gebäude aus den vergangenen Jahrhunderten des Bayerwalds. Museumsdörfer oder Bauernmuseen sind jetzt nicht so meine Favoriten, da wir aber sowieso in der Nähe waren wollten wir uns das Dorf nicht entgehen lassen.

Die etwa 10 Hauptgebäude sind auf der Fläche so verteilt, wie  man sich das in einem etwas weitläufigerem Bauerndorf vorstellt. Die Häuser wurden größtenteils vor dem Verfall oder Abriss gerettet und manche sehr aufwändig Stein für Stein abgebaut und dort wieder aufgebaut. Die Arbeit hat sich aber gelohnt und man kann heute alte Bauern- und Wirtschaftsgebäude, sogenannte Sachl und Ställe, sowie die Geschichte ihrer Besitzer nach erleben. Manches ist komplett unverändert, mit den Kleidern und Geschirr der ehemaligen Bewohner. Die Schautafeln an den Häusern informieren anschaulich über das doch recht ärmliche Leben der Landbevölkerung im „Woid“.

Kapelle aus Holz

Die Holzkapelle im Freilichtmuseum Finsterau

Folgende Gebäude findet man im Freilichtmuseum Finsterau vor:

Die Dorfschmiede

Die Ehrn

Das Salettl

Der Kapplhof

Das Sachl

Der Tanzerhof

Der Petzihof

Das Schanzer Häusl

Die Hirschkopfhütte

Die Holzkapelle

Wenn man das Dorf in aller Ruhe durchspaziert und sich alles ansieht, sollte man etwa 2Stunden veranschlagen, mit Pausen und anderen Aufenthalten natürlich länger.

Im Museumsgebäude selbst, in dem sich Kasse und Information befindet, gibt es ein Cafe und Toiletten, bei schönen Wetter kann man sich auch in den gestalteten Innenhof setzen. Außerdem werden regelmässig Führungen und Kurse angeboten.

Das Museum betreibt auch eine eigene, kleine Produktion von Naturprodukten wie Löwenzahnmarmelade, Apfel-Vogelbeere-Marmelade,Kräuterschnäpse und vieles mehr. Diese werden im Museumsshop und dem dazugehörigen Onlineshop verkauft.

Die Öffnungszeiten des Freilichtmuseum Finsterau ( und Anfahrt) findet ihr hier.

Obwohl, wie oben schon erwähnt skeptisch, hat uns das Museumsdorf Finsterau doch sehr gut gefallen, interessant fanden wir vor allem die Holzkapelle und „Das Sachl“ ( = kleine Habe)

Kleinst Bauernhaus

Hinweistafel mit Grundriss des Kleinbauernhauses „Sachl“ genannt.

Wir haben uns das Dorf ohne Führung angeschaut.

Es gibt aber auch Aktionstage bei denen Brot gebacken, Butter gemacht oder Wäsche nach alter Tradition gewaschen wird. Diese Tage sind natürlich besonders für Kinder interessant und spannend. Das Programm kann man auf der Homepage des Dorfes  einsehen.

 

Ausflugsziele in der Nähe sind das Nationalparkinfozentrum, Baumwipfelpfad, Neuschönau, Lusenwanderwege(bitte vorher gut informieren) und der sehr nahe gelegene tschechische Ort Kvilda und Außergefild.

 

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of your company name or keyword spam.