Museum in Sankt Oswald

Das Waldgeschichtliche Museum am Nationalpark Bayerischer Wald in St. Oswald

Sonderausstellung mit schaurigen Masken bis 01. Juni noch zu sehen.

Auf einer Fahrt in der Gegend von Grafenau sind wir am Wochenende in St.Oswald gelandet. Wir wussten, dass es hier ein „waldgeschichtliches Museum“gibt, aber wo es genau ist, war uns unbekannt. Und nachdem wir jetzt dort waren, wissen wir auch warum. Von aussen sieht das Museum unscheinbar aus und wir haben es eher aus Zufall gefunden. Das dürfte wahrscheinlich vielen Besuchern der Gemeinde St. Oswald so ergehen. Viele laufen vermutlich einfach daran vorbei und denken eher an ein Schulgebäude aus den letzten Jahrzehnten. Dabei ist dieses Museum wirklich sehr interessant und vor allem unterhaltsam, mich hat es vor allem an „Mitmachmuseen“ aus anderen Ländern erinnert. Vielleicht sollten die Betreiber des Museums also wenigstens über einen Aufsteller vor dem Eingang nachdenken. Die gerade laufende Sonderausstellung der Fotografin Daniela Blöchinger aus Altschönau, im Untergeschoss des Museums, ist fantastisch, jedenfalls war wir sehr begeistert. Die solltet ihr euch unbedingt noch vor dem 01.06.14 anschauen. Ich hoffe, es findet sich eine Folgeausstellung in der Nähe, damit die großartigen Fotos über die schön,schaurigen Masken und, noch besser, Ihre Träger/innen noch lange öffentlich zu sehen sind. Der Eindruck, dass ein jeder in seine Maske passt, drängt sich geradezu auf, je öfter man hinsieht.

Waldmuseum Bayerischer Wald

Das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald am Nationalpark Bayerischer Wald

Das Museum ist wie ein großer Baum konzipiert und zeigt in der Mitte des Gebäudes einen Baumstamm, an dem man über Holztreppen ins Ober-, bzw. Untergeschoss gelangt. Die Art des Museums ist nicht eine sterile Bilderaneinanderreihung, sondern ist eher so aufgebaut wie in Skandinavien oder Nordamerika, man kann sich beteiligen und darf alles anfassen.

Im Obergeschoss befindet  sich eine Ausstellung mit Informationen zu Brauchtum, Mystik und Leben der Waldler. Die meisten der Schautafeln sind „interaktiv“, h. h. man kann alles berühren und dann erzählt das Bild. Auch eine Menge Bildschirme gibt es, die man durch Berühren zum Leben erwecken kann. Wunderbar die Bewohner eines Hofes im Bayerischen Wald, die auf „Touch“, etwas von sich erzählen. So plant die Magd „ins Amerika zu gehen“, nach Chicago zu ihrer Schwester. Bekannte Stimmen, wie die von Ilse Neubauer, Gerd Anthoff oder Udo Wachtveitl sprechen. Oder es erzählen junge Menschen aus dem Bayerischen und Böhmischen Wald, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Fast alle wichtigen Infos gibt es zweisprachig, tschechisch-deutsch. Schön fand ich auch, dass sich eine Tafel den Schrazellöchern (Erdstall) widmet. So ein Loch hatte ich ja vor Kurzem mit der Videokamera mal besucht.

Kennt ihr den Unterschied von Fichte und Tanne?

Erklärung von Baumarten

Hier werden die Hauptbaumartn des Bay. Waldes schön erklärt – kurz und interessant

Es klingt etwas banal, aber der Unterschied zwischen einer Fichte und einer Tanne ist gross, aber meist nicht bekannt. Hier im Museum, dass sich dem Wald verschrieben hat, kann man den Unterschied hören. Ich möchte nicht zuviel verraten, nur das eine vielleicht – es hat auch mit den Zapfen zu tun. Das Museum verfügt über eine Menge an Displays, auch ein Aufzug, der durch die Jahrmillionen fährt ist dabei, und Infotafeln. Die sprechenden Baumsäulen haben mir auf jeden Fall mit am besten gefallen.  So habe ich auch mein Wissen über die Tanne auffrischen können, man lernt halt nie aus.

Magmakammer

Hier beginnt der Rundgang, die Magmakammer schwankt und ist heiß

Vor einem großen Panoramafenster stehen Hörmuscheln mit einer Hörstation. Hier kann man  verschiedenen Persönlichkeiten aus dem Bay. Wald. , wie Emerenz Meier, Waldschmidt oder Hans Watzlik  kennenlernen und aus ihren Werken hören, und gleichzeitig die Landschaft draussen auf sich wirken lassen. Viele der aufgeführten Namen kenne ich leider nicht. Es gibt also viel zu lernen, wer weiß denn schon, dass bereits 500 v. Chr. im Bereich um Passau die Kelten Graphit, also „Bleistifte“, abgebaut haben.  Oder was hat es mit dem Wasservogelsingen auf sich? Warum trug man früher eine Fraiskette und was versteht man unter dem Wolfsausläuten? All diese Fragen finden Ihre Antwort im Museum.

Im Untergeschoss befinden sich die Toiletten und ein Ausstellungsraum. Dort habe ich eine Videoinstallation gesehen, die ich euch unbedingt zeigen möchte. Das sollte doch auch eure Kinder in den Bann ziehen oder?

Schaukasten Maskenausstellung

Einer der Schaukästen der Sonderausstellung “ Wer steckt dahinter?“

Und hier ein Auszug der Maskenausstellung und Fotos über die Träger/innen und ihre Masken.

Ausflugsziel mit Kindern – auch bei Regen

Wer mit Kindern im Bayerwald unterwegs ist, sucht ja auch immer ein Ziel, dass man bei Regen ansteuern kann.  Und das hier eignet sich bestens, und bitte, einfach alles ausprobieren, was zum Mitmachen angeboten wird. Keine Scheu vor Museen. Der Eintritt ist frei und es ist auch jetzt im Winter/Frühjahr von 9.00-17.00h offen.

Ausstellung Masken

Fotoausstellung zu Masken und ihre Träger

Fazit: Der Besuch des Museums lohnt sich, nicht, weil es keinen Eintritt kostet, sondern weil es  sehr gut und informativ gemacht ist und es zeigt einen Querschnitt des Bayerischen Waldes und seiner Bevölkerung.

Also, unbedingt anschauen!

Der Mann hinter der Maske

Ein Träger mit seiner Maske – Ausstellung in St. Oswald bis 01.06.14

Rauhnachtgestalten sind wir im Dezember begegnet, seht selbst.

Kommentarfunktion ist ausgeschaltet.