Neue keltische Opferschale entdeckt

Gastartikel von Josef Probst
Im Bayerischen Wald am Teufelstisch entdeckte Josef Probst und Johannes Vogt eine keltische Opferschale

Keltenschale

Eine in den Fels gehauene Opferschale, Foto: Josef Probst

Keltische Opferschale auf dem Teufelstisch entdeckt
Die Wanderfreunde Regen machten am 03.09.14 eine Wanderung auf den Teufelstisch, wo Probst Sepp und Vogt Johannes aus Regen, eine Keltenschale entdeckten. Eine keltische Opferschale ist eine künstlich angelegte Vertiefung in einem Stein, wo die Kelten ihren Göttern, ihre Opfergaben darbrachten. Die Schale ist sehr schön, fast gleichmäßige rund geschliffen, so wie man sie nur selten findet, sie hat einen Durchmesser von 18 auf 19 Zentimeter und ist 5 Zentimeter tief. Die Kelten waren von etwa 800 – 150 vor Christus im bayerisch / böhmischen Raum angesiedelt. Erst um Christi Geburt wanderten die Germanen, in unser Gebiet ein und vertrieben die Kelten nach Westen. Die keltischen Kerngebiete, der damaligen Zeit, waren von Augsburg bis nach Böhmen, wo der Bayerische Wald in der Mitte lag. Eine große keltische Besiedlung des Bayerischen Wald war aber unwahrscheinlich. Der Bayerische Wald war laut Keltenforschern ein sakraler Ort für die Kelten, mit vielen heiligen Plätzen, die von der Donauebene aus mit Wallfahrten besucht wurden. Auch Wege mussten damals schon durch den Bayerischen Wald gehen, da im böhmischen Siedlungsraum keine Salzvorkommen waren und die Menschen mit Salz aus dem bayerischen Raum versorgt werden mussten, so ist es denkbar, dass der sogenannte Böhmweg viel älter als 1000 Jahre ist. Es muss dann auch befestigte Burgställe gegeben haben, wo die Händler geschützt übernachten und sich verpflegen konnten. Bis jetzt waren im Landkreis Regen nur Keltenschalen im Viechtacher Raum entdeckt worden. Der mittlere Bayerische Wald, ist bis jetzt, in dieser Hinsicht noch unerforscht. In Viechtach sind sogenannte Keltenschalen vorhanden, deren Entstehung auf 3000 vor Christus datiert werden (Keltenstein in Igleinsberg). Sogenannt deshalb, weil die Kelten erst frühestens 800 vor Christus in unseren Raum kamen. Wer erbaute dann diese Opferschalen, die dann von den Kelten und später von den Germanen übernommen wurden?
Der Arber galt als heiliger Berg der Kelten, wo ihre oberste Göttin ihren Sitz hatte, von der Keltenschale am Teufelstisch, hat man freien Blick auf den Arber. Unter der Schale ist ein tiefer Abgrund, die Bäume die darunter wachsen, erreichen nicht die Größe um die Aussicht zu verdecken, so hatte man damals schon den gleichen Aussichtspunkt wie heute. Ob dies ein Zufall ist oder die Opferschale bewusst deswegen dort angelegt wurde, wird man nie mehr mit Sicherheit sagen können. Die Steinformationen auf dem Teufelstisch haben die Erbauer sicher damals genau so beeindruckt, wie sie uns heute noch beeindrucken. Vielleicht war auch dies ein Grund um diese Opferschale an einen solchen besonderen Ort zu errichten.
Der Name des Berges Teufelstisch bei Bischofsmais, leitet sich von einer alten Sage ab. Einmal wollte der Teufel auf diesem Berg zu Mittag essen, er schichtete sich Steine auf einander um sich einen Tisch zu machen. Genau in diesem Augenblick läutete der Mönch Hermann das erste mal die Glocke, von seiner errichteten Zelle. Aus lauter Wut und das Glockengeläute nicht aushaltend, fuhr der Teufel scheltend zurück in die Hölle. Die Überreste des Tisches kann man heute noch sehen, deswegen der Berg Teufelstisch genannt wurde. Gibt man aber den Namen Teufelstisch ins Internet ein, erscheinen viele Orte die den gleichen Namen tragen und alle haben etwas gemeinsam, sie sind übersät mit Opferschalen oder keltischen Sakralsteinen. Als die christlichen Missionare damals sahen, dass an bestimmten Orten die Heiden ihren Götter Opfer darbrachten, verschrien sie diese Orte als Teufelstische, also als Gabentische für den Teufel (heidnische Gottheiten). So ist der Name des Berges Teufelstisch wahrscheinlich auf die gleiche Art entstanden und erst später kam die heutzutage bekannte Sage dazu.
Opfer der Kelten waren unter anderem Sachopfer, Lebensmittel wie Obst und Gemüse aber auch Blutopfer, wo Tiere und sogar Menschen den Göttern geopfert wurde.

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Ein Kommentar zu Neue keltische Opferschale entdeckt

  1. Sehr geehrter Herr Lechner,
    leider habe ich Ihre Antwort erst durch Zufall und mit einjähriger Verzögerung gesehen, weil es keine Benachrichtigung dazu gibt, daher die späte Antwort.

    Dass „der Wissenstand der Münchner Keltenforschung, weit hinter dem der böhmischen Kollegen ist“, kann ich nur als Witz auffassen. Wir leben im digitalen Zeitalter – wenn in Prag ein archäologischer Fachartikel veröffentlicht wird, erhalte ich 1 Sekunde später automatische eine Email mit dem Link.

    Was genau meinen Sie mit „Nach dem Niedergang des Römischen Reiches herrschte auf „deutscher Seite“ ein schriftlicher Stillstand“? Den Untergang des Römischen Reichs kann man grob auf das späte 5. Jahrhundert beziffern, also etwa ein halbes Jahrtausend nach den letzten Spuren der Kelten im Spätlatène. Die Boier haben bereits um 112 v. Chr. bei Noreia die Jacke vollbekommen und wurden danach von den germanischen Markomannen assimiliert. Schriftliche Zeugnisse aus der Zeit nach Ende des römischen Reiches hätten also keine neuen Erkenntnisse gebracht.

    „Man darf auch nicht vergessen, im Wald ist ein saurer Boden, der vieles auffrisst, was in den Lehm-oder Sandböden eben nicht der Fall ist“ ist sachlich falsch, tatsächlich sind die Böden des bayerischen Waldes deutlich basischer als beispielsweise die Lössböden der Gäubodenlandschaft, auf denen sich auf jedem frisch gepflügten Acker Tausende von keltischen Scherben finden, während aus dem gesamten bayerischen Wald zwischen Passau und der Cham-Further Senke ausschließlich die nicht dokumentierten Funde eines Mannes bekannt sind, der ein Keltendorf betreibt. Und in Cham beschränken sich die Funde auf eine Keramikschale und eine 6 cm große Graphittonscherbe, die „unter Vorbehalt der Hallstattzeit bzw. der jüngeren Latènezeit zugeordnet werden. Auch das völlige Fehlen von Gräbern, Wohnstellen und Metallfunden lässt sich gar nicht gut mit dem aggressiven Bodenklima erklären.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es für das gesamte Gebiet des bayerischen Waldes nicht einen einzigen wissenschaftlich dokumentierten Siedlungsnachweis gibt. Witzigerweise wurden praktisch alle behaupteten Funde in den letzten 20 bis 50 Jahren und nicht von Wissenschaftlern, sondern von Bauern, Rutengängern und Esoterikern zu Tage gefördert. Dazu gehören auch so grandiose Funde wie die Steinkreise und Menhire im Grafenauer Raum. Diese werden in der Presse regelmäßig als steinzeitlich oder keltisch gepriesen und mit idiotischen Götternamen aus Irland in Verbindung gebracht, während sie in der wissenschaftlichen Literatur entweder gar nicht oder mit dem Hinweis „nicht datierbar“, „neuzeitlich“, „möglicherweise frühgeschichtlich“ erwähnt werden.

    Was die „Teufelsorte“ anbelangt – bitte nennen Sie mir einen einzigen Ort, sei es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, bei dem sich der Namensbestandteil „Teufel“ vor dem Jahr 1800 nachweisen lässt. Ich habe es versucht (mit viel Forschergeist und Fragezeichen), bin aber nicht fündig geworden – vielleicht haben Sie mehr Glück.

    Übrigens geht es mir gar nicht darum, den Wald „pauschal abzustempeln“. Es geht darum, die Kirche im Dorf zu lassen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die es tatsächlich dort zu entdecken gibt, und nicht einen Geschichtsmythos zu unterstützen, der jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt. Man muss sich auch keine Geschichtchen über heilige Berge, keltische Gottheiten und Blutopfer aus den Fingern saugen oder in phantasievollen Fellkostümen durch den Wald flitzen. Stattdessen könnte man sich darauf konzentrieren, herauszufinden, was die Kelten wirklich im bayerischen Wald getan haben. Zum Beispiel gibt es sicher keltische Handelswege durch den Bayerwald nach Böhmen, und mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde auch an verschiedenen Orten Gold gewaschen. Aber das ist natürlich alles nicht so spannend wie Opferschalen im sakralen Druidenwald und fadenscheinige Gottheiten mit inselkeltischen Namen…

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