Quarzberge bei Viechtach

Was sind das für Erhebungen in der Nähe von Viechtach? (Video)

Diese Frage wird sich wohl so manch ein aufmerksamer Beobachter stellen, der an der  B85 an Viechtach vorbei fährt. Etwa 200 Meter von der Brücke entfernt findet man einen grösseren Parkplatz. Von dort aus kann man den großen Pfahl besichtigen. Direkt hinter dem Parkplatz findet man ein kleines Haus mit Infotafeln zum Quarzabbau und dem heutigen Naturdenkmal Großer Pfahl.

Pfahl, Quarzberg im bayerischen Wald

Markante Quarzerhebung in der Nähe von Viechtach

Was ist der Pfahl?

Der Pfahl, das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie weisser Pfad ( wg. des Quarzes). Der Pfahl ist ein langer Quarzkamm der sich insgesamt über fast 140 Kilometer Länge erstreckt und sich u.a. in der Nähe von Viechtach besonders gut zeigt. Der fast ganzjährig zu besichtigende Pfahl (kostenlos) hat hier einen etwa zwei Kilometer langen Spazierweg rund um die grösseren Erhebungen. Die Gesteinsverwerfungen sind über 300 Millionen Jahre alt und erstreckt sich von Schwarzenfeld in der Oberpfalz bis fast nach Linz in Östereich fast im schnurgeraden Verlauf. Das allein ist es schon wert ihn zu besichtigen. Neben Viechtach sieht man die Felsriffe auch noch sehr gut in Cham und Regen ( Burgrine Weißenfels).

Ich find es ausserdem auch noch praktisch, dass ein befestigter Weg von 2 km Länge es ermöglicht auch mit Kindern einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Zumal man am Parkplatz noch eine Toilette vorfindet. Das ist leider nicht bei allen Ausflugszielen selbverständlich. Deshalb erwähnen wir das hier noch mal deutlich.

Wanderschild am Pfahl

Es sind nur 2 Km Wanderweg

 

Der Pfahl damals und heute

Früher wurde der Quarz aus dem heutigen Nauturdenkmal gefördert und für die unterschiedlichen Zwecke verwendet. Da das Quarz des Pfahles nicht die beste Qualität besitzt, konnte man es nur bedingt für die Glasherstellung im bayerischen Wald verwenden. Das Quarzgestein wurde deshalb überwiegend für Gebrauchsglas mit geringerer Qualität verwendet. Überwiegend baute man das Gestein für den in der Mitte des 19. Jahrunderts beginnenden Strassenbau ab. Durch seine hohe Festigkeit bietet es sich auch heute noch für feste Unterlagen im Wegbau gerade zu an. In einigen Steinabbaubetrieben werden heute neben Füllmaterial auch Silizium aus dem Pfahlquarz gewonnen. Dieses findet u.a  in der Computerbranche  seine Verwendung.

Der Raubbau an der Natur hat natürlich wie überall in Deutschland seine Spuren  hinterlassen. Diesen Raubbau möchte man auch im bayerischen Wald wieder entgegen wirken und nach und nach  werden immer mehr Flächen zum Naturschutzgebiet hinzugefügt. Dazu kauft man regelmäßig  Flächen am Pfahl entlang an.

Das Gebiet des heutigen Naturschutzgebietes GroßerPfahles bei Viechtach wurde von der Stadt 1993 erworben. Seit dieser Zeit findet dort kein Abbau mehr statt. Heute ist man bemüht dieses Gebiet zu renaturalisieren und der Natur und den Touristen gleichermaßen zugänglich zu machen

Eine informativeund ausführliche Broschüre über den großen Pfahl gibt es auf der Internetseite:

www.naturpark-bayerischer-wald.de

Tafel zum Pfahl

Die Tafel am Parkplatz weißt den Weg

Ein kleines Video zeigt unseren herbstlichen Ausflug entlang des Pfahls. Von der Mitte des linken Weges, von unten kommend, hat man die beste Aussicht. Hinter dem Quarzberg verläuft die B85, die man auf dem Video auch hört.

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