Räuber Heigl – zu Besuch in seiner Höhle

Mythos und Wahrheiten des Räuber Heigl und seine Höhle

Eine wahre Räubergeschichte am Kaitersberg in der Nähe von Bad Kötzting

Eins vorweg, den Räuber Heigl hat es wirklich gegeben. Michael Heigl war ein bayerischer Räuber. Er lebte in den Wäldern um Kötzting. Geboren 1817 in Beckendorf, gestorben 1857 in München. Heigl ist noch heute sehr beliebt. Dies sieht man vielerorten, entlang des Goldsteig wurde u.a. ein Räuber-Heigl- Wanderweg eingerichtet. Dieser führt direkt an der berühmten Höhle des bayerischen Räubers vorbei. Es werden aber auch Gerichte nach ihm benannt oder Theateraufführungen erzählen von seinem Leben.

Heigl lernte in Furth im Wald Schlosser und geriet bereits 1841 mit dem Gesetz durch erste Diebstählen in Konflikt. Eine ausführliche Geschichte über den Lebenslauf des Räuber Heigl findet sich in dem schönen Büchlein „Räuber“ Heigl, Der Volksheld des Bayerischen Waldes, Hohenwarther Hefte 6. Herausgegeben vom Bayerischen Wald Verein, Sektion Hohenwarth. Texte von Dr. Josef Sommerfeldt. Dieses Heft erzählt auf über 60 Seiten die Geschichten, Taten Wirrungen und Kämpfe des Räubers mit dem Gesetz. Ich fand dieses Heft sehr interessant, berichtet es doch auch über die ärmlichen Verhältnisse der damaligen Zeit im bayerischen Wald.

Es wurde geschossen und so manch einer auch dabei schwer verletzt, nie aber ein Mensch ermordet. Auch wenn man so manchen grausigen Mord anfänglich schnell dem Räuber zurechnen wollte. Um seinen Aktionsradius einzuschränken wurden sogar einige Wirtshäuser zeitweilig geschlossen um Komplotte zu unterbinden. Junge Männer wurden wegen des Verdachtes den Flüchtigen zu unterstützen verhaftet oder unter Polizeiaufsicht gestellt. Manchmal wurden bis zu 18 Männer verhaftet und über 70 Personen unter Aufsicht gestellt. Das lässt den enormen Polizeiwand erkennen über dem Gesuchten habhaft zu werden. In dem Büchlein werden detailiert die sogar die Kosten für das zusätzliche Personal aufgeführt.

Beliebt war der Räuber meist, aber nicht immer durchgängig, manches mal wuchs der Zorn der Bevölkerung auch auf den Räuber Heigl. Aber weil er überwiegend nur die reichen Bauern und reichen Handelsleute bestohl, gab ihm die Landbevölkerung immer wieder Unterschlupf. Auch dann, als es unter strengsten Strafen verboten war nur mit dem Heigl zu sprechen. So mancher Häusler wurde mit Stockschlägen bestraft, weil man Michael Heigl Unterschlupf oder Essen gewährte.

Michael Heigl wurde nach vielen Jahren der Jagd auf ihn 1853 in seinem Höhlenversteck durch Verrat eines Kumpanen gefasst und in Straubing zum Tode durch Enthauptung verurteilt. Dieses Urteil wurde aber später in lebenslange Kettenhaft, wie es damals hieß, umgewandelt. Ein Jahr später wurde er im Streit von einem Mithäftling mit dessen Kettenkugel erschlagen.

Ein Grab gibt es leider nicht, da das Skelett in München aufbewahrt wurde, aber bei einem Bombenangriff 1944 zerstört wurde.

Wer auf den Spuren des Räubers wandeln möchte, nimmt den Wanderweg von Reitenstein in Richtung Kötztinger Hütte (dort kann man auch das Heft über Heigl kaufen). Unterhalb des Kreuzfelsens befindet sich die Räuber Heigl Höhle. Einen kurzen Videoclip mit Blick ins Innere der Höhle finden Sie in Kürze hier.

Schild-zur-Höhle

Hinweisschild bergab vom Kreuzfelsen in Richtung Kötzting

 

Tafel Heigl Höhle

Infotafel – von hieraus sind es noch ca. 10 Meter bis zur Höhle

 

Räuber-Heigl-Wanderweg

Ein Teilstück des Goldsteig ist nach dem berühmten Räuber benannt.

 

Eingang-Räuber-Heigl-Höhle

Das ist der Eingang zur Räuber Heigl Höhle am Kaitersberg