Schloss Egg

Also, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Schloss Egg ist keines der Schlösser im Bayerischen Wald, die dann eher wie ein Gutshaus aussehen oder eine Ruine, sondern man wähnt sich fast in einer idyllischen Filmkulisse….was die Anlage auch schon war, für den Kinderfilm 5Freunde (2013) und, noch früher, für den Film „Bibi Blocksberg“ im Jahre 2001.

Schloss Egg

Das Schloss Egg zeigt sich bei bestem Wetter

Von der A93 Nürnberg-Passau nimmt man die Ausfahrt Metten und fährt Richtung Egg, es dürften so zwischen 7-10km sein. Man kann auch von der Stadt Deggendorf kommend auf der Landstrasse fahren. Grobe Richtung ist immer der Klosterort Metten.

Burganlage Egg

Romantischer Blick am Eingang des Schloßes Egg

Schloss Egg erhebt sich tatsächlich wie eine Ritterburg, umgeben vom Wirtschaftsgebäude und alten Bäumen, über dem Örtchen Egg. Parken kann man ohne Gebühr im ehemaligen Wassergraben unterhalb des Schlosses. Durch ein Tor, vermutlich früher mal in der Burgmauer, gelangt man in den Vorhof, und hier gibts gleich ein Gasthaus mit Biergarten. Das lassen wir aber noch links liegen und gehen den gewundenen Weg hinauf Richtung Eingang. Wie wir später hören, war hier bis vor ca. 150 Jahren eine Zugbrücke über den Wassergraben.  Von dort aus gelangt man in den Innenhof der Burg.

Brunnen im Schloss Egg

Brunnen im Schloßhof

Rechts im „Kassenhäuschen“ bzw. Kassenzimmer mit Rüstung empfängt einem, mal geraten, der heutige Schlossherr. Er sieht auf jedem Fall dem Abbild im Schloss sehr ähnlich. Kurz wird erläutert, was es alles zu sehen gibt und nach dem Entrichten des Eintritt(Erwachsene 5,00Euro, Kinder 2,50 Euro) findet man sich in einer anderen Zeit wieder, sie wirkt idyllisch, idyllischer wie sie vermutlich mal war. Gleich neben der Kasse rechts gehts zur kleinen Schlosskapelle, danach weiter zu einem alles beherrschenden, efeubewachsenen Turm, daneben ein Brunnen, auf dessen Stufen man sich problemlos schäkernde Mädchen im Mittelalter vorstellen kann. Und links steht das Schloss selbst, indem auch heute noch die Besitzer wohnen. Den Turm kann man besteigen, es geht ziemlich hoch hinauf und die Treppen sind teilweise abenteuerlich und eng, vor allem bei dem strahlenden Sonnenschein kann schon mal passieren, dass man beim Eintreten bzw. Weitergehen plötzlich völlig im Dunkeln steht. Aber die Aussichtsplattform mit den Türmchen ganz oben lohnt den Aufstieg. Gleich beim ersten Eingang in den Turm in Höhe des Wehrgangs kann man übrigens auch noch ins Verlies schauen, das tatsächlich rege genutzt wurde, es wurde hingerichtet und Lösegeld verlangt, und über 180 Skelette wurden im 19.Jahrhundert noch in der Tiefe von 16m gefunden. Die Auffindesituation der Skelette läßt auf  sehr brutale Folter schließen. Ein Skelett wurde auf eine Art Stuhl gefesselt gefunden.

Verlieskeller

Das heutige Verlies befindet gleich am Einstieg des Turmes- gerade aus gehen , statt die Treppe hoch gehen.

Zurück im Vorhof gehts links beim Schlosseingang noch zur Folterkammer hinunter, anscheinend ebenfalls gut ausgestattet und auch rege genutzt. Das Geschlecht der Egg und ihre Nachfolger Armansperg schienen der Gewalt nicht ganz abgeneigt zu sein. Oben im Vorraum kann man noch ein kleines Archiv besichtigen.

Folterbank

Folterinstrumente kann man in der Folterkammer besichtigen

Im Eintrittspreis inbegriffen ist eine Schloßführung, die ca. jede Stunde stattfindet. Sie dauert zwischen 30-45Minuten und ist, vor allem was die Geschichte der Ritter bzw. Adelsgeschlechter betrifft, sehr informativ. Nur soviel schon, unbedeutend für die bayerische Geschichte waren die Bewohner meist nicht. Sogar ein König, nämlich Max II, war hier schon zu Gast.

Uns hat die gesamte Schlossanlage, das Ambiente und die Führung gut gefallen, samt leicht nuschelnden eventuellen Schlossherrn am Eingang. Und man kann danach noch im Biergarten einkehren und relaxen, vor allem wenns so heiß ist, wie bei unserem Besuch.

Schloßturm

Der heutige Schloßturm mit einem schönen Blick von oben.

 

 

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