Schornbladln

Vergessene Gerichte aus dem Bayerischen Wald

Wer im Bayerischen Wald unterwegs ist, der wird wahrscheinlich nicht mit diesem Gericht in Berührung kommen. Kaum noch ein Gasthaus bietet dieses „Arme Leute Essen“ von früher an. Es gibt noch die Bezeichnung „Fuschsenfutter oder „Fuschnfoader“. Schorrnbladl oder auch Schornblätter bestehen aus getrocknetem, dünnen Brotteig.

Schornbladln

Die getrockneten Schornblätter, so wie man sie kaufen kann

Die Blätter sind so dünn, dass man sie einfach in kleinere Teile zerdrücken kann, um sie dann in kochendem Wasser ca. 10 Minuten zu sieden. Die so gekochten Teigteile läßt man abtropfen und danach kommen  sie mit Öl, Kartoffeln (gekocht, klein geschnitten) in die Pfanne, wo sie zusammen angebraten werden. Meist wird dem Gericht noch ein aufgeschlagenes Ei zugegeben. Viele rümpfen allerdings schon beim Anblick der leicht braunen Teigteile die Nase. Ich finde aber die Bladln sind sehr schmackhaft und in Kombination mit Kartoffeln und Ei schmeckt es mir sehr gut. Wer es also mal etwas deftiger mag, sollte sich die Schornblätter einfach mal zubereiten.

Die Schornbladln gibt es noch in anderen Varianten. Die gekochten Blätter werden z.Bsp. in eine Backform mit Milch und aufgeschlagenen Eiern gelegt und das Ganze wird dann darin gebacken. Entstanden sind die Blätter höchstwahrscheinlich, weil man die Teigreste des Brotes nach Beendigung des Backens in den Ofen geschoben und aufgebacken hat. Vermutlich setzt sich der Begriff aus scharren (aus der Teigschüssel raus scharren) und der dünnen Beschaffenheit (Blätter) zusammen. Heute kann man die Schornbladln noch bei manchen Bäckern in der Region im Landkreis Cham kaufen. Bei der Bäckerei Limmer in Furth im Wald und bei der Bäckerei Schönberger in Cham habe ich die Blätter schon gesehen bzw. auch gekauft. Es gibt sie aber bestimmt auch bei vielen anderen Bäckereien in der Bayerwaldregion.

Ich werde hin und wieder alte Gerichte, die mir unterkommen, vorstellen, damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten. Schon viele junge Familien in der Bayerwald-Region kennen dieses Gericht nicht mehr, was ich sehr schade finde und vielleicht ist es auch für Urlauber in der Region interessant, zu erfahren, was es früher im Bayerischen Wald so zu essen gegeben hat. Das lässt sich vielleicht dann prima zuhause weiter erzählen oder man bekommt Lust, ein solch, im Urlaub entdecktes Gericht, auch mal bei sich zu Hause aus zu probieren.

In der Sendung „Zwischn Spessart und Karwendel“ hat sich der BR ebenfalls mit den Schornladln beschäftigt.

2 Kommentare zu Schornbladln

  1. Frank Thiesing sagt:

    Hallo,

    wir waren heute am Steinbruchsee essen (www.steinbruchsee.de) und dort steht das Gericht Schornblätter auf der Speisekarte. Es schmeckt wirklich sehr gut.

    Viele Grüße
    Frank Thiesing

  2. Wanderer sagt:

    Hallo Herr Thiesing,
    vielen Dank für den Tipp. Muss ich bei meinem nächsten Besuch am Steinbruchsee mal drauf achten.

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