Theresienthal-besondere Glaskunst

Glasmanufaktur  mit langer Tradition seit 1836 im bayerischen Wald

Wir wollten das traumhafte Sonnenwetter um 26Grad am Freitag, Regen und Kälte war für den nächsten Tag angesagt, noch ein bißchen länger genießen. Also sind wir nicht über Schnellstrasse oder Autobahn weiter gefahren, sondern tuckerten von dem Baumwipfelpfad und der Spiegelau aus Richtung Zwiesel durch Teile des Nationalparks. Nach einer kurzen Pause in Zwiesel gings weiter Richtung Bayrisch Eisenstein, dem früheren Ende Bayerns am Eisernen Vorhang. Am Ortsausgang von Zwiesel auf der linken Strassenseite liegen die Glashütten von Theresienthal. Spontan entschließen wir uns zu einem Besuch.

Exklusive Gläser aus Theresienthal

Gläser für den exklusiven Geschmack

Die Geschichte der ersten  niederbayerischen Aktiengesellschaft ist recht wechselhaft und mit vielen Auf und Ab´s, was aber immer war und bleibt, bis heute,  sind die wunderbaren, besonderen Gläser, für die die Theresienthaler Werkstätten schon immer bekannt waren. Und so besuchen wir den Werksverkauf direkt an der Strasse.  Man darf hier, auch wenn es sich um zweite Wahl handelt, kein Glas für Schnäppchenjäger erwarten, dazu sind die Arbeiten zu exquisit und zu exklusiv, alle Gläser sind Handarbeit. Überall im Verkaufsraum hängen beeindruckende Zeichnungen  von den frühen Entwürfen der Werkstätten. Eine ihrer Glanzzeiten hatte die Theresienthaler Kristallmanufaktur während der Bauzeit der Königsschlösser durch Ludwig II. Von der sehr freundlichen und zuvorkommenden Verkäuferin erfahren wir ein bißchen von der neueren Geschichte der Glashütte, z.Bsp. dass aktuell die Manufakturen gerade ein Luxushotel in Russland ausstatten. Wir können uns gut vorstellen, wie prächtig dies ausfallen wird.  Außerdem kann man jeden Tag von Montag bis Freitag ab 10Uhr in der Glashütte bei der Arbeit zusehen kann. Wir verabschieden uns und wollen noch  den Verkaufsraum  für die normale Ware und vor allem für die Glasobjekte der jeweiligen Designer besuchen.

Historische Zeichnungen alter Gläser

Alte Zeichnungen für einen Glaspokal

 

Im Moment kann man noch wunderbare Objekte von Christian Haas ansehen und kaufen. Wir nehmen also die Treppe hinunter zum großen Fabrikgebäude, in dem im Erdgeschoss ein kleiner Laden untergebracht ist. Traumhaft schöne Gläser und Vasen, Karaffen und Schüssel und eben die Glasobjekte sind zu bewundern. Wer die Theresienthaler Manufaktur besucht, sollte sich auf keinen Fall scheuen, die Damen im Verkauf ein bißchen zu Glas, Geschichte und Geschichten zu befragen. Die beiden Damen, die uns bedienten, waren mit Leidenschaft und auch schon lange dabei, bei den Glashütten. So haben wir natürlich  auch die Gläser der Zarenfamilie gesehen,  neu gefertigt verständlicherweise, aber mit der gleichen Saphierglaskugel und den gravierten Federn mit Springbock, wie man Sie früher für die hohen Herrschaften fertigte. Ein Hauch von Nostalgie umweht uns dabei und man könnte meinen, hinter uns steht tadelnd das Hausfaktotum der Romanows.
Wie wir erfahren, war ab dem Jahr 2000 die härteste Zeit für die Manufaktur, die Arbeit wurde eingestellt, mit Hilfe vieler kann sie ab ca. 2004 wieder arbeiten, wenn auch mit verminderter Belegschaft. Das Glas aber und seine Exklusivität sind geblieben.
Es gibt auch noch ein Glasmuseum in einer Villa neben den Werkstätten und ein Cafe im Innenhof, voller interessanter Informationen und mit netten Gesprächen gestärkt, machen wir uns wieder auf den Weg, nicht ohne ein paar schöne Gläser erstanden zu haben.
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