Vom Hirmonhopsen, Wasser für die Augen und einer Zelle

Vor kurzem ist mir ein dickes kleines Buch über den Bayerischen Wald in die Hände gefallen, von 1957. Darin enthalten viele Landschafts-und Geschichtsdetails vom Bayerwald, die so geschildert, viele wahrscheinlich nicht mehr kennen. Ich auch nicht, umso interessanter dann, wenn man in der Nähe eines solchen Ausflugszieles ist, wie ich am Wochenende bei Bischofsmais.

Kapelle-Heiliger Hermann

Die Mönchszelle und Kapelle des heiligen Hermann

Die Bewohner werden die kleine Wallfahrtsstätte sicherlich kennen, für alle anderen hier ein kleiner Bericht. Seit mindestens 300Jahren gibt es, zwischen Bischofsmais und Wastlmühle gelegen, die Wallfahrtsstätte St. Hermann, lt. Buch „die merkwürdigste Gnadenstätte des Bayerischen Waldes“. Der Laienbruder St. Hermann aus Niederalteich, er konnte Wunder wirken und machte Weissagungen, ließ sich hier 1322 nieder. Die Wallfahrtstätte wurde im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden zerstört.

Die drei Kirchlein

Die drei Kirchlein

Heute stehen dort drei Kirchlein in unterschiedlicher Größe, eine winzige Schindelkapelle mit Mönchszelle, eine etwas größere runde Kirche(Brunnenkapelle) mit Heilquelle, ….soll für die Augen sein und noch heute pilgern die Menschen deswegen hierher……, und ein noch größeres Kirchlein daneben.

Altar des heiligen Hermann

Altar des heiligen Hermann

Leider waren alle drei Kirchen dieses Wochenende noch für den Winter eingepackt, so dass wir das, was  uns aus Neugier hierhergebracht hat, nicht in die Tat umsetzen konnten. Hirmon-hopsenDas Hirmonhopsen, in der Holzkapelle steht nämlich eine kleine Heiligenfigur des Hl. Hermann…“verknüpft mit einem merkwürdigen, uralten Brauch….“, der die Zukunft enthüllen soll. Man „hopst“ dabei die alte Figur, sprich man hebt sie, nickt der Heilige dabei, dann geht der Wunsch in Erfüllung, angeblich sollen früher vor allem Heiratslustige diesen Brauch genutzt haben, ja so uninformiert in die Ehe…..Hauptsächlich zu großen Kirchweih- und Wallfahrtsfesten(10./24.August) muss es hier in früherer Zeit große Menschenaufläufe mit dem leiblichen Wohl zugetanen Festen gegeben haben. Es gab früher sogar mal ein Singspiel “ Die Hirmonshopser von Bischofsmais“, da sieht mans mal.  Nun, all das habe ich leider nicht ausprobieren können, aber wenn ich im Sommer wieder mal in der Gegend bin, steht dem nichts mehr im Weg. Wie uns das nette Spaziergängerpaar erzählt hat, ist die Wallfahrstätte wieder ab Ostern bis ca. Anfang Oktober offen, die Quelle zugänglich und vielleicht auch der Heilige.

Innnraum der größeren der drei Gebäude

Innnraum der größeren der drei Gebäude

Landschaftlich wunderschön in einer Senke nahe einem Besinnungsweg gelegen, ist es allemal einen Besuch wert und eine schöne Einkehr lässt sich bestimmt in der Nähe auch finden.

Nachtrag: Wir haben die Hermannskapelle im Sommer 2015 ein zweites Mal besucht. So können wir euch jetzt auch Fotos vom Inneren zeigen.

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