Wackelstein

Ein besonderes Ausflugsziel für Kinder im unteren Bayerischen Wald

Steine faszinieren die Menschen, sind sie doch schon Millionen Jahre alt und und sie existieren noch immer. Aber Riesensteine, zumal ihre Form auch noch so ungewöhnlich ist,  erinnern uns im ersten Moment wohl eher an Aterix & Obelix, Hinkelsteine oder Dolmengräber als an eine reale Welt. Doch es gibt sie tatsächlich auch in Bayern, und nicht nur in mythenbewehrten Orten wie Schottland oder die Bretagne. Allerdings sind die Exemplare, meist aus Gneis oder Granit,  eher selten. Aber….es gibt sie…die riesengroßen Wackelsteine! Geformt und abgeschliffen in tausenden, ja manchmal sogar Millionen von Jahren durch natürliche Gegebenheiten.

Und wenn man dann vor so einem Naturexemplar steht, lautet wahrscheinlich immer die erste Frage……

Wacklestein unterer Bayerischen Wald

Der Wackelstein im unteren Bayerischen Wald in der Gemeinde Saldenburg

Warum heißt der Stein, Wackelstein?

Ganz einfach, weil eine Person, an der richtigen Stelle stehend, den Stein zum wackeln bringen kann. Gut, nur minimal, aber er wackelt. So ein Stein entstand meist aus einer Laune der Natur heraus und ist ohne menschliches Zutun dort an der Stelle, an der er jetzt liegt und das wahrscheinlich schon unvorstellbar viele Jahre. Man schätzt das Alter solcher Steine bzw. des Gesteins auf ca. 300 Millionen Jahre. Damals wurde er aus einer glühenden Masse im Erdinnern heraus gespuckt. Wie lange er allerdings  jetzt schon als Wackelstein dient, wissen wir leider nicht.

Die beeindruckendste Ansicht des Wackelsteines ist wohl die von rechts stehendend. Von da sieht der Koloss aus wie in riesiger Mund aus Stein, mit einem lächelnd verzogenen Mundwinkel wohlgemerkt. Betrachtet man dann den Felsbrocken von den anderen Seite, könnte man denken, es ist nicht der gleiche, sondern eine ganz andere Felsformation. So erging es uns am Wackelstein. Dieser urzeitliche Riese fasziniert bestimmt jeden seiner  Besucher und es geht eine unerklärliche Faszination von ihm aus, wenn man in dieser Waldstille direkt vor ihm steht, er zieht manchen in seinen Bann.

Steinmund Wackelstein

Ein „Steinmund“ der Wackelstein ist fast 4 Meter breit und wiegt ca. 50 t

 

Wie komme ich zum Wackelstein?

Wanderweg von Entschenreuth (4 km)

Es gibt von Entschenreuth, in der Gemeinde Saldenburg einen Wanderweg ( Wackelsteig, Nr. 84), der 4 Kilometer lang ist. Den wollten wir eigentlich gehen. Aber wir haben uns auf der Hälfte des Weges verlaufen und sind dann umgekehrt. Den Grund dafür haben wir dann am Rückweg gefunden. In einer Rechtskurve geht der Wackelsteinsteig gerade aus den Berg hoch, wir sind weiter den Hauptweg gefolgt. Das Hinweisschild mit der Nr. 84 lag leider am Boden.

Die Touristinformation Saldenburg hält eine spezielle Wanderkarte ( 3,50€) für die Wackelstein-Tour bereit.

 

Direkter Weg bei Solla (300 m)

Deshalb sind wir dann den etwa 2km langen Weg  zum steinernen Kirchlein gewandert und haben uns von den mächtigen Felsen dort ganz schön beindrucken lassen.  Wenn man will und vor allem noch die Zeit dazu hat, kann man den Rundweg zum Wackelstein von hier aus weitergehen. Aber man muss im Hinterkopf behalten, dass man dann den gesamten Weg wieder zurück muss.

Wir haben uns dann entschlossen, die etwas bequemere Variante zu bevorzugen. Dazu  gehts mit dem Auto in Richtung Solla, auf der Strasse steht bereits ein großes Hinweisschild „Wackelstein“. Dort gleich einbiegen und das Auto am Rand parken ( es gibt keine Parkplätze).  Zu Fuß geht s dann nach 20 Meter  auf einem geteerten Weg nach linkes in den Wald, immer dem beschilderten Waldweg entlang. Nach ca. 300 Metern ist das Ziel erreicht und wir sind glücklich endlich diesen „als sagenhaft“ beschriebenen Stein gefunden zu haben. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für den Tipp mit dem kurzen Weg von Buchautor Josef Probst aus Regen.

 

Ein kleiner Beweis dafür, dass man den Wackelstein auch wirklich bewegen kann, zeigt unser Video. Er hat sich wirklich bewegt !

 

Ganz am Rand noch etwas. Auf dem kurzen Weg zum Wackelstein ist uns dieser „Liebesbaum“ aufgefallen. Zwei Bäume(Buche und Kiefer) sind ineinander verwachsen und ein Ast umschlingt beide auch noch. Natürlich ein Platz für menschlische Liebesbekundungen.

Liebesbaum

Zwei Bäume die sich umarmen

 

Hintergrund: Laut einem Zeitungsartikel vom 21.04.1999 wurde der Wackelstein im Jahre 1915 von Arthur Semmler aus New York entdeckt.

Vielen Dank für die Hintergrundinformationen, die mir die Touristinformation Saldenburg zur Verfügung gestellt hat.
Literatur: Der Wackelstein findet im Buch von Manfred Böck, “ Opfersteine,Göttinenquellen und Druidenthrone“ seine Erwähnung. Erschienen ist das Buch im Ohetaler Verlag.

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Ein Kommentar zu Wackelstein

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