Waldkirchen

Waldkirchen – die südlichste Stadt der „Drei im Woid“

Alter Kaufmann Waldkirchen

Der Kaufmann Joseph Crusilla um 1800 – Marktplatz Waldkirchen

Waldkirchen ist mit ca. 10 000 Einwohner eher eine der größeren Städte im Bayerischen Wald und liegt im Landkreis Freyung/Grafenau. Sie ist recht gut von der Autobahn Passau-Deggendorf/Regensburg aus zu erreichen. Die östlichste Stadt Bayerns kennen sicher noch manche Gartenliebhaber, da die Stadt im Jahre 2007 die Landesgartenschau in Bayern in und um die Stadt präsentierte, nebenbei bemerkt, die erfolgreichste in Bayern.  Dem Besucher fallen als erstes die hohen Stadtmauern ins Auge, die man allerdings erst erkennt,  wenn man Waldkirchen näher kommt. Es handelt sich hier um eine Ringmauer aus der Mitte des 15.Jahrhunderts. Ursprünglich hatte die Mauer auch noch 12 Türme, von denen relativ wenig erhalten ist. Hinter diesen Mauern findet der Besucher eine schöne Altstadt vor. Besonders gut hat uns der verkehrsberuhigte Marktplatz gefallen. In der Mitte des Marktplatzes dominiert ein Kaskadenbrunnen, an dessen Stelle früher der Stadtbach verlief. Das Wasser wurde früher u.a. zum Bierbrauen und Wäschewaschen verwendet. Das kann man sich heute nur noch sehr schwer vorstellen, gerade im Hinblick auf unseren heutigen Hygienevorschriften.

Alte Ringmauer Waldkirchen

Die alte Ringmauer hatte 10 Wehrtürme und 2 Tortürme- erbaut 1460-1470

Die Stadt befindet sich am Goldenen Steig. In früheren Zeiten handelte man von Waldkirchen aus bis nach Italien mit Waren. Davon erzählt heute noch die Figur des Kaufmanns Joseph Crusilla( um 1800) am Marktplatz. Die Steinfiguren an verschiedenen Stadthäusern sind sogenannte Radabweiser. Die Steine waren früher wohl nicht so prunkvoll gestaltet. Sie dienten einzig dazu, die Räder, der ums Eck fahrenden Kutschen fernzuhalten, damit die Hausfassade und das Mauerwerk nicht beschädigt wurden. Mittlerweile gibt es mehrere der Radabweiser aus heimischen Granit, für Ehrungen oder andere Anlässe, z. Bsp. den Salzsäumer zum 1000jährigen Jubiläum des „Goldenen Steiges“ oder das Trachtenmädchen, das wohl die Sehnsucht des „Hochzeiters“ (siehe unten im Text) stillen soll, aus Anlass der Stadterhebung.

Ewiger Hochzeiter

Der “ Ewige Hochzeiter“ aus dem Jahre 1850

Die hübschen Figuren, die man heute am Marktplatz von Waldkirchen sieht, ziehen einen magisch an. Die meisten der heutigen Figuren hat der Waldkirchner Künstler Manfred Werner geschaffen. Die älteste Radabweiserfigur am Marktplatz ist der “ Ewige Hochzeiter“ aus dem Jahre 1850. Sie wurde von Matthias Hausbäck einem heiratsunwilligen Anwohner als Aufforderung  zum Handeln gewidmet. Man kann sich noch heute sehr gut vorstellen welche Aufmerksamkeit diese Figur früher gehabt haben muss. Und welche Hähme der “ Unwillige“ erdulden musste.

Weitere Figuren sind z.B. die Marktfrau Maria Hackinger, der Chirurg Johann Caspar Staudenhöchtl ca. 1835, der Herr Marktricht um 1803, der Säumer mit Pferd und Salzkisten und der Wirt, stellvertretend für viele andere Wirte in der Stadt.

Uns haben diese Figuren und die damit verbundenen Geschichten, die die Personen mit der Stadt verbinden, sehr gut gefallen.

Blick auf Waldkirchen

Die Stadt im unteren Bayerischen Wald, Waldkirchen aus der Ferne betrachtet

Waldkirchen muss man sich unbedingt anschauen, auch wenn der Fernblick auf die Stadt nicht gleich so einladend aussehen mag, wie das der ein oder andere Reiseführer bemerkt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Und wie wir von anderen Gästen mehrmals gehört haben, ist das Waldkirchner Karolibad bestens zum Relaxen geeignet. Wers eher grausig und mystisch haben will, bekannt ist auch die Waldkirchener Rauhnacht in der ersten Januarwoche. Eine kleine, lebendige und gemütliche Stadt also, ganz südlich im unteren Bayerischen Wald.

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