Wanderung zum Cerchov (CZ)

Voithenberghütte – Cerchov – Voithenberghütte

Der Cerchov, auf deutsch Schwarzkopf, liegt im Norden des Böhmerwaldes direkt an der deutsch-tschechischen Grenze bei Furth im Wald und bietet mit seinen über 1000m Höhe mehrere Wanderwege. Einen davon, nämlich den längsten mit ca. 13km einfach sind wir gegangen.

Ehemalige Abhöranlage Chercov
Abhörturm am Cerchov, auch heute noch nicht öffentlich zugänglich. Blick nach Furth im Wald und dem Drachensee.

Am Gipfel des Cerchov stehen zwei Türme, die man z.Bsp.von der Aussichtsplattform am Hohenbogen , quasi gegenüber, gut erkennen kann. Beide verbindet die gleiche geschichtliche Rolle, nämlich Abhören in Zeiten des kalten Krieges, oder vielleicht heute…..Erst Jahre nach der Öffnung der Grenzen wurde der Gipfel zugänglich gemacht. Und es lohnt sich den Cerchov zu erwandern. Allerdings wird man nicht gerade mit Wegekarten, Infos und ähnl. zugeschüttet. Lohnende Lektüre zu Wanderungen und Geschichte bietet die Internetseite von Karl Reitmeier

Wanderung von Voithenberghütte/Furth im Wald

Karl Reitmeier aus Waldmünchen hat viele Wege zum Berggipfel in seinem Reiseführer beschrieben. Wir testen die längste Variante von Voithenberghütte aus.

Voithenberghütte
Start unserer Wanderung ist Voithenberghütte

Die wenigen Häuser von Voithenberghütte liegen nördlich der Stadt Furth im Wald, man kann sich von der Stadt weg grob Richtung Golfplatz halten und der Beschilderung folgen, direkt am Ortseingang der früher zum Schloss Voithenberg gehörenden Häuser gibt es einen Wanderparkplatz. Der Weg zum Cerckov führt von dort in östlicher Richtung durch den Ort hinaus und immer gerade aus in den Wald hinein, der Weg geht ganz leicht bergan und ist ein breiter Wanderweg. Nach etwa 50min Gehzeit weiterhin gerade aus, erreicht man eine große Lichtung mit aufgelassenen Militärgebäuden, Wohnhaus, Werkstatt,…usw., geht man noch etwa 20Meter liegt an der Gabelung des Weges ein Rastplatz mit Feuerstelle, daneben plätschert ein Bach vom Berg herunter.

Eichenallee Richtung Fichtenbach
Die Eichenallee hin zum verlassenen Glasmacherdorf Fichtenbach

Auf der rechten Seite nach unten liegt das verlassene Dorf Fichtenbach mit seiner interessanten Geschichte, das wir aber zu einem anderen Zeitpunkt besuchen möchten.

Verlassene Häuser neben dem Dorf Fichtenbach

Wir halten uns am Rastplatz nach links und gehen bergauf über eine kleine Steinbrücke vorbei an einem Haufen Hackschnitzel und weiter steil nach oben auf einem geschotterten Forstweg etwa 20min bis wir wieder eine Weggabelung erreichen. Hier würde der offizielle Weg in einer großen Schleife nach links bergab und später wieder bergauf nach oben führen. Wir wandern aber geradeaus hinein in den Wald auf einem relativ schmalen Waldweg mit Wurzeln und Steinen, der Weg ist halbwegs mit Rot markiert, man sollte aber genau aufpassen, wo man sich befindet, sonst wirds etwas abenteuerlich.

Wanderweg-rot-Cerchov
Die rote Markierung zeigt uns den Weg nach oben

Wir mussten jedenfalls zweimal zurück und wieder den richtigen Weg suchen. Nach etwa 30 – 40min erreichen wir wieder den Waldwanderweg (Hochstrasse), den wir unten verlassen haben.

Sattelhütte
Die Abbiegung von der Sattelhütte zur Strasse Richtung Gipfel. Von hier sind es noch 4,5 km auf der Strasse.

Wir halten uns hier nach rechts und gehen bis zur sogenannten Sattelhütte etwa eine gute halbe Stunde. Die Sattelhütte liegt auf etwa 915m und ist eine offene Rastmöglichkeit, überdacht und mit Bänken. Hier trifft auch der Radweg auf die Hütte. Jetzt sind es noch etwa 4km bis zum Cerchovgipfel. Wir nehmen den Weg der Markierung weiß-grün-weiß auf der kleinen geteerten Strasse und erreichen nach etwa 1,5Stunden die beiden Türme oben auf dem Gipfel.

Hier empfängt uns eine schöne Aussicht und zwei Einkehrmöglichkeiten. Der Gipfelplatz ist ziemlich ausladend und noch mit alten Militärgebäuden bestückt. Dies macht einem auch die wechselvolle Geschichte des Cerchov deutlich. Ausserdem gibts für Interessierte die Geschichte auf verschiedenen Tafeln zu lesen, eine Geschichte, die auch sehr viel mit dem äusserst rührigen Touristikverein des Cerchov zu tun hat.

Aussichtsturm-Cerchov
Rechts der Aussichtsturm und links der gesperrte Militärturm

Auf den Turm sollte man unbedingt hinauf steigen, die Aussicht ist wirklich weit und beeindruckend in alle Himmelsrichtungen. Der Eintritt kostet 1Euro. Danach gibt es für uns Heidelbeerkuchen und Quarkflecken im Kiosk unten.

Blick über die Nebengebäude ins Land

Nach ca. 1Stunde nehmen wir den gleichen Weg wieder nach unten Richtung Voithenberghütte und erreichen nach etwa 2 ,5 Stunden den Wanderparkplatz.

Der von uns gewählte Weg ist der längste zum Schwarzkopfgipfel, er führt hauptsächlich durch den Wald, bei der Sattelhütte wird es lichter und erst oben am Gipfel hat man Aussicht. Die Wanderung führt durch relativ steiles Gelände, das liegt natürlich auch daran, dass wir den Weg, wie oben beschrieben, auch kurzzeitig verlassen haben. Am Cerchovgipfel selbst und ab der Sattelhütte trifft man öfter Radfahrer, ihre Wege sind gut ausgeschildert, soweit wir mitbekommen haben. Infos dazu gibts auch in der Touristikinformation in Furth im Wald bei Uwe Neumann.

Uns hat die Wanderung sehr gut gefallen, wenn sie auch mit über 24km sehr lange und anstrengend war. Brotzeit und was zum Trinken sollte man unbedingt dabei haben. Es ist abenteuerlich, aber auch entspannend durch den stillen Wald zu gehen, wo man nur hin und wieder mal einen einzelnen Wanderer trifft.

Mittlerweile haben wir eine weitere Wanderung zum Schwarzkopf unternommen, die ebenfalls sehr schön war. Hier ist unser Bericht mit dem Bus zum Cerchov.

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